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#metoo im Hard Techno, Part I

Zu einer ganz besonders seltsamen Vermischung von Dingen, Vorwürfen, Tatbeständen, Vendetta-Motiven kam es in den letzten Wochen im Hard Techno (Genrebezeichnung natürlich schwammig und in Frankreich oft anders verstanden als bspw. in den USA). Der IG-Account bradnolimit veröffentlicht nach eigener Aussage authentische Informationen über verschiedenste Vorwürfe sexuellen Fehlverhaltens in der Hard Techno-Branche. Mehrere DJs der Pariser Agentur Steer Management, die vor allem Hardtechno-Künstler bucht, sollen sich sexuell übergriffig gegenüber ihren Fans verhalten haben. Brad führt prominente Namen an: Shlømo (weshalb Shlohmo sich vielleicht einen neuen Alias zulegen sollte), Basswell, Odymel, Fantasm, auch der Deutsche DJ CARV. Strafrechtliche Ermittlungen laufen keine, und vieles scheint moralisch zweifelhaft oder geschmacklos, aber offenkundig nicht justiziabel.


WDR über BR bis hin zu diversen Tageszeitungen interessieren sich vor allem dafür, dass Brad wie ein ziemlicher Fatzke auftritt und recht offensichtlich aus gekränkter Eitelkeit über seine eigene Entlassung handelt. Das ist mir ehrlich gesagt wurscht, ich muss den Typen ja nicht mögen, wenn die Infos trotzdem wertvoll wären. Ob das der Fall ist, muss jeder für sich entscheiden. Es ist jedenfalls keine neue Erkenntnis, das vom heimischen Wohnzimmer bis zum Gefängnis (meist einzeln handelnde, aber sehr viele) Männer empirisch-historisch schon immer Machtgefälle für sexuelle Gewalt ausgenutzt haben. Dass das in einem drogenaffinen Umfeld mit wenig Licht und viel Körperkontakt anders sein sollte, wäre eine historische Anomalie galaktischen Ausmaßes.


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