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6 Fragen an Johnny Morgan (Gears Of War)

Anfang Oktober erschien via Xbox Game Studios der neueste Teil der "Gears Of War"-Spieleserie: "Gears Of War: E-Day". Im Metalsplitter steht dies deshalb, weil es dafür eine Kollaboration mit Metallica gab. "For Whom The Bell Tolls" hat es als wählbare Menümusik ins Spiel geschafft. Außerdem gibts ein spezielles "Ride The Lightning"-Skinset.

Der Audio Director des Spiels, Johnny Morgan, beantwortete uns freundlicherweise ein paar Fragen. Vor "Gears Of War: E-Day" war er unter anderem schon an Games der "Need For Speed"- und "FIFA Street"-Reihe beteiligt. In den Neunzigern spielte er kurzzeitig Keyboard für Strapping Young Lad und Fear Factory.

1. Welches Album hatte den größten Einfluss auf dich als Kreativer?

Das ist wirklich eine schwierige Frage, weil mich so viele verschiedene Alben und Soundtracks beeinflussen. Ich kann dir ein paar nennen, die mich bei "Gears of War: E-Day" inspiriert haben. In Sachen Horrorfilmmusik bin ich auf den Score von "Alien: Covenant" von Jed Kurzel aufmerksam geworden. Ich habe diese Platte oft in meinem Studio aufgelegt, um mich in die richtige Stimmung für unheimliche Klangwelten zu bringen. Es ist ein orchestraler Score, der mit Synthesizern kombiniert wird – also sehr ähnlich zu der Arbeitsweise unseres Komponisten Adam Lastiwka. Mir gefällt das Gefühl, das dadurch entsteht: Dass da draußen etwas ist, von dem man nicht genau weiß, was es ist – ganz ähnlich wie bei E-Day. Wenn die Musik intensiver wird, hat sie außerdem etwas sehr Urzeitliches. Das hat die Richtung beeinflusst, die ich mir für einige der Kampfsequenzen im Spiel gewünscht habe.

Für 'E-Day' wollten wir unbedingt Metal in den Score einbringen. Adam konnte dieses Element in unseren neuen Horde-Siege-Modus integrieren. Für uns war es etwas Neues, einen Multiplayer-Modus gezielt mit Musik zu unterlegen. Metal- und Gitarrenelemente tauchen außerdem in den späteren Akten der Kampagne auf. Meine Einflüsse im Metalbereich sind etwas begrenzter, aber ich habe schon immer die präzisen Gitarrenriffs geliebt – zum Beispiel auf Fear Factorys Klassiker "Demanufacture". Auch die Arbeit von Finishing Move am jüngsten Soundtrack zu "Doom: The Dark Ages" hat mir sehr gefallen: Kraftvoll und überwältigend, mit einem schönen Black-Metal-Einschlag, der beim Spielen super funktioniert.

2. Auf welches deiner Projekte bist du am meisten stolz?

Auf "Gears of War: E-Day" bin ich ganz sicher am meisten stolz. Wir standen vor vielen Herausforderungen und wollten die Erwartungen unserer Fans bestmöglich erfüllen. Es war nicht einfach, alles, was wir zuvor gemacht hatten, komplett zu überarbeiten und von Grund auf neu anzufangen. Letztlich war es aber notwendig, um mit völlig neuer Technologie und neuen Inhalten das zu schaffen, was wir uns vorgenommen hatten – und die Reihe damit für die Zukunft aufzustellen. Die Arbeit mit Adam am Score für dieses Spiel hat mir total gefallen, weil es so praxisorientiert war. Adam war schon in der Vorproduktion eng in unser Team eingebunden. Gemeinsam haben wir nach dem Sound und Musikstil gesucht, der am besten zu den Erkundungs- und Kampfsequenzen passt. An früheren Projekten habe ich unter anderem an "SSX" und "SSX Tricky" gearbeitet. Das waren ganz andere Spiele, aber auch auf sie bin ich auf eine andere Weise gleichermaßen stolz. Man sagt, im Laufe einer Karriere bekomme man nur wenige Gelegenheiten, an solchen Spielen mitzuwirken – und 'E-Day' ist definitiv eine davon.

3. Was zeichnete die Arbeit an "Gears Of War: E-Day" besonders aus?

Ich denke, 'E-Day' war besonders, weil es für alle Disziplinen ein äußerst ambitioniertes Projekt war. Jedes Team, das an diesem Spiel gearbeitet hat, hat alles gegeben, um seine Aufgaben auf höchstem Niveau abzuschließen. Die Kampagne ist umfangreich, es gab also viel zu bewältigen. Gleichzeitig gab es zahlreiche Zwischensequenzen und Momente, die emotional überzeugen mussten. Auch der Multiplayermodus war sehr umfangreich. In 'Horde Siege' ist viel Entwicklungsarbeit geflossen, bis der Modus richtig funktioniert hat, denn während der Entwicklung mussten wir einiges ausprobieren und verwerfen. Wenn ein Team zusammenkommt, um ein so großartiges Gesamterlebnis zu schaffen, ist es wirklich etwas Besonderes, daran mitzuwirken – und das macht das Projekt so außergewöhnlich und unvergesslich.

4. Wie kann man sich deine Rolle als Audio Director genau vorstellen?

Als Audio Director trage ich die Gesamtverantwortung für den Spielesound und dafür, wie das Spiel klingt. Dazu gehören die Teilbereiche Sounddesign, Musik, Nachbearbeitung der Zwischensequenzen, technische Audioentwicklung und die Qualität der narrativen Inhalte. Unser Audioteam wurde während der Hochphase der Produktion ziemlich groß. Gemeinsam mit unserem großartigen Audio Lead Ed Bauman habe ich deshalb laufend die Arbeit reviewt und unseren Designer:innen Feedback gegeben, um sie bei ihren Entwürfen über die Woche hinweg zu unterstützen. Das ist ein wichtiger Teil der Arbeit.

Als Audio Director muss ich sicherstellen, dass ich mich mit den anderen Spieldisziplinen abstimme, ihre Anforderungen verstehe und diese Informationen an mein Team weitergebe. So können wir sicherstellen, dass unsere Arbeit das Gesamtdesign des jeweiligen Spielbereichs sinnvoll ergänzt – etwa die Umgebungsgeräusche einer Map oder das Sounddesign eines Gegners. In der frühen Projektphase erstellen wir viele Prototypen, um herauszufinden, wie das Spiel in der fertigen Produktionsphase klingen soll. Gleichzeitig prüfen wir, ob wir die Ideen technisch zuverlässig umsetzen können.

5. Es gab für "E-Day" ja eine Kollaboration mit Metallica. Was ist deine eigene Verbindung zu Metal?

In den Achtzigern habe ich in einigen Metalbands Keyboard gespielt. Mitte der Neunziger hatte ich dann das Glück, auf der "City"-Tour mit Devin Townsend und Strapping Young Lad Keyboard zu spielen. Kurz darauf habe ich ein Jahr lang Keyboard bei Fear Factory gespielt, nachdem ihr Album "Demanufacture" erschienen war. Mit der Band haben wir als Vorgruppe von Ozzy, Black Sabbath, Pantera, Testament und Obituary gespielt. Das war als Keyboarder ziemlich ungewöhnlich, aber in den Neunzigern habe ich einige Jahre lang eine ordentliche Dosis Metal abbekommen, bevor ich meinen ersten Job in der Spielebranche bekam.

6. Warum passt Metallica deiner Meinung nach gut zum "E-Day"-Soundtrack?

Metallica ist bei unseren Fans eine sehr beliebte Band. Als wir "For Whom the Bell Tolls" hörten, konnten wir uns vorstellen, wie Bosskreaturen die Spielwelt zerreißen und wie sich Spieler:innen in epischen Kämpfen messen, während der Song vor sich hin groovt. Das hat sich einfach richtig angefühlt. Außerdem war sofort klar, dass sich der Song hervorragend für Trailer und Marketing eignen würde. Wenn unser Soundtrack keine Metal-Elemente hätte, würde sich das etwas fehl am Platz anfühlen. Ich finde, dass Metallica gut zu unserem Spieldesign und zur Haltung passt, mit der wir 'E-Day' entwickelt haben. Das ist wirklich die perfekte Kombination.

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