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Ein Knopf, vier Milliarden Sounds

Cyma Forma hat den RND vorgestellt, einen Synthesizer mit genau einem großen Knopf und angeblich 4.294.967.296 möglichen Sounds. Das Gerät entstand mit kreativem Input von Bambounou, kostet 125 Euro beziehungsweise 150 Dollar, hat acht Synthese-Engines, vier Sequencer-Spuren, MIDI, USB-C-Audio und sieht aus wie ein Bernsteinwürfel aus einem sehr geduldigen Designseminar. Vor allem aber hat es: einen Knopf.

Die Idee ist wunderbar bescheuert. Man drückt, und alles wird zufällig neu erzeugt: Klang, Sequenz, Instrumente, Parameter. Noch einmal drücken, weg ist es. Nicht gespeichert, nicht gewählt, nicht erarbeitet. Ein neues musikalisches Wesen erscheint, existiert kurz, wird ersetzt. Cyma Forma nennt das "one button, 4 billion ideas" und "trade control for inspiration". Früher nannte man das: Ich habe keine Ahnung, was ich tue, aber es klingt interessant.

Natürlich ist das nicht nur Quatsch. Gerade elektronische Musik lebt seit jeher vom Zufall, von Fehlbedienung, von Maschinen, die etwas anderes machen als geplant. Brian Eno hätte vermutlich gelächelt, Aphex Twin hätte zwölf davon in eine Schublade geworfen, und irgendwo in Berlin würde sofort jemand behaupten, genau so klinge jetzt sein neues Live-Set über Kontrollverlust im Spätkapitalismus. Trotzdem ist der RND ein herrliches Symptom. Jahrzehntelang bauten Synthesizer immer mehr Regler, Menüs, Modulationsmatrizen und Preset-Bänke ein. Jetzt kommt ein Gerät und sagt: Vergiss es. Du willst doch gar nicht wirklich entscheiden. Du willst den Moment vorfinden, der dich klüger wirken lässt als du warst. Ein Knopf, vier Milliarden Ausreden. Und ja: Natürlich will ich das Ding ausprobieren. Leider.

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