GÖRL: DAF-DNA, aber kein Museumsbetrieb
Am 29. Mai erschien "Dark Silver Moon Light", das erste Album von GÖRL, dem gemeinsamen Projekt von Robert Görl und Sylvie Marks. Das klingt auf dem Papier fast zu symbolisch: hier der DAF-Mitgründer, dort die DJ- und Produzentin, einst erste und einzige weibliche Resident-DJ im Frankfurter Dorian Gray. Zwei Biografien, die tief in der elektronischen Musik stecken, aber offenbar keine Lust haben, daraus nur ein Traditionsabzeichen zu machen.
Genau das ist der interessante Punkt an GÖRL. "Dark Silver Moon Light" denkt DAF hörbar mit, aber nicht als Denkmalpflege. Die Stücke tragen diese alte Härte in sich: reduzierte Sequenzen, trockene Körperlichkeit, klare Ansagen, kein Zierrat. Gleichzeitig wirkt das Album nicht wie ein "Früher war mehr Strom"-Abend für EBM-Nostalgiker. Schon die erste Single "Irgendwann Ist Jetzt" formuliert das Programm ziemlich deutlich: nicht verschieben, nicht verwalten, nicht auf bessere Umstände warten. Schön so, weitermachen.
Noch keine Kommentare