5 Fragen an Lev Radagan

Schonmal eine Skateboard-Gitarre gesehen? Das in Berlin beheimatete Duo Lev Radagan macht damit Psychedelic-Rock. Am 23. September könnt ihr das im Modus Berlin live erleben, übrigens mit Thomas Pridgen (ex-The Mars Volta, Fever 333) am Schlagzeug. Sänger/Skateboarder Sxantana beantwortete uns kurz vorher noch ein paar Fragen:
1. Welches Album hatte den größten Einfluss auf dich als Musiker?
Verdammt, das ist schwierig. Es gibt so viele. The Doors, Led Zeppelin, Pink Floyd, Black Sabbath ... Vielleicht "Electric Ladyland" von Jimi Hendrix. Wir covern "Voodoo Child" mit der Skateboard-Slide-Gitarre, und es wurde zu einer Art Signatur des Projekts, den Geist des Meisters anzurufen.
2. Auf welche(s) deiner Riffs/Melodien/Lyrics/Patterns bist du am meisten stolz?
Wahrscheinlich auf "Echoes Of The One". Die Strophen sind in 11/16, die Refrains in 15/16, aber wir wollten nie, dass es sich mathematisch anfühlt. Wenn die Leute dazu grooven können, ohne an die Taktart zu denken, hat es funktioniert. Das markiert auch eine neue Richtung für das Projekt – tribalistischer und progressiver zugleich.
3. Was sollte sich in der Rock-/Metal-Community zum Besseren verändern?
Weniger Gatekeeping und weniger Besessenheit mit Social Media-Zahlen. Den Scheiß kannst du kaufen. Wir müssen uns von diesem Unfug entfernen und uns wieder auf echtes Talent fokussieren. Es gibt so viele wahnsinnig talentierte Künstler:innen da draußen, die nicht genug Aufmerksamkeit bekommen, nur weil sie in den Sozialen Medien nicht so populär sind. Scheiß auf das. Wir brauchen Experimente, Einheit zwischen Kulturen, mehr komische Instrumente und mehr Risiko.
Durch all die heutzutage verfügbare Technologie ähnelt sich Musik immer mehr. Es wird zu viel gedacht und nicht genug gefühlt. Mit all den Werkzeugen, die wir heute haben, verliert man sich schnell im Rabbit Hole des Musik-Codierens und -Programmierens. Geht lieber raus in den Wald, an den Strand oder die Wüste, mit nichts als eurer Stimme, findet Steine und Stöckchen und baut Rhythmen und Melodien. Dann schnapp dir ein Instrument und verwandle diese Emotionen in Musik. Heute verbringen Künstler:innen viel zu viel Zeit vor Computern, statt draußen das Chaos zu erleben. Dieses Chaos kann zu tollen Melodien werden und viele Leute berühren.
4. Was sollte man abseits der Musik definitiv über dich wissen?
Ich baue Instrumente aus Skateboards. Was als Experiment begann, wurde zu meiner typischen Skateboard-Slide-Gitarre. Inzwischen wird jede sowohl als spielbares Instrument als auch als Kunstwerk gebaut. Wir haben für die Skate-Arts mit verschiedenen Tattoo-Künstler:innen und Maler:innen aus der ganzen Welt gearbeitet. Alle sind Unikate. Mittlerweile begleitete uns die Skateboard-Slide-Gitarre von Straßengigs bis auf die Bühnen von Hellfest, Brutal Assault und M'era Luna.
5. Welches Buch sollte man unbedingt gelesen haben?
"Das Rote Buch" von Carl Jung. Nicht unbedingt weil jede:r damit übereinstimmen wird, sondern weil es uns zwingt, die Teile unseres Selbst zu betrachten, die wir normalerweise eher vermeiden.
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