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Juno Download macht dicht: Tschüss, WAV-Kaufhaus

Juno Download ist weg. Nicht langsam abgewickelt, nicht mit Abschiedsnewsletter, nicht mit "Last Chance"-Sale, sondern einfach: Licht aus. Seit 2006 war die Plattform einer dieser Orte, an denen man als DJ noch das Gefühl hatte, Musik wirklich zu kaufen: WAV, AIFF, MP3, rein in den Ordner, sauber benennen, Backup machen, fertig. Ein sehr unsexy, aber sehr funktionierendes Stück Clubkultur.

Natürlich bleiben Beatport, Traxsource und Bandcamp. Und natürlich ist Vinyl-Juno, also Juno Records, nicht betroffen. Aber trotzdem fühlt sich das nach einem Schnitt an. Juno Download stand für die mittlere Welt zwischen Streaming-Nebel und Vinyl-Fetisch: digitale Spezialläden, Genre-Unterkategorien, obskure Label-Releases, funktionale Musik für Menschen, die am Wochenende nicht "Play" drücken, sondern Übergänge bauen.

Jetzt verschwindet wieder so ein Regal aus dem Netz. Die Dateien bleiben bei bisherigen Käufern offenbar abrufbar, neue Käufe sind vorbei. Das ist immerhin anständig, aber trotzdem traurig. Denn mit solchen Läden verschwindet nicht nur ein Vertriebskanal, sondern auch eine Art Ordnungssystem. Früher hieß Diggen: durch Plattenkisten blättern. Dann hieß es: nachts durch Juno klicken. Bald heißt es vielleicht nur noch: hoffen, dass der Algorithmus gerade nicht auf Wellness-House macht. Wir hören zum Trost gute Musik von Sueter7:

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