laut.de-Kritik

Authentisch und vor allem verdammt unterhaltsam.

Review von

Meine Herrn, das nenne ich mal eine Vollbedienung! Die deutsche Thrash-Legende Sodom legt mit "Lords Of Depravity - Pt. I" den ersten Doppelschlag vor, der die Bandgeschichte vom Beginn 1983 bis ins Jahr 1995 authentisch und vor allem verdammt unterhaltsam dokumentiert. Da verkommt zweite DVD mit den Liveauftritten fast schon zur Nebensächlichkeit.

Die Bandhistory von Sodom ist quasi mit der Lebensgeschichte von Tom Angelripper gleichzusetzen. Folglich ist es auch nur fair und angebracht, sich zunächst mal mit dem Background von Herrn Angelripper zu befassen. Sehr strukturiert lässt Tom sein Leben Revue passieren, und dabei kommen natürlich auch die ehemaligen Bandmitglieder zu Wort, sofern noch auffindbar oder am Leben. Vor allem Frank Blackfire macht dabei aber einen verdammt zugeschissenen Eindruck. Hin und wieder kippt der Kerl beinahe um.

Tom kommt dagegen mit seiner kumpelhaften Art sympathisch wie eh und je rüber, und auch die ehemaligen Arbeitskollegen machen meist einen ganz gemütlichen Eindruck (so lange man ihnen nicht auf die Eier geht). Auch die Ex-Mucker sind durch die Bank schwer in Ordnung, vor allem die Kommentare von Bela sind recht unterhaltsam. Des weiteren zollen Typen wie Lemmy, Peter Tätgren, Chris Barnes, Danny Lilker, Martin Kesici oder Abbath zu Wort, die dem Ruhrpot-Urgestein Tribut.

Langjährige Mitarbeiter wie Produzent Harris Johns, SPV-Chef Manni Schütz und Manager Boggi Kopec tragen ihren Teil zum Unterhaltungswert bei. Für Die Hard-Fans schon alles alte Hüte, für alle anderen jedoch absolut witzige und unterhaltsame Geschichten wie die Story, als Tom an der österreichischen Grenze vergessen wird. Auch was Sonnenbrillen angeht, hat Tom schon immer ein sicheres Händchen für Geschmacklosigkeiten gehabt.

Die Aufnahmen für die Live-DVD sind hingegen absolute Geschmackssache. Als störend empfinde ich einmal mehr die Tatsache, dass keine Einstellung länger als drei Sekunden bleibt, was alles sehr hektisch macht. Vor allem ist es etwas ärgerlich, dass sich die Band nicht dazu entschieden hat, sich auf ein komplettes Konzert zu konzentrieren, sondern wild Aufnahmen von Sofia, Wacken, dem WWF und auch vom Rock Hard Festival durcheinander würfelt. Das stört den Gesamteindruck etwas.

Als Bonus gibt es noch die Videos zu "Ausgebombt", "Silence Is Consent" und "Die Stumme Ursel" sowie den Trailer zum bereits im History-Teil erwähnten Streifen "Verlierer". Der zweite Teil dieser umfangreichen Biographie ist für 2006 geplant und handelt dann wohl die bis heute anhaltende Besetzung mit Bobby und Bernemann ab. Sollte dann ebenso unterhaltsam werden wie der erste Teil.

Trackliste

DVD I - Historical Depravity

DVD II - Live Depravity

  1. 1. Among The Weirdcong
  2. 2. THe Vice Of Killing
  3. 3. Outbreak Of Evil
  4. 4. Masquerade In Blood
  5. 5. The Saw Is The Law
  6. 6. Remember The Fallen
  7. 7. Die Stumme Ursel
  8. 8. M-16
  9. 9. Napalm In The Morning
  10. 10. Nuclear Winter
  11. 11. Tombstone
  12. 12. Sodomized
  13. 13. Eat Me!
  14. 14. Code Red
  15. 15. Aber Bitte Mit Sahne
  16. 16. Der Wachtturm
  17. 17. Agent Orange
  18. 18. Sodomy And Lust
  19. 19. Witching Metal
  20. 20. Ausgebombt
  21. 21. Ace Of Spades
  22. 22. Stalinhagel

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