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Men Machine – beide taugen sie nichts

David Guetta und Marten Hørger haben als Men Machine eine EP gemacht, die schon mit ihrem Namen in Richtung Kraftwerk winkt. Man sieht die Pose sofort: Mensch, Maschine, Rave, Dunkelheit, Zukunft, Kontrolle. Nur leider klingt die Platte nicht wie ein Risiko, sondern wie ein Produkt, das vorher durch acht Festival-Testläufe, drei Management-Meetings und ein Spinnin'-Freigabeformular musste. Fünf Tracks, knapp vierzehn Minuten: "The Past, The Present, The Future", "PWR" mit SNAP!, "Engage" mit Vitalic, "Hey You" und ein Men-Machine-Rework von "Babylon" mit Congorock und KENZ. Schon diese Gästeliste erzählt das ganze Problem. SNAP! sollen Dance-Historie liefern, Vitalic soll elektronische Schärfe beglaubigen, Congorock soll altes Festival-Geballer in die Gegenwart ziehen. Es ist Popkultur als Ersatzteillager. Alles wird korrekt montiert, aber nichts lebt und der Anteil der Gäste ist kaum spürbar, man merkt ja den Marten nicht mal raus.

"The Past, The Present, The Future" macht als Opener sofort klar, wohin die Reise geht: großes Ansageformat, Countdown-Gefühl, Club als Produktpräsentation. Das ist nicht schlecht gebaut, aber genau darin liegt die Ödnis. Jede Bewegung zielt schon auf den Moment, in dem ein sehr großer DJ mit sehr teurem Licht die Arme hebt. "PWR" will mit SNAP! an die alte Eurodance-Machtsteckdose, bekommt aber vor allem ein Logo in den Track geklebt. "Engage" hat mit Vitalic wenigstens den interessantesten Namen an Bord, aber auch hier wird die Härte so lange glattgezogen, bis sie in jede Mainstage-Kurve passt. Aus Gefahr wird Bedienoberfläche.

"Hey You" ist dann der Moment, in dem die EP endgültig merkt, dass sie außer Haltung nicht wahnsinnig viel zu sagen hat. Ein Ruf, ein Druck, ein funktionaler Drop, fertig. "Babylon" im Men-Machine-Rework soll zum Schluss noch einmal rohe Energie behaupten, wirkt aber eher wie ein alter Festival-Panzer, dem man eine Cyberpunk-Folie übergezogen hat. Alles ballert, alles blinkt, alles ist sofort verständlich. Genau deshalb bleibt so wenig hängen. Das Ärgerliche ist: Diese EP funktioniert vermutlich. Sie ist zu professionell, um wirklich zu scheitern. Sie wird in großen Sets nicht peinlich auffallen, sie wird Übergänge tragen, sie wird Shazam-Momente erzeugen, sie wird auf Screens gut aussehen. Aber als angeblicher Gegenentwurf zu festgefahrener Dance-Musik ist sie ein Witz. Men Machine klingt nicht nach Befreiung aus der Formel, sondern nach Formel mit schwarzem Rollkragen.

Nach dieser Scheiße müssen wir ein wenig echte Musik hören: Mike D, meine Damen und Herren.

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