laut.de-Kritik

Die verschmolzene Denkleistung führt zu etlichen Knoten im Hirn.

Review von

Der Frickelzirkus mit Mitgliedern von Dream Theater, King Crimson und Transatlantic tritt zum dritten Mal zusammen und spendiert instrumentale Abfahrten mit hohem technischen Anspruch. Neben der Hyperspeed-Variante wie in "Hypersonic" schaltet das hochgegabte Quartett auch mal einen Gang runter und pflegt neben der Ballade "Shades Of Hope" auch ein cooles Gershwin-Cover ("Rhapsody In Blue") in die Liedersammlung ein.

Zwar agieren Liquid Tension Experiment ohne Sänger. Tracks wie "Beating The Odds", "Passage Of Time" oder der formidable Abschluss "Key To Imagination" hätten mit der einschneidenden Stimme von James LaBrie auf dem vergangenen Dream Theater Output "Distance Over Time" erscheinen können. 

Als Musiker hat man immer die aktuellen Themen in den Fingern. Beiß mich einer, aber meines Erachtens finden sich in vielen Stücken Querverweise zu "Scenes From A Memory". Der Konzept-Meilenstein kam anlässlich des 20-jährigen Jubiläums zu einer Würdigung in Form einer Komplettaufführung. Portnoy strebte für die letzte Transatlantic-Platte "The Absolute Universe" zu einer Reminiszenz an deren Paradestück "The Whirlwind". Möglich, dass auch Petrucci und Rudess den Geist ihres Meisterwerks zum Leben erwecken wollten.

Das satt-saubere Apollo-Antlitz kontert gute progressive Kunst mit der rau-räudigen Dyonisos-Drecksfresse. Die für King Crimson bekannte Schräge in Klang und Komposition findet sich auch auf "LTE 3". Tony Levin sorgt für Maulsperren durch sein variantenreiches Spiel am Bass und am Chapman Stick, sei es perkussiv, progressiv oder am Stück orientiert.

Jordan Rudess erhält die entsprechenden Soli-Spots, tobt sich ebenfalls im Songwriting aus. Gerade die klassisch-orchestralen, jazzig-verrückten und Varietè-verzückten Parts schüttelt er aus dem Ärmel. Man nehme die Adaption des George Gershwin-Stückes "Rhapsody in Blue", eine atemberaubende Achterbahnfahrt, die die bisweilen eng gesteckten Grenzen des Prog Metal sprengt und vom geborgten Melodienzauber und dessen Variation lebt. "Shades Of Hope" hingegen ist eine dieser typischen Piano-Balladen, zu denen man herrlich Babys machen kann, ansonsten jedoch wenig Verwendung im Alltag findet.

Portnoy prägt die Rhythmus-Gruppe mit seinem nach wie vor atemberaubenden Spiel, verfügt jedoch über die notwendige Portion Groove, um den durchdachten Parts Leben einzuhauchen. Ähnlich wie bei Dream Theater prägt Petrucci das Geschehen. Verständlicherweise weniger dominanter als auf seiner letztjährigen Solo-Scheibe "Terminal Velocity" gilt auch hier die Devise: Spielt der bärtige Großmeister brachial, klingt die Band nach Metal. Spielt er eher akkordisch und songdienlich folgt die Formation Neoprog- oder Artrock-Wegen.

Von allen Beteiligten erschienen allein in den letzten zwei Jahren etliche Veröffentlichungen. Darunter tummelte sich auch verzichtbares Material. Die Release-Flut wird gerne als Dienst am Fan verkauft, führt jedoch einfach zu Überforderung. Im Falle von Liquid Tension Experiment führt die verschmolzene Denkleistung zu etlichen Knoten im Hirn. Ziel erreicht.

Trackliste

  1. 1. Hypersonic
  2. 2. Beating The Odds
  3. 3. Liquid Evolution
  4. 4. The Passage of Time
  5. 5. Chris & Kevin's Amazing Odyssey
  6. 6. Rhapsody In Blue
  7. 7. Shades Of Hope
  8. 8. Key To The Imagination

Videos

Video Video wird geladen ...

6 Kommentare mit 32 Antworten

  • Vor 3 Jahren

    Yans Rezensionen lesen sich immer wie absatzweise die Gedanken beim Hören niedergeschrieben und random hintereinander gereiht.

    Zur Platte: doch, kann was, aber dafür dass hier DIE grossen Vorbilder des dreamtheateresken Freakout-Instrumental-Progs der heutigen Tags am Werk sind, ist es erstaunlich beliebig geworden. Da reicht eine Arch Echo EP auf dem Level der letzten EP um ihnen das Wasser zu reichen, bzw. ein Album, um es ihnen gnadenlos abzugraben.

  • Vor 3 Jahren

    Ich finde das Album extrem schwer zu bewerten. Was soll man sagen? LTE liefern exakt das, worauf Fans seit 20 Jahren warten. Damit ist das Klassenziel erreicht und im Prinzip fallen 5 Sterne an. Für mich ausschlaggebend ist die Kombination der (Ex-)Dream Theater Musiker mit Tony Levin, der den meisten Tracks einfach einen anderen Spin gibt, als das Myung tun würde. Deshalb von mir auch volle Punktzahl.
    Klar ist aber auch: Wer von Dream Theater gesättigt ist, sei es aufgrund von Petrucci's oder Rudes' Dominanz, den wird auch LTE3 nerven.

  • Vor 3 Jahren

    Keep your stash locked in your private showroom, you goddamn posers!

    • Vor 3 Jahren

      Emotion = Bending

      Wissen wir.

    • Vor 3 Jahren

      Dann hobel dir halt einen drauf, wie gut wer anders als du Instrumente hobelt und danach husch ab vor die Eisdiele bissl Cro für die Ladies pumpen, hm? Danke, du Klappstuhl.

    • Vor 3 Jahren

      Irgendwelche Pillen vergessen Souli? Hobel dir nen Stück Wurzel vom Ingwer ab, bisserl heisses Wasser drauf, ein Löffel Honig und Spritzer Zitrone. Hilft!!!

    • Vor 3 Jahren

      Keine Sorge, Cap, werf hier nur unnötigen Ballast über Board!

    • Vor 3 Jahren

      Wann kommen denn deine Argumente? :D

    • Vor 3 Jahren

      Du bist verbrannt, c452h, hat mittlerweile wahrscheinlich jeder hier gemerkt. Auf oomphies Posts hat irgendwann auch niemand mehr geantwortet.

    • Vor 3 Jahren

      Und LTE ist natürlich Müll, auch wenn der Bassist sehr viel tappt und keine sichtbare Stimmmechanik an seinem Instrument hat.

    • Vor 3 Jahren

      Trotzdem bleibt die Argumentation auf Hildmann- bzw. Querdenken711-Niveau. Eben Strohmänner.

    • Vor 3 Jahren

      Gut, auch wenn inzwischen jede und ihre bucklige Verwandtschaft mitbekommen hat, dass der c452h nur bissl lieb trollen mag, gehe ich mal näher auf diesen Vorwurf ein. Hab nämlich gerade unerwartet nen freien Freitag spendiert bekommen. :D

      Jeder männliche (Hobby-)Musiker und zwei weibliche (Hobby-)Musikerinnen, mit denen ich selber was fabriziert habe, hatten mind. einmal in der Laufbahn die "Höher, schneller, weiter!"-Phase. Fuck, mein eigenes laut.de-Pseudonym nimmt auf diese Zeit in meinem Leben Bezug: Es ist der Songtitel eines der Stücke von dem ersten Meshuggah-Album, nachdem sie den Hyperantrieb in ein eigenes Sounduniversum entdeckt hatten. Innerhalb dieser Phase ist es mMn völlig normal, sich einen Überblick in sämtlichen bevorzugten Genres zu verschaffen, was technisch "möglich" und "state of the art" ist, wenn mensch od. larq halt ein pickliger Petrucci-Nacheiferer im Teenager-Alter ist, der keine Freunde und dafür viel Zeit mit seinem Instrument in nem halb beleuchteten Wohnkeller hat. Dream Theater waren während meiner eigenen Phase da schon eine gängige Marke auf dem Sektor, die beiden LTE-Alben wurden mir zu der Zeit von unserem Drummer, später "erfolgreicher" Absolvent des Studiengangs "Drums & Percussion" in AB, zugespielt.

      Deine fiese wie unangebrachte "Hildmann"-Spitze funktioniert doch nur auf diesem Niedriglevel, dass in der Musik eben mit ausgelösten Emotionen argumentiert werden MUSS, wenn es nicht wie erklärtermaßen bei LTE ausschließlich um den "entgegengesetzten Pol" - reiner technischer Showroom ohne Gedanken um Atmosphäre oder zu bedienende Emotionen - geht, um den eigenen Geschmack zu beschreiben. Selbst in besagten "Höher, schneller weiter!"-Phasen von (Hobby-)Musiker*innen ist die Intention, eine LTE-Platte aufzulegen, ja nun mal eine grundlegend andere, als bspw. "Effloresce" von Oceansize nochmal vollständig durchlaufen zu lassen. Und da sind wir bei einem entscheidenden Punkt: In dieser Kombination "musikalisch komplex UND emotional/atmosphärisch ansprechend" ist nämlich so viel mehr zu reißen als mit bloßem Showroom. Das zeigen mE schon die verkrampften Versuche Dream Theaters im Laufe ihrer Karriere, dann doch mal etwas mehr Wert auf die Atmo und ihr Songwriting zu legen...

      Isis z.B. zeigen, wie mensch mit denkbar simplen Aufbauten nicht nur bei Laien erst mal den Eindruck erzeugt, technisch absolute Oberliga zu spielen, aber vor allem ein bestimmtes Gefühl in Hörer*innen auszulösen, einen Kopffilm in Echtzeit zu produzieren nur durch Klang - technisch in nem Gegensatz zu Toto oder eben Oceansize, die überwiegend fluffig leicht klingen und deren technischer Anspruch sich oft erst beim Versuch, schnell mal was von denen nachzuspielen, offenbart. Selbst TOOL verwirren und verblüffen mit den Wechseln aus hochkomplexen Patterns und unglaublich simplen Kniffen bis heute Hörer*innen, wo und wann besonders viel oder wenig technischer Anspruch drin steckt. Mensch nehme "PNEUMA" bis heute mutmaßlich Millionen Hörer*innen, die das technisch für der musikalischen Weisheit letzten Schuss halten, die offenbar keine Vorstellung davon haben, wie einfach dieses Stück auf Gitarre und Bass funktioniert, wenn die Effektpalette und dein Delay-Timing stimmen. (Delay hat i.Ü. dasselbe Timing wie in der Studioversion zu Pushit. Bequemlichkeit siegt erneut und keine Sau bemerkt's :) )

      Jetzt mag es da draußen tatsächlich Menschen geben, deren höchste emotionale Erfüllung durch Musik daher fließt, dass andere Menschen ihnen regelmäßig die "technisch-virtuosen Obergrenzen" am Instrument innerhalb eines oder mehrerer Genres verdeutlichen, wie es auch LTE mit ihrem Drittwerk hier wieder versuchen. Denen sei es gegönnt, aber die sind mMn in der absoluten Minderheit, insbesondere, wenn sie selber mit Instrumente spielen gar nix am Hut haben. Ausgefeilter als auf den ersten beiden Scheiben der Truppe wird es hier nämlich auch nicht und durch den fehlenden konzeptionellen, atmosphärischen und/oder emotionalen Mehrwert dieser Musik bleibt die Scheibe genauso wie der alleinherrschende Showroom-Anspruch über sämtliche Genres hinweg in meinen Ohren vor allem eines: verzichtbar.

    • Vor 3 Jahren

      Danke, soulburn. Alles gesagt. Wobei ich nur anmerken will, daß Petrucci in meinen Augen sogar sowas Ähnliches wie Spaß zu haben scheint heutzutage. Das hier ist schon langweilig, kommt mir dabei aber nicht ganz so trocken wie 95% von Dream Theaters Werken vor.

    • Vor 3 Jahren

      Was hat er denn da gesagt? Viel Whataboutism und Derailing und am Ende spricht er der Scheibe fehlenden konzeptionellen, atmosphärischen oder emtionalen Mehrwert ab. Die Argumente überzeugen aber nicht. Wieso fehlt dies alles? Einzig das Showroomargument steht und das ist ziemlich schwach.

    • Vor 3 Jahren

      "wenn es nicht wie erklärtermaßen bei LTE ausschließlich um den "entgegengesetzten Pol" - reiner technischer Showroom ohne Gedanken um Atmosphäre oder zu bedienende Emotionen - geht"

      Und das ist ein Fehlschluss. Belege, dass es bei LTE nur um Showroom geht. Das sind halt nur 08/15-Vorwürfe, wenn man schnell gespielt wird.

    • Vor 3 Jahren

      Geez... Schön, dass dir emotional ein Ei bei der Mucke ausläuft, schließ die Augen und mach zwei draus, aber dämpf vielleicht ein bissl die Erwartungshaltung, dass noch zwei oder mehr Leutchens so wie du das Gefühl entwickeln, hier ginge es tatsächlich noch um was anderes als Masturbation am Instrument, hm? Danke. :)

    • Vor 3 Jahren

      Benenne doch mal technisches Gefrickel auf LTE-Niveau, das auch deine anderen Kriterien erfüllt. Wer sind diese Bands? Gibt es sie?

    • Vor 3 Jahren

      Nein, und genau das war mein Punkt, du halbgebackene Apfeltasche... :rolleyes:

    • Vor 3 Jahren

      Statt hier mit c452hi zu rangeln, könntest du mir vielleicht noch deine Thesen darlegen, warum die De-Loused so gut geworden ist (außer du hast es bewusst im TMV Thread ausgelassen), hm? danke :kiss:

    • Vor 3 Jahren

      Was ist eine halbgebackene Apfeltasche? Die Apfelstückchen in der Mitte sind roh und dir werden beim rein beißen sämtliche Plomben linksseitig erst locker um dann letzlich raus zu fallen ? Dann hat das aber min. eine zweite Ursache! Siehe Bäcker, der sein Handwerk nicht versteht! :)

      Können wir uns nicht drauf einigen Souli hält das Gefrickel für überbewertet und c452 für große Kunst, also einigen unmöglich?

    • Vor 3 Jahren

      Wir hatten die Diskussion ja erst letztens aber da hier alle ihren Senf wiederholt haben, will ich da keine Ausnahme machen und bin da echt eher bei Cro452h, obwohl ich natürlich von seinen plumpen Povokationsversuchen nicht viel halte.

      @soulburn: Ja, diese "Höher, schneller, weiter!"-Phase" werden die meisten kennen, die sich selber ein bisschen mit einem Instrument beschäftigt haben. Und die damit zusammenhängende Musik muss einem natürlich nicht gefallen.

      Was mich aber stört ist diese Behauptung, dass es ja einfach wäre ein solches Level zu erreichen, man müsse sich ja nur während so einer Phase im eigenen Keller einschließen und Skalen trainieren und dann geht das ganz einfach oder wie? Das wird imo nicht dem Herzblut, der Leidenschaft und der Disziplin gerecht, die man da reinstecken muss um annährend auf so ein Level zu kommen.
      Ich will dir nicht zu nahe treten aber du und andere, die immer mit diesen Sprüchen kommen, machen da schon einen dezent salzigen Eindruck.
      Und auch das Klischee des "pickligen Petrucci-Nacheiferers im Teenager-Alter, der keine Freunde und dafür viel Zeit mit seinem Instrument in nem halb beleuchteten Wohnkeller hat" ist ein veraltetes Narrativ meistens aus Kreisen, wo die Leute eben sloppy ihre Powerchords runterschrammeln.
      Also nicht falsch verstehen, ich spiele selber auf dem niedrigen Level aber ich kann diese Feindseligkeit gegenüber virtuosen Musikern nicht so ganz verstehen.
      Und Gitarrenwunder wie Tim Henson und Manuel Gardner-Fernandes (beide auch von Petrucci inspiriert) zeigen eindrucksvoll, wie man unglaubliche Virtuosität auch so einsetzen kann, ohne dass das noch viel mit "Höher, schneller, weiter!" zu tun hat, also nur insofern, dass es die Grenzen des Machbaren verschiebt aber dabei imo trotzdem catchy ist und dem Songwriting dient. Und dazu sehen die noch aus wie Boybandmitglieder, Influencer oder wie das alles heißt, also ist die Erzählung vom Keller-Nerd auch nicht mehr ganz aktuell.

      Und es ist auch nicht so, dass man für heftige Skills jahrelang nicht mehr die eigene Kajüte verlassen darf. Es genügt, sich für die Hälfte der Zeit, die man in der Jugend mit Videospielen verbringt, stattdessen ans Instrument zu setzen und konzentriert und effizient zu üben. Da bleibt dann immer noch genügend Zeit für soziale Kontakte.
      Ich habe damals auch die Videogames gewählt und hatte eine wunderbare Zeit und tolle Erinnerungen also alles gut aber ich kann eben auch anerkennen und respektieren, dass manche sich mehr dem Instrument gewidmet haben und dementsprechend richtig gut sind. Deswegen muss ich die Musik noch nicht immer mögen und auch für mich sind Oceansize wichtiger als z.B. Dream Theater aber trotzdem: "credit where credit is due".
      Diese Klischees, die du bedienst sind mir dann doch zu einfach und abgedroschen.

      Ich wünsche dir natürlich trotzdem noch einen schönen Tag :)

    • Vor 3 Jahren

      "Nein, und genau das war mein Punkt, du halbgebackene Apfeltasche... "

      Ein ziemlich schwacher Punkt, denn das dies problemlos möglich ist, haben Dream Theater selbst in einigen Songs bewiesen.

    • Vor 3 Jahren

      "Problemlos"... liegt im Ohr des Zuhörers. Finde das im Vergleich zu den bereits genannten Oceansize oder Toto halt eher verkrampft, wenn sich Dream Theater dann doch doch mal im Albenkontext der Atmosphäre zu widmen versuchen. Und wie sollte es denn auch fluffig im Resultat klingen, wenn der Anspruch, dann doch aber in jedem Song nochmal aufblitzen zu lassen, dass mensch es hier immer noch mit den Top 10 begnadeter und/oder fleißiger Gitarrist*innen des Planeten zu tun habe, stets mindestens gleichwertig zu Atmosphäre und Songwriting behandelt wird - zumindest in meinen Ohren. Auch wenn ich natürlich bissl flappsig in der Wertung der schieren Leistung an den Instrumenten rüberkomme öfters - sehe mich selbstredend als Hobbymusiker in Salzlake zu jederzeit außer Stande, was von denen sauber und tight nachzuspielen - Danke für die Extrarunde daher nochmal an mein persönliches laut.de Lieblings-Contra Radiohead9. :)

      Aber mich nervt halt schon immer deren Attitüde, irgendwer könnte ja auch über die Spielzeit von 79min schnell mal vergessen, welche Band mit welchem Œuvre der letzten 15 Alben da gerade am werkeln ist, hm? Müssen unter ihrer deutschen Hörerschaft ne große Schnitmmenge mit denjenigen teilen, die im September vorhaben, völlig unbeirrt wieder christdemokratisch/christsozial zu wählen, würde ich malvermuten... :) :koks:

    • Vor 3 Jahren

      "Hobbymusiker in Salzlake" :D

      Ich würde die Hörer Dream Theaters bei der Wahl im September dem Genre der Band entsprechend dann hoffentlich doch etwas progressiver einschätzen.

      Danksagungen und Grüße gehen selbstverständlich zurück an soulburn und Props für die Toto-Nennung :)

  • Vor 3 Jahren

    Kleingeistige Review, musikalischer Sophismus. Im ersten Satz als "Frickelzirkus" halbironisch diffamiert, dann mit substanzlosen Werbephrasen hochgejubelt. Nicht ein einziger konsistenter Gedanke oder gar ein Argument wird formuliert. Wer segnet sowas ab, sollten Journalisten nicht Dinge hinterfragen, neue Perspektiven und Zusammenhänge aufzeigen?

    Allein Portnoy als "hochbegabt" und "atemberaubend" zu bezeichnen zeugt von musikalischem Winterschlaf seit den 80ern. Auch keine Ahnung wer von einem hölzern gespieltem 7/8-Takt mit ein paar eingeworfenen Breaks "Knoten im Gehirn" bekommt. Mit "Kunst", also einem kreativen Prozess indem Strukturen variiert oder sogar gebrochen werden hat das Ganze überhaupt nichts zu tun. In dem Video sieht man ja schön das sie ihre Stücke genauso spielen wie die Arpeggio-Übungen die sie so fleißig geübt haben. Wir gehen den Akkord rauf, dann wieder runter. Dann wieder rauf, dann wieder runter. Und das seid 20 Jahren.

    • Vor 3 Jahren

      Ich bin musikalisch zwar anderer Meinung (zum Glück sind die Geschmäcker verschieden), stimme dir aber bzgl. der Review voll und ganz zu. Mich stören solche oberflächlichen Rezensionen auch. Lieber tiefergehend mit der Materie auseinandersetzen und dafür dann weniger Platten besprechen als so wie hier geschehen... Bedeutet im Endeffekt vermutlich zwar weniger Reichweite, dafür aber qualitativ hochwertigeren Musikjournalismus.

    • Vor 3 Jahren

      Natürlich ist das sowohl Kunst als auch ein kreativer Prozess.

    • Vor 3 Jahren

      Interzone, das ist der typisch hölzerne Duktus des Rezensenten.
      Und die Musik der typische Dream Theater Scheiß. Aufmerksamkeitsheischendes Gegniedel, das nichts zu sagen hat.

    • Vor 3 Jahren

      Dann kennst du die Band nicht, wenn du so etwas behauptest.

    • Vor 3 Jahren

      Sach Ma, nachdem Du ja hier bereits ewig und noch drölf Tage mehr als grobschächtiger Troll mit dem Selbstverständnis einer selbstgemalten Lizenz zum Dünnbrettbohren enttarnt bist... Magst Du vielleicht bitte mal aufhören, Leuten, die Dream Theater schon kennen und nicht so gerne mögen, wieder und wieder Dream Theater in der Rolle und Verkleidung ihrer eigenen zwangsgestörten End-50iger-Tanten weiterzuempfehlen, hm? Danke. :)

    • Vor 3 Jahren

      Dream Theater machen luftig lebensbejahenden Raop, mit dem man im Sommer bei den Mädels punkten kann.

    • Vor 3 Jahren

      "Dann kennst du die Band nicht, wenn du so etwas behauptest."

      Im Gegenteil, ich habe einiges von ihnen gehört, aus verschiedenen Schaffungsperioden. Und genau das hat mich zum obigen Urteil geführt.

    • Vor 3 Jahren

      Du kannst aber nicht belegen, dass sie nichts zu sagen haben. Vielleicht verstehst du einfach ihre Sprache nicht.

    • Vor 3 Jahren

      Ich muss es auch nicht belegen, das machen die Songs für mich. Da ist nämlich nichts drin, was irgendne Geschichte erzählen bzw. ne Dramaturgie erzeugen würde. Wichtig ist nur, dass es lang ist, schnell ist, möglichst viele Noten hat und nach 80er mieft.

      Der arme Tony Levin ist zu gut für diese Kaspertruppe.

    • Vor 3 Jahren

      Gilmour ist mein Lieblingsgitarrist und Emotionen sind für mich auch toll aber dieses "dIe SpIeLeN nUr SkAlEn RaUf UnD RuNtEr, KeIn GeFüHl!!" ist langsam echt abgedroschen und lame.
      Petrucci, Andy James, Guthrie Govan, Paul Gilbert usw. können mit Gefühl muszieren und haben das oft genug gezeigt aber können auch Zeug aus einer anderen Dimension spielen, das eine muss das andere nicht auschließen. Außerdem wird die Behauptung, die Musik bestünde nur aus Fingerübungen nicht der Komplexität und dem musiktheoretischen Wissen, dass in der Musik steckt, gerecht.
      Ich wiederhole mich: Es muss einem natürlich nicht gefallen aber dann kann man das doch auch so sagen. Aussagen wie dass die Musik keine Geschichte erzähle und dass da keine Dramturgie drinnen sei, sollen zwar klüger klingen, sagen aber letztlich auch nicht mehr aus als "gefällt mir nicht".

    • Vor 3 Jahren

      Natürlich gefällt es mir nicht, sollte ja wohl klar sein.
      Und mir ist grundsätzlich egal, was Petrucci und co. können. Wichtig ist doch, was sie im vorliegenden Fall tun. Und das ist eben abgeschmackter Flex-Prog.

  • Vor 3 Jahren

    Dieser Kommentar wurde vor 3 Jahren durch den Autor entfernt.

  • Vor 2 Jahren

    Der Kommentar von Meypelnek beschreibt es ganz gut: Das Erwartbare wurde produziert, das Klassenziel erreicht und irgendwie möchte man 5 Sterne vergeben, aber…

    Dann aber ist da diese kaum wahrnehmbare Hintergedanke, der um die Idee kreist, ob es damals eine andere Zeit war oder ob das vorliegende Werk nun schon das Ennui der Arriviertheit ist, weil man nicht mehr diese lebensverändernde Begeisterung spürt, die einen einst erfasste bei Werken wie When the Water breaks, Another Dimension oder auch eben Universal Mind.

    Beating the Odds ist eine recht gelungene Weiterführung der Traditions Universal Minds.
    Ohne Frage reiht sich auch Key to the Imagination ein in die großen Werke aus dem Dunstkreis Dream Theaters wie eben When the Water breaks oder Stream of Consciousness – an dieser Stelle ein Pardon, dass ich hier die Bands gleichsetze. Aber wie schon bei Stream of Consciousness fehlt das letzte Quantum Geist, das diese fraglos über alle Zweifel erhabene Komposition zu einem Kunstwerk für die Ewigkeit erhebt.

    Es ist altbekannt und dennoch in diesem Zusammenhang erwähnenswert, auch wenn ich nun küchenpsychologisieren mag: Petruccis Tochter kam zur Welt, als die zweite Liquid-Tension-Platte gerade produziert wurde. Babygesäusel am Anfang von When the Water breaks (und natürlich schon der Name des Stücks) verweisen darauf. War es diese Begeisterung über seine Tochter, die dem Werk sein „Letztes“ gab? Vielleicht bin ich auch einfach keine 20 mehr.