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Philipp Johann Thimm öffnet "The Red Door"

Philipp Johann Thimm (selbststilisiert: alles in Capslock) ist ein ungewöhnlich schrecklicher Künstlername. "PJ & T" läge meiner Meinung nach viel näher. Aber nun gut: Philipp Johann Thimm ist so ein Name, den man in der elektronischen Musik vermutlich häufiger gehört hat, als man denkt. Als Cellist, Multi-Instrumentalist, Produzent, Arrangeur und Mitautor stand er lange nicht im Vordergrund, war aber an ziemlich vielen Stellen dort, wo elektronische Musik nicht nur programmiert, sondern gebaut wird: im Studio, auf der Bühne, in Ensembles, in Bands, an der Schnittstelle zwischen Maschine und Körper.

Am bekanntesten ist seine Arbeit mit Apparat. An "LP5" war Thimm beteiligt, jenem Album, das 2020 für einen Grammy als bestes Dance-/Electronic-Album nominiert wurde. Auch beim aktuellen Apparat-Album "A Hum Of Maybe" gehört er wieder zum Kernteam. Wer diese Musik kennt, versteht sofort, warum Thimm spannend ist: Bei ihm klingen Streicher nie wie nachträgliche Dekoration, sondern wie ein Teil der Elektronik selbst. Die akustischen Elemente kommen nicht oben drauf, sie sitzen im Maschinenraum.

Mit "The Red Door" veröffentlicht Thimm nun sein zweites Soloalbum auf Monkeytown. Solo ist daran allerdings vor allem der Name auf dem Cover. Die Platte ist ein Gemeinschaftsraum: KOKA, Jamal Dilmen, Raz Ohara, Aska Matsumiya, Ela Puc und s.0.d. tauchen auf, dazu Drums, Violine, Oboe, Saxofon, Stimmen, Fragmente. Das klingt nach viel Betrieb, aber offenbar nicht nach Überfüllung. Eher nach einer offenen Tür, hinter der Club, Kammermusik, Pop und Erinnerung gleichzeitig stattfinden dürfen. Ziemlich eigen, ziemlich gut.

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