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Zweiter Teil der indischen Elektrogeschichte III: 2007 bis 2015: EDM-Mainstream, Sunburn und die Nucleya-Ära

Dann kam die große Festivalisierung. Ab 2007 wurde Sunburn zur entscheidenden Marke für elektronische Musik als Massenereignis in Indien. Das Festival startete in Goa und machte EDM in einer Form sichtbar, die mit Underground nur noch entfernt zu tun hatte: internationale Headliner, große Bühnen, Trance, Big Room, Sponsoren, Lifestyle. Man kann das kritisch sehen, und man sollte es auch. Sunburn bedeutete Kommerzialisierung, Vereinheitlichung und die Übernahme globaler EDM-Codes. Aber es bedeutete auch: Elektronische Musik war plötzlich kein Nischenimport mehr, sondern Jugendkultur im großen Maßstab.

Die indische Antwort auf diese Welle hieß in den 2010ern vor allem Nucleya. Udyan Sagar, wie er bürgerlich heißt, war sicher nicht der subtilste Produzent seiner Generation. Aber er war vielleicht der wichtigste Brückenbauer. Mit seinem sogenannten "desi bass" zog er indische Straßensounds, Hindi- und Punjabi-Samples, Trap-, Dubstep- und Festivalenergie in eine Sprache, die nicht mehr nach London, Berlin oder Detroit klingen wollte. Nucleya machte Bass Music massentauglich, aber eben nicht als Kopie. Er verstand, dass Indien nicht nur einen Clubsound brauchte, sondern einen Wiedererkennungseffekt: laut, bunt, direkt, manchmal vulgär, oft unwiderstehlich. Nächsten Monat geht es weiter Richtung Gegenwart!

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