laut.de-Kritik

Obacht! Mehr Metalcore als Thrash!

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Eigentlich hätte man mit der zweiten Lazarus A.D.-Scheibe schon deutlich früher gerechnet. Immerhin war das Debüt "The Onslaught" bereits seit 2007 fertig und wurde Anfang 2009 von Metal Blade lediglich neu aufgelegt. Dennoch kommt jetzt erst "Black Rivers Flow" auf den Markt - und dann mit gerade mal neun Songs.

Wenn die Scheibe das erste Mal durchgelaufen ist, stellt sich schnell heraus, warum zwischen den beiden Alben doch relativ viel Zeit vergehen musste. Vom Exodus-Klonprogramm des Debüts haben sich die Jungs mittlerweile meilenweit entfernt. Das spricht zum einen zwar für das Quartett aus Wisconsin, auf der anderen Seite dürfte es viele Fans des Erstlings aber ganz schön vor den Kopf stoßen.

Der Wandel ist nämlich maßgeblich. Schnelle Kracher, die eindeutig im Thrash anzusiedeln sind, befinden sich in der Minderheit. "The Strong Prevail" dreht zum ersten Mal den Gashahn auf. Auch wenn der Titeltrack oder "Casting Forward" ebenfalls ordentlich Saft haben, fühlt man sich eher an Modern Metal der Marke Darkane oder The Haunted erinnert.

An sich nichts Schlechtes, denn die Songs auf "Black Rivers Flow" grooven weitgehend wie Hölle und machen Laune. "American Dreams" liefert einen guten Anfang und stellt gleich klar, dass Basser Jeff und Gitarrist Dan sich die Vocals weitaus dynamischer als früher aufteilen. Das sorgt für Abwechslung, nimmt dem Ganzen aber auch ein wenig von der Kompromisslosigkeit.

Was es den Old-School-Thrashern mit Sicherheit auch nicht einfacher machen wird, ist die Tatsache, dass Lazarus A.D. sich mit Nummern wie "Light A City (Up In Smoke)", "Beneath The Waves Of Hatred" und dem abschließenden "Eternal Vengeance" deutlich im Metalcore bewegen. Die balladesken Klänge zu Beginn dieses Songs dürften Fans der ersten Scheibe endgültig die Lichter ausschießen.

Denen hilft wohl auch nur bedingt, dass mit "The Ultimate Sacrife" 'ne ziemlich coole Hommage an Pantera vertreten ist. Das macht "Black Rivers Flow" zu einem guten Album - allerdings sollten man als Freund des Debüts erst einmal einen Testlauf starten, bevor man sich das Teil zulegt.

Trackliste

  1. 1. American Dreams
  2. 2. The Ultimate Sacrifice
  3. 3. The Strong Prevail
  4. 4. Black Rivers Flow
  5. 5. Casting Forward
  6. 6. Light A City (Up In Smoke)
  7. 7. Through Your Eyes
  8. 8. Beneath The Waves Of Hatred
  9. 9. Eternal Vengeance

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