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Tiësto bekommt Millionen wegen falscher Steuerberatung

Tiësto hat vor dem Amsterdamer Berufungsgericht rund 14,5 Millionen Euro zugesprochen bekommen, weil ihn falsche US-Steuerberatung teuer zu stehen kam. Das ist vielleicht der schönste High-End-DJ-Gossip des Monats: kein Backstage-Streit, kein Hotelzimmer, kein verschwundener USB-Stick, sondern die Frage, wie viele Tage ein Weltstar in den USA verbringen darf, bevor aus Jetset plötzlich Steuerwohnsitz wird. Das Weiterlesen könnt ihr euch versüßen mit einer Auswahl seiner besten Songs – neben viel Müll machte der Mann schon auch gute Musik.

Der Fall geht auf 2012 zurück. Tiësto verbrachte damals offenbar zu viele Tage in den USA und wurde dort steuerlich ansässig. Ein Steuerberater der Kanzlei Greenberg Traurig soll ihn darüber falsch beraten haben, die US-Steuererklärungen wurden fehlerhaft abgegeben, 2018 flog das Problem auf. Danach zahlte Tiësto zusätzliche Steuer und Strafe. Die erste Instanz meinte noch: falscher Rat ja, aber kein ersatzfähiger Schaden. Das Berufungsgericht sah es anders: Bei richtiger Beratung hätte Tiësto seine Reisetage anders organisiert und die US-Steueransässigkeit vermieden.

Das ist ein herrlich moderner Superstar-Moment. Früher stellte man sich das DJ-Leben als Folge aus Privatjets, Lasern, Champagner und Hotelbalkonen vor. In Wahrheit beginnt der teuerste Drop manchmal nicht bei 128 BPM, sondern in einer Excel-Tabelle mit Aufenthaltstagen. Der Feind des globalen Dancefloor-Millionärs ist nicht mehr der schlechte Monitor-Sound, sondern der "Substantial Presence Test".

Natürlich kann man darüber lachen. Aber die Geschichte sagt auch etwas über die Größenordnung der elektronischen Pop-Ökonomie. Bei Tiësto geht es nicht mehr um Clubgagen, sondern um internationale Konzernlogik im Körper eines DJs: Wohnsitz, Tourkalender, Kanzleihaftung, US-Fiskus, Berufung, Schadensersatz. EDM als globalisierte Dienstleistungsindustrie, nur mit Pyro.

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