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Platz 15: Spirit

Sensationelles Album. Wenn Depeche Mode keine anderen Platten veröffentlicht hätten. So aber eiert der Analogsynth-Panzer "Spirit" 2017 trotz Führerwechsel zu James Ford (Simian Mobile Disco) führerlos in der Gegend herum und macht alles platt, was sich so vor ihm auftut, vor allem Struktur und Songwriting.

Mit "Going Backwards" gehts noch halbwegs gut los, doch schon die Vorabsingle "Where's The Revolution" zeigt schmerzlich, dass sich die Zuchthengste Martin Gore und Dave Gahan mittlerweile in ihrem überwucherten Elektro-Blues-Irrgarten vergaloppiert haben. Dass Gahans Blues-Manierismen einen neuen Knödel-Highscore erreichen, macht die Sache nicht besser. Chef-Designer Anton Corbijn fuhr entsprechend runter auf Dienst nach Vorschrift und brachte ein Albumcover durch, das nicht einmal italienischen Bootleg-Ansprüchen genügt. Erst viel später wurde bekannt, dass Ford während der Aufnahmen eines Tages den jahrzehntelang geschulten Mediator Andy Fletcher des Studios verwies, um das verkrustete Band-Getriebe aufzubrechen. Wie in einer Therapiestunde zwang der Producer dadurch Dave Gahan und Martin Gore zu einem vorher undenkbaren Vier-Augen-Gespräch.

Musikalisch hat es wenig gebracht: "Spirit" liefert ein Musterbeispiel dafür, wie einer etablierten Band im Herbst einer Traum-Karriere die Ziele abhanden kommen. Endstation Selbstplagiat. Der letzte Song bringt es auf den Punkt: "Fail". Tragisch, dass Fletcher sechs Jahre später nicht mehr miterleben durfte, wie sich seine Freunde auch kreativ nochmal zusammen rauften.

Anspieltipps:

"Going Backwards".

Besser weiträumig umfahren:

Den Rest.

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"Spirit"*

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