StubHub startet FestProtect: Die Misstrauensversicherung für Festivals
Früher kaufte man Festivaltickets. Heute kauft man Festivaltickets plus Misstrauensversicherung. StubHub hat mit "FestProtect" ein eigenes Programm für Festivalprobleme gestartet: Wetterabsagen, kurzfristige Artist-Ausfälle, überlappende Setzeiten, zu lange Schlangen, zu volle Gelände, blockierte Sicht. Also im Grunde: das ganz normale Festivalerlebnis, nur jetzt als Claim-Formular.
Ganz Versicherung ist das nicht. StubHub nennt FestProtect eine Erweiterung seiner "FanProtect Guarantee", und eine Entschädigung ist nicht garantiert. Wer betroffen ist, soll Belege einreichen können: Foto von der Menschenmasse, Screenshot kollidierender Timetables, Nachweis der Absage. Danach entscheidet das System offenbar, ob es künftige Tickets, Upgrades, Rewards oder andere Kompensation gibt. Kapitalismus ist, wenn selbst die Warteschlange noch in Tiers eingeteilt wird. Der arme Algorithmus bekommt sicherlich viele Kotz- und Dick-Pics hochgeladen.
Trotzdem ist FestProtect ein schönes Symptom. Festivals sind heute keine charmant-chaotischen Wochenenden mehr, sondern teure Mini-Urlaube mit Reiseplanung, Unterkunft, Merch, Getränkepreisen und Wetterlotterie. Wenn dann der Headliner absagt, der Schlamm kommt oder der Lieblingsact genau gleichzeitig mit dem anderen Lieblingsact spielt, ist das nicht mehr nur "Pech gehabt". Es ist ein Konsumentenproblem mit Ticketnummer. Man muss StubHub dafür nicht lieben. Aber man muss anerkennen: Die haben den Zeitgeist verstanden. Wo früher "See you in the mud" stand, steht heute: "Bitte laden Sie einen Nachweis Ihrer Enttäuschung hoch."
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