Was ist Unheilig bitte für ein kurioses "Ferner liefen" der deutschen Musikgeschichte? Da ist also dieser Typ, der sich "der Graf™" nennt, der zumindest mal so etwas wie ein semikredibiler Grufti war und gar über Sachen wie Sex und Gewalt gesungen hat. Und dann hat er sich damit unsterblich gemacht, …
Nun ist die Musik nicht "beschissen". Das ist mein Punkt.
Eine 3/5 muss drin sein, alles andere kann ich nicht ernst nehmen. Auch unabhängig von der Tatsache, dass das vergleichsweise schwache "Zelluloid" hier mal eine 4/5 bekam, das muss man da gar nicht bedenken. Man muss es nicht abfeiern, aber es ist offensichtlich zu gut für einen Verriss.
Es würde mich stark wundern, wenn ein "Rezensent" von laut.de dem Album mehr als einen Stern zugesteht. Diese Plattform hat ihren festen Stamm Künstler, die grundsätzlich verrissen, beleidigt oder bestenfalls auch nur unterbewertet werden, egal was von denen kommt, und Unheilig (insbesondere der Graf selbst) gehören da definitiv in die Top Five der größten Hassobjekte.
Ich befürchte es. Gleichzeitig hoffe ich, dass die Rezension jemand schreiben darf, der Unheilig als Projekt und dieses Album wenigstens einigermaßen verstanden hat und nicht einfach die gleichen hohlen Bashing-Phrasen runterschreibt, nur weil das so einfach ist und bestenfalls noch mehr Interaktionen generiert. Letzteres ist wohl auch gar nicht so notwendig. Kommentiert wird ja jetzt schon - und dabei hab ich mir die Ausgangsfrage zu stellen gespart ...
Meine Wertung ist jedenfalls 4/5. Gemessen am tatsächlich eher schwachen Vorgänger (bis auf 3, 4 sehr gute Songs wirkt VMZM wie eine noch schnell mal produzierte Resteverwertung vorm Abschied), ist LGM musikalisch ein starkes Comeback und vor allem ein abwechslungsreiches Album. Bis auf einen Song gefällt es mir ansonsten sehr gut, ich bin jedenfalls durchaus positiv überrascht, weil meine Erwartungshaltung doch eher gedämpft war.
Ja KWTS, von hohlen Phrasen halten wir hier gar nichts...
"Ich nehm' das Leben in mich auf Wenn es sich zu mir verirrt Was ich fühle, jeder Augenblick Alles ist schon passiert Es gräbt sich ein, ich kann es spüren Wenn es sich und mich bewegt Dann bring' ich es in Wort und Ton"
Exakt. Dazu hat das Ding Anime-Opening-Vibes vom Feinsten. Absolut runde Nummer.
@Schwingster
Zwischen "häufig wiederholt"/"simpel" und "hohl" besteht ein Unterschied. : )
@Hearthammer78
Was ist dieser "eine Song"? "Photobuch" etwa? : D Yup, die Einschätzung zu "Von Mensch zu Mensch" teile ich weitgehend. Hatte genauso Potenzial wie "Gipfelstürmer", hätte ein runder Abschied werden können, aber dann kommt sowas wie der Refrain von "Der Sturm" ... Na ja. Bin froh, dass das neue Album so ein Brett geworden ist!
Zu VMZM: mir stieß auch die erneute Verwurstung kompletter Textblöcke älterer Lieder extrem sauer auf ("Tausend Rosen" ist's glaub ich), da es meiner Meinung nach keinerlei Mehrwert hatte oder gar als Neuinterpretation durchging, es war schlichtweg einfallslos. Und so mancher Song wirkte unfertig, oder wie von der Resterampe gegriffen, was halt so bei der Gipfelstürmer-Produktion wohl (zurecht) aussortiert wurde. War'n bisschen unwürdig als Schlussakt.
Ich lieb den Song. Hat musikalisch was von "Coldplay covern AURORA" und vom Grafen kommt das alles sehr authentisch und warmherzig rüber. Aber ich verstehe, wenn man es zu schlageresk findet.
Das "Feier dich"-Zitat in "Tausend Rosen" fand ich eigentlich nett. Aber ja. Der Rest stimmt. "Gipfelstürmer" hatte aber auch heftige Totalausfälle.
Jetzt haben wir schon fast 55 Wortmeldungen hier sowie aktuell eine 3-Sterne-Leserwertung (kann man eigentlich irgendwo sehen, wie viele Leute da abgestimmt haben?), aber immer noch keine Rezi. Ich finde es wirklich spannend, wenn es mal so herum läuft. Und nicht erst Redaktionswertung, die ich immer stark beeinflussend finde (das bleibt einfach nicht aus - besonders bei Verissen). Hoffe sehr, dass noch eine Rezi kommt. Ist nicht meine Musik, aber ich bin jetzt wirklich neugierig.
Jetzt ist sie ja endlich da die Rezi und YNK hat sich wieder mal ordentlich ins Zeug gelegt. Menschen - LEBEN - Tanzen - Welt ... Zack! Und schon sind es auch nur noch zwei Sterne in der Leserwertung.
"Brot und Spiele" klingt nach Gladiator-Soundtrack und "Spiegel" würde auch den späten Depeche Mode gut zu Gesicht stehen. Bitte vorher mal anhören, bevor man wieder die üblichen 1/5-Sprüche rausholt.
@KWTS Du meinstest 1100101 wie Euro-Dancer Kacke, oder? Bitte nicht Kraftwerk in einem Satz mit dem Grafen nennen... Das ist Blasphemie. https://youtu.be/iTjHXMsKaEs?is=iPNcdh0LNa…
Also du kannst von mir aus mit deinem halbgaren Grafen glücklich werden, für mich isser einfach geboren, um zu nerven und Ionen von Lichtjahren von Kraftwerk künstlerisch entfernt.
Der Kraftwerkvergleich Habe mal durchgeübersprungen bis zu dem Sang, der ist textlich ja mal extrem platt. Gut oder schlecht? Ist halt Schlager. Bin in dem Genre kein Experte, würde sagen es ist ziemlich mittelmäßig.
Rammstein passt von der Intonation und der Emotionalität. Oder ganz besonders, wenn man sich die (sehr gute) Frankenstein Version reinzieht.
Aber Kraftwerk haben nun auch wahrlich nicht mit jedem Text große Lyrik geliefert. Ich schreibe in erster Linie deshalb "fast", weil die Emotionalität nicht so recht zu ihnen passt, aber wenn man wirklich ehrlich ist, würde der Text ansonsten nicht negativ in deren Schaffen auffallen.
Ich bin ehrlich gesagt wenig vertraut mit dem d'Oeuvre von Kraftwerk, das was ich kenne ist jedoch wesentlich anders als dieser Song. Vollkommen ohne das zu werten, der Text hier geht entsprechend der Ästhetik auch lyrisch stark in Richtung Caspar David Friedrich, während Kraftwerk eher in Richtung später Picasso geht. Romantik vs Dada. Ich mag Romantik halt nicht. Aber hat mich dazu gebracht Werk von Künstlern zu trennen und mir doch mal Kraftwerk anzuhören, bisher hatte mich deren Stance on Sampling hart davon abgehalten da zu diggen.
Hmja. Ich kenne da wahrscheinlich ein gutes Stück mehr.
Wie gesagt - ich schrieb "fast". Ach ja, wer mal 'nen guten Lacher haben will, ich kann wirklich nur empfehlen, mal die Frankenstein Version zu hören. Falls man jemanden kennt, der die Deluxe Version vom Album hat (die auch einiger Demoversionen wegen, etwa von "Liebe", sehr empfehlenswert ist). Man will es dem Grafen irgendwie ständig absprechen, aber der Typ hat einen Humor und eine Selbstironie, das ist herrlich. So albern, dass es wieder genial ist.
"Aber Kraftwerk haben nun auch wahrlich nicht mit jedem Text große Lyrik geliefert..." Es geht bei dem minimalistischem Ansatz von Kraftwerk um bewusste Reduktion der Lyrics, um möglichst Roboter-Haft Computer-Haft zu klingen...unter Berücksichtigung des jeweiligen Zeit-Kolorits, künstlerisch bahnbrechend... Dieser Vergleich hinkt ebenso, weil beim Grafen hört sich eher alles nach dem good-old-einheits-erfolgsbrei an: Vergleiche zuHerzbeben, lass uns leben...lalala und Menschen Leben Tanzen Welt lalala ... Selbst dieses Ki0101100011 Nur mal so.
"Man will es dem Grafen irgendwie ständig absprechen, aber der Typ hat einen Humor und eine Selbstironie, das ist herrlich. So albern, dass es wieder genial ist."
Warum ist der Graf bei den Abbildungen zu Album und Single-Auskopplungen klein mit Koffer abgebildet, mit teils sehr bunten, teils dunklen Ballons? Warum wird ein Kinderchor eingesetzt? Warum existieren Musikvideos wie die zu "Geboren um zu leben" und "Winter"? Warum sind die Texte vom Grafen oft von Naivität, Fantasie und Schlichtheit durchzogen (man höre "Spielzeugmann" aus der "Puppenspiel"-Ära), obwohl der Mann auch anders kann?
Es ist echt nicht so schwer, das Projekt zu verstehen. Für mich stehen Menschen, welche die Musik von Unheilig als "Gothic-Schlager" bezeichnen, auf einer Stufe mit denen, für die Air "belanglose Fahrstuhlmusik" machen. Und dementsprechend ist "Liebe Glaube Monster" nach "Moon Safari" das zweite Album, von dem ich sage: Hätte ich gern selbst gemacht.
Mir ist schon klar, worauf du hinaus willst KTW. Das kokettieren mit Images und eine versteckte dunkle Seite des Grafen, der aber auch anders kann... Ja und Thomas ist eigentlich auch Anders oder heißt jetzt Anders. Und im Herzen ist das Gräfchen sicher kein Schlageronkel sondern ein Gothik-Rocker ... Kannst du ja gern glauben und auch andere davon versuchen zu überzeugen, dass die die wahre Ironie dahinter einfach nicht sehen bzw. checken... Klappt halt hier bei Laut bislang überwiegend so semi-gut,hm ? ...und lass mich raten, in anderen Foren erkennen auch so viele den wahren Grafen nicht, verdammich aber auch! Sei bloß nicht traurig, wenn halt beim nächsten Konzert 99,97% von stereotyp-Opel Corsa c Fahrer*innen neben dir stehen, die auch nur geboren sind, um zu nerv.. ähhh Leben
In diesem Fall bevorzuge ich die Unwissenheit für den Rest meines Lebens. Aber danke für's Gespräch, ehrlich. Der Graf und du haben mich schließlich dazu gebracht in übliche Capslockerische, Schwingerische Lautuser-Diskussionsragism-muster zurück zu fallen. Danke für die Erkenntnis, ich fühle mich aber auch nun ein wenig schmutzig.
Kleiner Tipp aber trotzdem noch zum Abschluss, ob du drüber nachdenken willst oder nicht, bleibt dir freilich überlassen: Ich halte Unheilig weder für eine Gothic- noch für eine Schlagerband.
"Warum ist der Graf bei den Abbildungen zu Album und Single-Auskopplungen klein mit Koffer abgebildet, mit teils sehr bunten, teils dunklen Ballons? Warum wird ein Kinderchor eingesetzt? Warum existieren Musikvideos wie die zu "Geboren um zu leben" und "Winter"? Warum sind die Texte vom Grafen oft von Naivität, Fantasie und Schlichtheit durchzogen (man höre "Spielzeugmann" aus der "Puppenspiel"-Ära), obwohl der Mann auch anders kann?" Viele Fragen KWTS, aber keine Antworten. Schreib doch mal eine eigene Rezension für uns.
Ach, egal einer geht noch: Wer hat mehr Comebacks wie Howie Carpendale und die Scorpions zusammen? Jedoch weniger Profil als die dazugehörige Neurose? Und wie viele Menschen auf der Welt können mit diesem Hintergrundwissen 1+1 zusammenzählen?
Es ist doch vollkommen egal, ob das Gothic, Schlager oder Schlagergothic ist. Das ist einfach komplett generische Scheiße für Leute, die zu Hause sehr wahrscheinlich Wandtattoos von Obi haben.
Willst Du irgendwie darauf hinaus, dass er ein großer Dude in der schwarzen Szene, aber innerlich noch immer Kind geblieben ist und das nun künstlerisch darstellen will?
Bin wirklich gespannt auf des Rätsels Lösung - fuchst mich!
Immer wieder amüsant, wie sich Hobby-Profiler wie du die Fans und Hörer solcher Künstler vorstellen und damit lediglich ihren mit Vorurteilen belasteten Charakter bloßlegen.
Das Letztere (innerlich Kind geblieben und das künstlerisch darstellen wollen) ist richtig. Bingo!
Einer der Hauptgründe, weshalb ich den Mann feiere, seit ich fünf bin, und mich sehr mit ihm und dem, was er tut, identifizieren kann, obwohl ich weder mit der "schwarzen Szene" noch mit "Schlager" je viel anfangen konnte.
Ist keine Darstellung. Ich stottere zwar nicht, bin aber Autist*in, unter anderem mit Hyperlexie, Sozialphobie und selektivem Mutismus. In vielen Kindheitserfahrungen, die vom Grafen so geschildert werden, und auch in seinem Auftreten und eben dem, was er künstlerisch tut, find ich mich tatsächlich wieder. Und ja, ich war 2016 beim Konzert. Vom neuen Album hab ich tatsächlich die Graf Edition bei mir liegen. Ich bin sehr großer Fan seit 2010 und die Musik hat mir lange Zeit viel geholfen.
Das tut jetzt auch das neue Album. Es gab in den letzten Jahren nicht einen Tag, an dem sich mir keine, ich sag's mal so, "unguten" Gedanken aufgedrängt hätten. Seit dem letzten Donnerstag, an dem ich hauptsächlich vorfreudig ob des Erscheinens von "Liebe Glaube Monster" war, habe ich diese Gedanken überhaupt nicht mehr. Seitdem das Album erschienen ist, schlafe ich auch besser. Das ist kein Witz. Das mag nicht am Album allein liegen, aber es hat einen großen Anteil daran.
Ich denke, das ist Alles was ihn halt so bewegt. Die Eckpfeiler des Lebens, über die wir uns gerne - oft auch unbegründet - den Kopf zerbrechen. Aber auch den Sorgen sollte man mal eine Bühne geben, ob unbegründet oder nicht.
Ich bin zwar noch nicht so lange auf diese Seite unterwegs, aber ich frage mich, wieso man hier überhaupt Schlagermusik rezensieren sollte. Der Graf Zahl hat sich für das ZDF Fernsehgarten und das Musikantenstadl entschieden, also soll er auch von denen rezensiert werden
"Ob man diesen Tiefpunkt hier wieder überbieten wird? Man könnte zum Beispiel dem Grafen den Tod wünschen. Mal wieder."
- Jo, wäre hier ja nicht das erste Mal.
Dafür, dass Unheilig manchen sogenannten Rezensenten als künstlerisch furchtbar und/oder hoffnungslos irrelevant erscheint, vergeuden sie erstaunlicherweise jede Menge Zeit und Herzblut in ihre endgeilen Pseudo-Verrisse.
Die "Rezension" bei Plattentests ist dermaßen abenteuerlich überspannt und idiosynkratisch aufgebläht, dass es schon wieder amüsant ist. Ich habe jedenfalls sehr gelacht!
Da wird es laut.de aber mal richtig schwer haben, das noch zu toppen! Ich erwarte großes Kino, bin gespannt ob sich noch jemand hier dieser Herausforderung stellt.
Zumindest macht der Graf keinen Hehl daraus, dass er Schlager macht. Muss ich ihm zu Gute halten. Gibt schon schlimmere Kandidaten für einen 1/5-Verriss. Mono Inc. zum Beispiel.
Das zumindest ist eben ein Punkt. Hat was Entwaffnendes.
Und ja, bei Mono Inc. würd ich die 1/5 auch zücken. Hier wäre das aber hart fragwürdig. Find ich.
"Lustigerweise" verabscheue ich so gut wie alles, was sich Schlager schimpft, Menschen, die ich kenne, ebenso, aber auf das Album können wir uns gerade einigen. Muss, wenn man es dem Genre zuordnen will (was ich nicht mache), dort ja eine Wahnsinnsplatte sein.
Okay, den Punkt zieh ich zurück. Dann muss ich dir ja hoffentlich bald m Gegenzug nicht erklären, wie durchschaubar dein Strohmann bzgl. der Rezensenten ist.
Auf die offensichtlich beabsichtigte Ambiguität ein aufrichtiges Hatte die Band als größtenteils harmlosen Rock/Gothicschlager abgelegt, aber deren fortwährenden Flirt mit der Rammsteinästhetik könen sie sich herzlichst wohin stecken.
Da seh ich nichts beabsichtigt. Gerade in Verbindung mit früheren Texten "Heimatstern", "Sonne" und "Heimatlos" ganz authentisch, hätte bei Grönemeyer keinen gejuckt.
Habe zufällig gestern einen C-Corsa rot mit blutrotem Heckscheibenaufkleber 'Unheilig' parken gesehen. Wahrscheinlich is ein 1.2L Motor drinnen, aber die Optik macht auf GSi... Ein Schelm, wer da i-welche Rückschlüsse zieht
Können sie, aber die Vereinnahmung geht so gut wie überall, wenn man nicht alle Latten am Zaun hat. Darauf wollte ich mit der Grönemeyer-Anmerkung auch hinaus, die ich insofern nicht für einen Whataboutism halte.
Hast recht, AfD-Wähler könnten sich ja alles tätowieren, auch vermeintlich unpolitische Lyrics, da könnten Künstler*innen nicht unbedingt was für. Wenn man aber derart mit völkischen Plattitüden spielt, holt man halt willentlich das entsprechende Klientel mit ab. Und das ist zum Kotzen. Selber Punkt bei Santiano: Da haben sich manche Verteidiger immer beeilt zu erwähnen, dass die Band eigentlich pazifistisch sei. Trotzdem holt sie mit ihrer Fetischisierung von Krieg halt auch dumpfe kriegsbegeisterte Faschos mit ab, auch wenn sie sich vordergründig davon distanziert. Würg!
"Erst ist da dieses Cover, das aussieht, als hätte ein mittelmäßiges Rollenspiel Banksy für den Auswahlbildschirm rekrutiert, ob dein Charakter jetzt Extraleben oder Extraschaden kriegen soll."
Richtig - konzeptionell wurde hier schamlos vom 2006 erschienenen "Glaube, Liebe, Tod" Album geklaut. Davon einmal abgesehen, haben Oomph! dann auch gleich 2008 das Album "Monster" rausgebracht. Was hier dann gleichmal genauso als Songtitel auftaucht, wie wir auf Oomph! Alben auch schon Kinderstimmen gehört haben (Augen auf z.B.). Da hat einer gedacht, die Oomph! Jungs waren doch schonmal mit was ähniichem sehr erfolgreich, was mir grade so vorschwebt. Leider war zu dem Zeitpunkt als "Glaube, Liebe, Tod" veröffentlicht wurde, deren richtig zwingend gute Phase auch schon wieder vorbei. Hat er nicht gemerkt, der Graf!
Ihr habt mich jetzt schon neugierig gemacht, ihr alle, und die Rezi macht ja auch Laune und so habe ich tatsächlich mal reingehört und... Nunja... Also ich hatte vorher tatsächlich noch nie was von dem gehört außer dem einen riesen Hit, wo es um das Wunder der Geburt ging und... also das hier changiert in meinen Ohren tatsächlich zwischen ASP in schlecht, Rammstein in schlecht und Santiano. Was insgesamt eine wirklich, wirklich seltsame Mische ergibt
Rammstein is ne Band mit kitschigen deutschsprachigen Texten, stampfender Rhythmik und nem Frontmann mit Überlegenheitskomplex, und Unheilig ist...irgendwas anderes.
Wo haben Unheilig einen "Frontmann mit Überlegenheitskomplex"? Wo ist bei Unheilig Provokation massiver Bestandteil der Bandidentität? Beide Bands spielen mit Kontrasten, aber mit anderer Intention und Wirkung. Natürlich gibt es Parallelen, da Rammstein Inspiration für den Grafen waren, aber halt nur eine von vielen.
Die ganze Rezension ist eine einzige Peinlichkeit. Und dabei stimmt es, dass er auffällig oft das Wort "Leben", welches ausnahmsweise mal in keinem Songtitel auftaucht, verwendet. Hört man etwa die Demoversion von "Mein Löwe", fällt auf, dass das teils nachträglich passiert.
Der satirische Charakter von "KI - 01001011 01001001" wurde offensichtlich auch nicht bemerkt.
Der Spruch zum Cover schafft es, gut und zugleich Grütze zu sein.
Und "billig" klingt "Photobuch" nun wirklich nicht. Isses kitschig, isses seicht? Ja. Aber nicht "billig".
Ansonsten, wieder mal Unheilig rezensiert, ohne das Projekt verstanden zu haben. Nach dem Video zu "Geboren um zu leben" von Kontra K musste ich hier nur lesen, wer es verbrochen hat, und es war klar, hier kommt nix Sinnvolles raus.
Interessant übrigens, dass mein Lieblingssong des Albums, "Monster", hier als Highlight durchgeht, von Plattentests aber gar nicht erwähnt wurde, wo andere Songs als Highlights galten.
Ich könnte hier einige Beispiele für englische Textzeilen nennen, an denen sich hier keiner stört und die vom Grafen nun wirklich an keiner Stelle unterboten werden. Allein, ich lasse es und verweise nur auf "Orange County" von den Gorillaz.
Tatsächlich stört sich eben keiner dran, zumindest habe ich das weder in Rezensionen gelesen noch in Kommentaren. Mich stört es auch nicht. Es ist kein Whataboutism, wenn ich kritisiere, dass etwas, was im Pop völlig normal ist und Daseinsberechtigung hat, hier sehr exklusiv bemängelt wird.
"zumindest habe ich das weder in Rezensionen gelesen noch in Kommentaren."
Dass bedeutet nicht, dass sich niemand daran stört.
"Es ist kein Whataboutism"
Doch, ist es.
"was im Pop völlig normal ist und Daseinsberechtigung hat, hier sehr exklusiv bemängelt wird."
Schlechte Texte wurden und werden hier dauernd kritisiert. Und auch wenn dem nicht so wäre - Phrasendrescherei bleibt Phrasendrescherei, egal ob sie im Pop dazu gehört oder nicht.
Nicht nötig. Da langt das Sparsamkeitsprinzip - wenn du sagst, abgesehen von Unheilig hätte sich niemand in irgendeiner Rezension oder Kommentarspalte auf laut.de neagtiv über Lyrics geäußert, liegst du falsch, Punkt.
Ich hab's prophezeit, und das war wirklich keine Überraschung - laut.de ist, was Bewertungen betreffen, für so manche Künstler absolutes Feindgebiet. Da kann der betroffene Musiker raushauen was er will, es ändert nichts. Aber immerhin: keine Angriffe und Abwertungen gegen Fans in der Rezension, und der Graf selbst kommt, gemessen an früheren Kritzeleien auf diesem Portal, auch noch überraschend gut davon und darf weiterleben, ist doch positiv, dass der Rezensent keinerlei Todeswünsche absondert wie der eine oder andere morbide, unteriridsche Rezensent zuvor.
Ich teile die Ansichten und Kritiken des Rezensenten auch nicht in vielen Punkten und finde das Album absolut unterbewertet. Ist halt seine Meinung, die ich zur Kenntnis nehme, die aber an meinen Eindrücken und Bewertungen nichts ändert.
Phrasendrescherei á la "Menschen Leben Tanzen Welt" abzulehnen, macht einen nicht zum Zyniker; englischsprachige Plattitüden sind genauso bieder wie deutsche, und ja der Rezensent hat das Projekt durchaus verstanden, aber er mag es nicht.
Deine ganzen Strohmänner erschöpfen sich langsam...
Natürlich sagt er das selbst und natürlich merkt es jeder. Kitsch kann nicht subtil oder verhohlen sein, das geht vollkommen entgegen der Intention von Kitsch.
Ist auch nichts dabei, sich dem Kitsch und der Theatralik zu bedienen. 90% aller im-weitesten-Sinne-Rockmusik wäre ohne dieses Dinge vermutlich undenkbar. Aber genau deswegen ist es easy zu verstehen, und der Yannick hat das Produkt Unheilig unter Garantie zur Gänze verstanden, das ist nämlich ein cleveres Kerlchen. Du verwechselt offenbar "Verstehen" mit Akzeptanz.
Gutes Album, das erste seit Große Freiheit, dass ich von vorne bis hinten durchhören kann. Henning und der Graf haben hier einfach Mal gemacht, worauf sie Lust hätten. Liebe Glaube Monster ist echt gut als Opener, Brot und Spiele ist überhaupt nicht vage und KI ist einfach ein richtiges zweite Gebot Flashback. Photobuch mag ich hingegen gar nicht. Die zwei Songs für seine Frau Du bist meine Heimat und vor allem Liebe finde ich entgegen meiner Erwartungen tatsächlich ziemlich stark. Die Rezension hingegen ließt sich irgendwie wie von einem Incel geschrieben, aber dass K-Pop Yannick eher auf fremdproduzierte Plastikmusik mit zappelnden operierten Koreanerinnen steht, ist ja nichts neues.
Als beschimpfendes ad hominem kann diejenige Argumentationsweise bezeichnet werden, bei der die Person des Streitgegners unmittelbar angegriffen wird, um alle ihre Behauptungen zurückzuweisen. Die Person wird als gänzlich ungeeignet dargestellt, sich an der Debatte zu beteiligen. Soviel dazu. Gern darfst du auf die Rezension in der "Bild" zugreifen, denn die ist sehr positiv. Wünsche dir viel Freude beim Lesen!
@Feli Welche Debatte denn? Ich dachte bei laut.de geht es darum, sich seine Meinungen auf möglichst rabiate Art und Weise um die Ohren zu hauen Gut, ich gebe zu, ich habe den Tonfall der Rezension nochmal unterboten, aber nicht um viel
@De_Chef Safe, der Tonfall der Rezension ist stellenweise auch durchaus unangenehm (und für Fans bestimmt wie eine Art Schlag in die Magengrube). Ich glaube aber inzwischen, dass man insbesondere die Rezensionen von YNK besser als literarische Kunstform namens "kreativer Verriss" betrachten und mit Humor nehmen sollte. Mit einer bierernsten Verteidigung des jeweiligen Künstlers kommt man hier sowieso nicht weit. Take it easy...
Zur Übersaturierung durch Benennung kann es ja nur kommen, wenn zu viele User Scheinargumente verwenden. Eine Übersättigung findet also bereits dort statt. De_Chef selbst hat übrigens ganz reflektiert und humorvoll reagiert. Du konstruierst also ein Problem, wo gar keins ist.
Letzteres sagtest du bereits und es ist sicherlich auch nicht falsch, wenn es stimmt, dass solche Termini hier ständig verwendet werden. Ich persönlich habe das aber zuvor noch nie gemacht und der Angesprochene wirkte auch nicht so, als würde er den verwendeten Terminus regelmäßig um die Ohren bekommen. Also alles gut gelaufen.
In der Sache meist richtig, doch zu frequentiert stumpft es den Gegenüber plus neutralen Leser in der Essenz nur ab. Und gerade hier gibt's Trippleaccounts galore. Daher, auch alles gut. Viel hilft nur nicht viel.
Ich musste mal im Radio während einer Autofahrt "Wunderschön" hören. Ganz schlimm. War noch nie so deprimiert nach einem Popsong aus der Konserve. Der Rest des Albums bleibt ungehört. Mucke für RTL II-Konsumenten und solche, die Heckscheibenaufkleber mit fragwürdigen Statements an ihren Fahrzeugen anbringen. Pfui Deibel
Deine Gefühlswelten seien dir gegönnt. Ich switch dann ab morgen mal bei RTL II rein und schaue, ob das inzwischen was für mich ist (bezweifele ich aber irgendwie). Montag hole ich mir dann diese Heckscheibenaufkleber. Wobei du schon etwas genauer sein musst, was für fragwürdige Statements du genau meinst, damit ich mir die passenden besorge.
Was ist Unheilig bitte für ein kurioses "Ferner liefen" der deutschen Musikgeschichte? Da ist also dieser Typ, der sich "der Graf™" nennt, der zumindest mal so etwas wie ein semikredibiler Grufti war und gar über Sachen wie Sex und Gewalt gesungen hat. Und dann hat er sich damit unsterblich gemacht, …
Wo bleibt denn die Rezi?
Ein guter Verriss will Weile haben...
Wenn's ein Verriss wird, kann es nicht gut sein.
Au contraire mon frère. Gute Verrisse zu beschissener Musik hat es hier schon oft gegeben.
Unser Sterne-Koch (SK) der Verrisse hat ja schon angedeutet, das Album gehört zu haben. Man kann also hoffen.
@Schwingster
Nun ist die Musik nicht "beschissen". Das ist mein Punkt.
Eine 3/5 muss drin sein, alles andere kann ich nicht ernst nehmen. Auch unabhängig von der Tatsache, dass das vergleichsweise schwache "Zelluloid" hier mal eine 4/5 bekam, das muss man da gar nicht bedenken. Man muss es nicht abfeiern, aber es ist offensichtlich zu gut für einen Verriss.
@ KWTS
Es würde mich stark wundern, wenn ein "Rezensent" von laut.de dem Album mehr als einen Stern zugesteht.
Diese Plattform hat ihren festen Stamm Künstler, die grundsätzlich verrissen, beleidigt oder bestenfalls auch nur unterbewertet werden, egal was von denen kommt, und Unheilig (insbesondere der Graf selbst) gehören da definitiv in die Top Five der größten Hassobjekte.
Who knows.
: )
Ich befürchte es. Gleichzeitig hoffe ich, dass die Rezension jemand schreiben darf, der Unheilig als Projekt und dieses Album wenigstens einigermaßen verstanden hat und nicht einfach die gleichen hohlen Bashing-Phrasen runterschreibt, nur weil das so einfach ist und bestenfalls noch mehr Interaktionen generiert. Letzteres ist wohl auch gar nicht so notwendig. Kommentiert wird ja jetzt schon - und dabei hab ich mir die Ausgangsfrage zu stellen gespart ...
Dieser Kommentar wurde vor 8 Tagen durch den Autor entfernt.
Meine Wertung ist jedenfalls 4/5. Gemessen am tatsächlich eher schwachen Vorgänger (bis auf 3, 4 sehr gute Songs wirkt VMZM wie eine noch schnell mal produzierte Resteverwertung vorm Abschied), ist LGM musikalisch ein starkes Comeback und vor allem ein abwechslungsreiches Album. Bis auf einen Song gefällt es mir ansonsten sehr gut, ich bin jedenfalls durchaus positiv überrascht, weil meine Erwartungshaltung doch eher gedämpft war.
Ja KWTS, von hohlen Phrasen halten wir hier gar nichts...
"Ich nehm' das Leben in mich auf
Wenn es sich zu mir verirrt
Was ich fühle, jeder Augenblick
Alles ist schon passiert
Es gräbt sich ein, ich kann es spüren
Wenn es sich und mich bewegt
Dann bring' ich es in Wort und Ton"
Darin beschreibt der Graf, wie der künstlerische Schaffensprozess eines Musikers abläuft. Nichts Schlimmes.
@pedrolino
Exakt.
Dazu hat das Ding Anime-Opening-Vibes vom Feinsten. Absolut runde Nummer.
@Schwingster
Zwischen "häufig wiederholt"/"simpel" und "hohl" besteht ein Unterschied.
: )
@Hearthammer78
Was ist dieser "eine Song"? "Photobuch" etwa?
: D
Yup, die Einschätzung zu "Von Mensch zu Mensch" teile ich weitgehend. Hatte genauso Potenzial wie "Gipfelstürmer", hätte ein runder Abschied werden können, aber dann kommt sowas wie der Refrain von "Der Sturm" ...
Na ja. Bin froh, dass das neue Album so ein Brett geworden ist!
@KWTS
"Was ist dieser "eine Song"? "Photobuch" etwa?"
Genau der. War wohl kein schwieriges Rätsel.
Zu VMZM: mir stieß auch die erneute Verwurstung kompletter Textblöcke älterer Lieder extrem sauer auf ("Tausend Rosen" ist's glaub ich), da es meiner Meinung nach keinerlei Mehrwert hatte oder gar als Neuinterpretation durchging, es war schlichtweg einfallslos. Und so mancher Song wirkte unfertig, oder wie von der Resterampe gegriffen, was halt so bei der Gipfelstürmer-Produktion wohl (zurecht) aussortiert wurde. War'n bisschen unwürdig als Schlussakt.
Ich lieb den Song. Hat musikalisch was von "Coldplay covern AURORA" und vom Grafen kommt das alles sehr authentisch und warmherzig rüber. Aber ich verstehe, wenn man es zu schlageresk findet.
Das "Feier dich"-Zitat in "Tausend Rosen" fand ich eigentlich nett. Aber ja. Der Rest stimmt. "Gipfelstürmer" hatte aber auch heftige Totalausfälle.
Jetzt haben wir schon fast 55 Wortmeldungen hier sowie aktuell eine 3-Sterne-Leserwertung (kann man eigentlich irgendwo sehen, wie viele Leute da abgestimmt haben?), aber immer noch keine Rezi. Ich finde es wirklich spannend, wenn es mal so herum läuft. Und nicht erst Redaktionswertung, die ich immer stark beeinflussend finde (das bleibt einfach nicht aus - besonders bei Verissen). Hoffe sehr, dass noch eine Rezi kommt. Ist nicht meine Musik, aber ich bin jetzt wirklich neugierig.
Also bitte, "Der Sturm" wird doch hier völlig willkürlich kritisiert?!
@Cole_Walker
Keine Ahnung, mich stört der Refrain sehr. Schade ob des Instrumentals.
Das Instrumental ist übrigends das Gleiche wie in "Funkenschlag" vom gleichen Album. Gibt's da keine Irritationen?
@Cole_Walker
Ist es nicht. Bei "Funkenschlag" find ich den Text übrigens noch schwerer erträglich, ein Song der Marke "Die Idee ist gut".
Jetzt ist sie ja endlich da die Rezi und YNK hat sich wieder mal ordentlich ins Zeug gelegt. Menschen - LEBEN - Tanzen - Welt ... Zack! Und schon sind es auch nur noch zwei Sterne in der Leserwertung.
"Brot und Spiele" klingt nach Gladiator-Soundtrack und "Spiegel" würde auch den späten Depeche Mode gut zu Gesicht stehen. Bitte vorher mal anhören, bevor man wieder die üblichen 1/5-Sprüche rausholt.
Yup. "Spiegel" hat auch ein bisschen Polo & Pan-Vibes und "Brot und Spiele" ist mit seinen dreieinhalb Minuten reichhaltiger als manche Alben.
"KI - 01001011 01001001" könnte fast schon von Kraftwerk getextet worden sein ...
"Brot und Spiele" klingt nach Gladiator-Soundtrack"
Also nach ne schamlosen Gustav Holst ripoff? Oder eher nach der einen Szene mit dem schamlosen Richard Wagner ripoff?
Jetzt hör es dir doch endlich mal an, Schwingi!
Nee nee, ungehört ist die Musik besser.
@KWTS Du meinstest 1100101 wie Euro-Dancer Kacke, oder? Bitte nicht Kraftwerk in einem Satz mit dem Grafen nennen... Das ist Blasphemie. https://youtu.be/iTjHXMsKaEs?is=iPNcdh0LNa…
@Lord Fentavinyl
Das kann man ja gar nicht vergleichen, bei dem Text. Auch wenn der Song für das, was er ist, bestimmt nett ist.
Nee, da ist mein Kraftwerk-Vergleich treffender. Da seh ich auch ehrlich keine Blasphemie.
Also du kannst von mir aus mit deinem halbgaren Grafen glücklich werden, für mich isser einfach geboren, um zu nerven und Ionen von Lichtjahren von Kraftwerk künstlerisch entfernt.
"geboren, um zu nerven"
@Lord Fentavinyl
Künstlerisch würde ich das nicht sagen. Von der Relevanz, vor allem von der Pionierarbeit her stimmt das aber natürlich.
Der Kraftwerkvergleich
Habe mal durchgeübersprungen bis zu dem Sang, der ist textlich ja mal extrem platt. Gut oder schlecht? Ist halt Schlager. Bin in dem Genre kein Experte, würde sagen es ist ziemlich mittelmäßig.
Wesentlich passenderer Vergleich wäre Rammstein.
@CAPSLOCKFTW
Rammstein passt von der Intonation und der Emotionalität. Oder ganz besonders, wenn man sich die (sehr gute) Frankenstein Version reinzieht.
Aber Kraftwerk haben nun auch wahrlich nicht mit jedem Text große Lyrik geliefert. Ich schreibe in erster Linie deshalb "fast", weil die Emotionalität nicht so recht zu ihnen passt, aber wenn man wirklich ehrlich ist, würde der Text ansonsten nicht negativ in deren Schaffen auffallen.
Ich bin ehrlich gesagt wenig vertraut mit dem d'Oeuvre von Kraftwerk, das was ich kenne ist jedoch wesentlich anders als dieser Song. Vollkommen ohne das zu werten, der Text hier geht entsprechend der Ästhetik auch lyrisch stark in Richtung Caspar David Friedrich, während Kraftwerk eher in Richtung später Picasso geht. Romantik vs Dada. Ich mag Romantik halt nicht. Aber hat mich dazu gebracht Werk von Künstlern zu trennen und mir doch mal Kraftwerk anzuhören, bisher hatte mich deren Stance on Sampling hart davon abgehalten da zu diggen.
Hmja. Ich kenne da wahrscheinlich ein gutes Stück mehr.
Wie gesagt - ich schrieb "fast".
Ach ja, wer mal 'nen guten Lacher haben will, ich kann wirklich nur empfehlen, mal die Frankenstein Version zu hören. Falls man jemanden kennt, der die Deluxe Version vom Album hat (die auch einiger Demoversionen wegen, etwa von "Liebe", sehr empfehlenswert ist). Man will es dem Grafen irgendwie ständig absprechen, aber der Typ hat einen Humor und eine Selbstironie, das ist herrlich. So albern, dass es wieder genial ist.
Das finde ich so genial an der Deluxe-Version von Unheiligs Liebe Glaube Monster!
@Gleep Glorp
Danke für den Schmunzler.
: )
"Aber Kraftwerk haben nun auch wahrlich nicht mit jedem Text große Lyrik geliefert..."
Es geht bei dem minimalistischem Ansatz von Kraftwerk um bewusste Reduktion der Lyrics, um möglichst Roboter-Haft Computer-Haft zu klingen...unter Berücksichtigung des jeweiligen Zeit-Kolorits, künstlerisch bahnbrechend...
Dieser Vergleich hinkt ebenso, weil beim Grafen hört sich eher alles nach dem good-old-einheits-erfolgsbrei an: Vergleiche zuHerzbeben, lass uns leben...lalala und Menschen Leben Tanzen Welt lalala ... Selbst dieses Ki0101100011
Nur mal so.
@Lord Fentavinyl
Sehr gut, den Ansatz von Kraftwerk also verstanden!
Irgendwann klappt das dann sicher auch bei Unheilig.
: )
Schlagereske Ironie kann ich auch mit viel Willen bei Unheilig nicht mal ansatzweise erkennen
"Man will es dem Grafen irgendwie ständig absprechen, aber der Typ hat einen Humor und eine Selbstironie, das ist herrlich. So albern, dass es wieder genial ist."
Yeah. Absolut.
@Lord Fentavinyl
Ich helfe gerne ein bisschen.
Warum ist der Graf bei den Abbildungen zu Album und Single-Auskopplungen klein mit Koffer abgebildet, mit teils sehr bunten, teils dunklen Ballons?
Warum wird ein Kinderchor eingesetzt?
Warum existieren Musikvideos wie die zu "Geboren um zu leben" und "Winter"?
Warum sind die Texte vom Grafen oft von Naivität, Fantasie und Schlichtheit durchzogen (man höre "Spielzeugmann" aus der "Puppenspiel"-Ära), obwohl der Mann auch anders kann?
Es ist echt nicht so schwer, das Projekt zu verstehen.
Für mich stehen Menschen, welche die Musik von Unheilig als "Gothic-Schlager" bezeichnen, auf einer Stufe mit denen, für die Air "belanglose Fahrstuhlmusik" machen. Und dementsprechend ist "Liebe Glaube Monster" nach "Moon Safari" das zweite Album, von dem ich sage: Hätte ich gern selbst gemacht.
Mir ist schon klar, worauf du hinaus willst KTW.
Das kokettieren mit Images und eine versteckte dunkle Seite des Grafen, der aber auch anders kann... Ja und Thomas ist eigentlich auch Anders oder heißt jetzt Anders.
Und im Herzen ist das Gräfchen sicher kein Schlageronkel sondern ein Gothik-Rocker ... Kannst du ja gern glauben und auch andere davon versuchen zu überzeugen, dass die die wahre Ironie dahinter einfach nicht sehen bzw. checken...
Klappt halt hier bei Laut bislang überwiegend so semi-gut,hm
?
...und lass mich raten, in anderen Foren erkennen auch so viele den wahren Grafen nicht, verdammich aber auch!
Sei bloß nicht traurig, wenn halt beim nächsten Konzert 99,97% von stereotyp-Opel Corsa c Fahrer*innen neben dir stehen, die auch nur geboren sind, um zu nerv.. ähhh Leben
@Lord Fentavinyl
Augenscheinlich weißt du EBEN NICHT, worauf ich hinaus will. Ich fass es nicht, dabei hab ich es so leicht gemacht.
In diesem Fall bevorzuge ich die Unwissenheit für den Rest meines Lebens. Aber danke für's Gespräch, ehrlich.
Der Graf und du haben mich schließlich dazu gebracht in übliche Capslockerische, Schwingerische Lautuser-Diskussionsragism-muster zurück zu fallen.
Danke für die Erkenntnis,
ich fühle mich aber auch nun ein wenig schmutzig.
: )
Kleiner Tipp aber trotzdem noch zum Abschluss, ob du drüber nachdenken willst oder nicht, bleibt dir freilich überlassen: Ich halte Unheilig weder für eine Gothic- noch für eine Schlagerband.
Vielleicht hilft das.
"Warum ist der Graf bei den Abbildungen zu Album und Single-Auskopplungen klein mit Koffer abgebildet, mit teils sehr bunten, teils dunklen Ballons?
Warum wird ein Kinderchor eingesetzt?
Warum existieren Musikvideos wie die zu "Geboren um zu leben" und "Winter"?
Warum sind die Texte vom Grafen oft von Naivität, Fantasie und Schlichtheit durchzogen (man höre "Spielzeugmann" aus der "Puppenspiel"-Ära), obwohl der Mann auch anders kann?"
Viele Fragen KWTS, aber keine Antworten.
Schreib doch mal eine eigene Rezension für uns.
Ach, egal
einer geht noch:
Wer hat mehr Comebacks wie Howie Carpendale und die Scorpions zusammen?
Jedoch weniger Profil als die dazugehörige Neurose?
Und wie viele Menschen auf der Welt können mit diesem Hintergrundwissen 1+1 zusammenzählen?
@Feli
Ich kann gern in zwanzig Jahren die Meilenstein-Rezension übernehmen, wenn man mich lässt.
: )
Mal schauen, wann ich hier mein Gesamturteil zum Album in den Faden packe.
@Lord Fentavinyl
Check ich nich'.
Es ist doch vollkommen egal, ob das Gothic, Schlager oder Schlagergothic ist. Das ist einfach komplett generische Scheiße für Leute, die zu Hause sehr wahrscheinlich Wandtattoos von Obi haben.
@Horst71
Bullshit. Bei mir hängen Pokémon-Poster an der Wand!
Willst Du irgendwie darauf hinaus, dass er ein großer Dude in der schwarzen Szene, aber innerlich noch immer Kind geblieben ist und das nun künstlerisch darstellen will?
Bin wirklich gespannt auf des Rätsels Lösung - fuchst mich!
@ Horst71
Immer wieder amüsant, wie sich Hobby-Profiler wie du die Fans und Hörer solcher Künstler vorstellen und damit lediglich ihren mit Vorurteilen belasteten Charakter bloßlegen.
@Duri
Das Letztere (innerlich Kind geblieben und das künstlerisch darstellen wollen) ist richtig. Bingo!
Einer der Hauptgründe, weshalb ich den Mann feiere, seit ich fünf bin, und mich sehr mit ihm und dem, was er tut, identifizieren kann, obwohl ich weder mit der "schwarzen Szene" noch mit "Schlager" je viel anfangen konnte.
"...weshalb ich den Mann feiere, seit ich fünf bin,..."
Sehr nice Performance insgesamt, chapeau!
Solange er in dem Alter keine Beatles- und Stones-Texte übersetzt hat ist es allenfalls mid.
@Hearthammer
Das sind keine Vorurteile sondern empirische Studien.
Pls Horst, mach dich nicht zum Otto.
@Duri
Was meinst du?
Na deine Darstellung des die hard fanboy since childhood hier. Kommt mir schon sehr rund vor insgesamt
@Duri
Ist keine Darstellung. Ich stottere zwar nicht, bin aber Autist*in, unter anderem mit Hyperlexie, Sozialphobie und selektivem Mutismus. In vielen Kindheitserfahrungen, die vom Grafen so geschildert werden, und auch in seinem Auftreten und eben dem, was er künstlerisch tut, find ich mich tatsächlich wieder. Und ja, ich war 2016 beim Konzert. Vom neuen Album hab ich tatsächlich die Graf Edition bei mir liegen. Ich bin sehr großer Fan seit 2010 und die Musik hat mir lange Zeit viel geholfen.
Das tut jetzt auch das neue Album. Es gab in den letzten Jahren nicht einen Tag, an dem sich mir keine, ich sag's mal so, "unguten" Gedanken aufgedrängt hätten. Seit dem letzten Donnerstag, an dem ich hauptsächlich vorfreudig ob des Erscheinens von "Liebe Glaube Monster" war, habe ich diese Gedanken überhaupt nicht mehr. Seitdem das Album erschienen ist, schlafe ich auch besser. Das ist kein Witz. Das mag nicht am Album allein liegen, aber es hat einen großen Anteil daran.
Na dann wünsche ich dir in jeglicher Hinsicht alles Gute, ma sagen!
Da danke ich!
Dieser Kommentar wurde vor 5 Tagen durch den Autor entfernt.
Seid ihr bereit für Liebe Glaube Monster Zeit??
Hoffentlich erscheint die Rezi auch. Den Fans würde man dieses raw data feeling des ignorierten Albungs nicht zumuten wollen.
@Schwingster
Daran dachte ich auch.
War auch ein geniales Album, muss man sagen.
Ich denke, das ist Alles was ihn halt so bewegt. Die Eckpfeiler des Lebens, über die wir uns gerne - oft auch unbegründet - den Kopf zerbrechen. Aber auch den Sorgen sollte man mal eine Bühne geben, ob unbegründet oder nicht.
Bei Plattentests wurde schon der übliche Stuss in die Tasten gewuchtet. Schön.
Ob man diesen Tiefpunkt hier wieder überbieten wird?
Man könnte zum Beispiel dem Grafen den Tod wünschen. Mal wieder.
Aber hey, vielleicht werde ich ja genauso positiv überrascht, wie vom Album. Oder zumindest ein wenig.
Ich bin zwar noch nicht so lange auf diese Seite unterwegs, aber ich frage mich, wieso man hier überhaupt Schlagermusik rezensieren sollte. Der Graf Zahl hat sich für das ZDF Fernsehgarten und das Musikantenstadl entschieden, also soll er auch von denen rezensiert werden
"Ob man diesen Tiefpunkt hier wieder überbieten wird?"
sollte es nicht unterbieten heißen?
@Schwingster
Bewusste Doppeldeutigkeit.
@Puschel
Ah, ja. Weil sowas wie "Böse Geister", "Liebe" oder "Ausblick" ja Schlager ist. Alles klar.
Von der üblichen Geschichtsverfälschung ganz abgesehen.
Plattentests sollten die Füße stillhalten, sonst droht eine erneute Übernahme wie anno 2016 beim Beginner-album
"Ob man diesen Tiefpunkt hier wieder überbieten wird?
Man könnte zum Beispiel dem Grafen den Tod wünschen. Mal wieder."
- Jo, wäre hier ja nicht das erste Mal.
Dafür, dass Unheilig manchen sogenannten Rezensenten als künstlerisch furchtbar und/oder hoffnungslos irrelevant erscheint, vergeuden sie erstaunlicherweise jede Menge Zeit und Herzblut in ihre endgeilen Pseudo-Verrisse.
Die "Rezension" bei Plattentests ist dermaßen abenteuerlich überspannt und idiosynkratisch aufgebläht, dass es schon wieder amüsant ist. Ich habe jedenfalls sehr gelacht!
Da wird es laut.de aber mal richtig schwer haben, das noch zu toppen! Ich erwarte großes Kino, bin gespannt ob sich noch jemand hier dieser Herausforderung stellt.
"vergeuden sie erstaunlicherweise jede Menge Zeit und Herzblut in ihre endgeilen Pseudo-Verrisse."
Ein Pseudo-verriss wäre kein Verriss, sondern ein Lob.
Und ich bezweifle sehr, dass sie besonders viel Zeit und Herzblut benötigen. Dir gefällt diese Vorstellung natürlich, kann ich schon verstehen.
Ihr Doofis.
Zumindest macht der Graf keinen Hehl daraus, dass er Schlager macht. Muss ich ihm zu Gute halten. Gibt schon schlimmere Kandidaten für einen 1/5-Verriss. Mono Inc. zum Beispiel.
Dieser Kommentar wurde vor 7 Tagen durch den Autor entfernt.
@ Schwingster
Hach Junge, muss ich dir tatsächlich den Begriff "Pseudo" erklären? Dass es nicht direkt oder zwingend steht für etwas Gegenteiliges? Echt jetzt?
@tonitasten
Das zumindest ist eben ein Punkt. Hat was Entwaffnendes.
Und ja, bei Mono Inc. würd ich die 1/5 auch zücken. Hier wäre das aber hart fragwürdig. Find ich.
"Lustigerweise" verabscheue ich so gut wie alles, was sich Schlager schimpft, Menschen, die ich kenne, ebenso, aber auf das Album können wir uns gerade einigen. Muss, wenn man es dem Genre zuordnen will (was ich nicht mache), dort ja eine Wahnsinnsplatte sein.
@Hearthammer:
Okay, den Punkt zieh ich zurück.
Dann muss ich dir ja hoffentlich bald m Gegenzug nicht erklären, wie durchschaubar dein Strohmann bzgl. der Rezensenten ist.
"Ich liebe dich, mit jedem Atemzug. Du bist meine Heimat. Du bist alles für mich. Ich halt dich fest und kämpf’ für dich, mit jedem Atemzug.“
Ist aber ein Liebeslied und kein politisches Lied.
Auf die offensichtlich beabsichtigte Ambiguität ein aufrichtiges
Hatte die Band als größtenteils harmlosen Rock/Gothicschlager abgelegt, aber deren fortwährenden Flirt mit der Rammsteinästhetik könen sie sich herzlichst wohin stecken.
@Schwingster
Da seh ich nichts beabsichtigt. Gerade in Verbindung mit früheren Texten "Heimatstern", "Sonne" und "Heimatlos" ganz authentisch, hätte bei Grönemeyer keinen gejuckt.
"Da seh ich nichts beabsichtigt."
Du vielleicht nicht, aber ich seh schon wie der minderbemittelte AfD-Wähler sich die obigen Zeilen auf den Unterarm tätowieren lässt.
"hätte bei Grönemeyer keinen gejuckt"
whataboutism.
Habe zufällig gestern einen C-Corsa rot mit blutrotem Heckscheibenaufkleber 'Unheilig' parken gesehen.
Wahrscheinlich is ein 1.2L Motor drinnen, aber die Optik macht auf GSi...
Ein Schelm, wer da i-welche Rückschlüsse zieht
@Schwingster
Können sie, aber die Vereinnahmung geht so gut wie überall, wenn man nicht alle Latten am Zaun hat. Darauf wollte ich mit der Grönemeyer-Anmerkung auch hinaus, die ich insofern nicht für einen Whataboutism halte.
Hast recht, AfD-Wähler könnten sich ja alles tätowieren, auch vermeintlich unpolitische Lyrics, da könnten Künstler*innen nicht unbedingt was für. Wenn man aber derart mit völkischen Plattitüden spielt, holt man halt willentlich das entsprechende Klientel mit ab. Und das ist zum Kotzen. Selber Punkt bei Santiano: Da haben sich manche Verteidiger immer beeilt zu erwähnen, dass die Band eigentlich pazifistisch sei. Trotzdem holt sie mit ihrer Fetischisierung von Krieg halt auch dumpfe kriegsbegeisterte Faschos mit ab, auch wenn sie sich vordergründig davon distanziert. Würg!
Na ja.
Nein.
Aus genannten Gründen.
Santiago > Sabaton?
Ups, ja richtig, Sabaton. Verzeihung.
"Nein.
Aus genannten Gründen."
Welchen?
Die genannten. Steht da doch.
Santiano haben sich allerdings schon mehrfach gegen die AFD und rechtes Gedankengut positioniert
"Erst ist da dieses Cover, das aussieht, als hätte ein mittelmäßiges Rollenspiel Banksy für den Auswahlbildschirm rekrutiert, ob dein Charakter jetzt Extraleben oder Extraschaden kriegen soll."
Ok, DER ist gut!
Mich überrascht es ein wenig, dass hier gar nicht erwähnt wird, dass Albumname und Cover offensichtlich von Oomph! inspiriert/geklaut wurde.
Oomphie rotiert in seinem digitalen Grab.
Richtig - konzeptionell wurde hier schamlos vom 2006 erschienenen "Glaube, Liebe, Tod" Album geklaut. Davon einmal abgesehen, haben Oomph! dann auch gleich 2008 das Album "Monster" rausgebracht. Was hier dann gleichmal genauso als Songtitel auftaucht, wie wir auf Oomph! Alben auch schon Kinderstimmen gehört haben (Augen auf z.B.). Da hat einer gedacht, die Oomph! Jungs waren doch schonmal mit was ähniichem sehr erfolgreich, was mir grade so vorschwebt. Leider war zu dem Zeitpunkt als "Glaube, Liebe, Tod" veröffentlicht wurde, deren richtig zwingend gute Phase auch schon wieder vorbei. Hat er nicht gemerkt, der Graf!
@Didum. Augenöffnender Kommentar in vielerlei Hinsicht.
Ihr habt mich jetzt schon neugierig gemacht, ihr alle, und die Rezi macht ja auch Laune und so habe ich tatsächlich mal reingehört und... Nunja... Also ich hatte vorher tatsächlich noch nie was von dem gehört außer dem einen riesen Hit, wo es um das Wunder der Geburt ging und... also das hier changiert in meinen Ohren tatsächlich zwischen ASP in schlecht, Rammstein in schlecht und Santiano. Was insgesamt eine wirklich, wirklich seltsame Mische ergibt
"Rammstein in schlecht" liest sich halt auch wie "Scheiße in stinkend".
Rammstein is ne Band mit kitschigen deutschsprachigen Texten, stampfender Rhythmik und nem Frontmann mit Überlegenheitskomplex, und Unheilig ist...irgendwas anderes.
Wo haben Unheilig einen "Frontmann mit Überlegenheitskomplex"? Wo ist bei Unheilig Provokation massiver Bestandteil der Bandidentität? Beide Bands spielen mit Kontrasten, aber mit anderer Intention und Wirkung. Natürlich gibt es Parallelen, da Rammstein Inspiration für den Grafen waren, aber halt nur eine von vielen.
"Wo haben Unheilig einen "Frontmann mit Überlegenheitskomplex"?"
In Ordnung, ersetze Überlegenheutskomplex durch Riesenego.
"Wo ist bei Unheilig Provokation massiver Bestandteil der Bandidentität?"
Sehe ich da auch nicht, stimmt wohl.
Kein Wort zu "Böse Geister". Schwach!
Die ganze Rezension ist eine einzige Peinlichkeit. Und dabei stimmt es, dass er auffällig oft das Wort "Leben", welches ausnahmsweise mal in keinem Songtitel auftaucht, verwendet. Hört man etwa die Demoversion von "Mein Löwe", fällt auf, dass das teils nachträglich passiert.
Der satirische Charakter von "KI - 01001011 01001001" wurde offensichtlich auch nicht bemerkt.
Der Spruch zum Cover schafft es, gut und zugleich Grütze zu sein.
Und "billig" klingt "Photobuch" nun wirklich nicht. Isses kitschig, isses seicht? Ja. Aber nicht "billig".
Ansonsten, wieder mal Unheilig rezensiert, ohne das Projekt verstanden zu haben. Nach dem Video zu "Geboren um zu leben" von Kontra K musste ich hier nur lesen, wer es verbrochen hat, und es war klar, hier kommt nix Sinnvolles raus.
Interessant übrigens, dass mein Lieblingssong des Albums, "Monster", hier als Highlight durchgeht, von Plattentests aber gar nicht erwähnt wurde, wo andere Songs als Highlights galten.
Ich könnte hier einige Beispiele für englische Textzeilen nennen, an denen sich hier keiner stört und die vom Grafen nun wirklich an keiner Stelle unterboten werden. Allein, ich lasse es und verweise nur auf "Orange County" von den Gorillaz.
"Ich könnte hier einige Beispiele für englische Textzeilen nennen, an denen sich hier keiner stört"
1. dass sich keiner daran stören würde stimmt nicht, weil sich durchaus Menschen dran stören, 2. das ist whataboutism und kann wech.
@Schwingster
Tatsächlich stört sich eben keiner dran, zumindest habe ich das weder in Rezensionen gelesen noch in Kommentaren. Mich stört es auch nicht. Es ist kein Whataboutism, wenn ich kritisiere, dass etwas, was im Pop völlig normal ist und Daseinsberechtigung hat, hier sehr exklusiv bemängelt wird.
Und das WIRD es.
"zumindest habe ich das weder in Rezensionen gelesen noch in Kommentaren."
Dass bedeutet nicht, dass sich niemand daran stört.
"Es ist kein Whataboutism"
Doch, ist es.
"was im Pop völlig normal ist und Daseinsberechtigung hat, hier sehr exklusiv bemängelt wird."
Schlechte Texte wurden und werden hier dauernd kritisiert. Und auch wenn dem nicht so wäre - Phrasendrescherei bleibt Phrasendrescherei, egal ob sie im Pop dazu gehört oder nicht.
"Hier daran stören" bezieht sich auf Äußerungen, nicht auf Haltungen.
Okay. Ich schau mal bei den Alben von AURORA, was da so alles kritisiert wird an den Texten ...
Nicht nötig. Da langt das Sparsamkeitsprinzip - wenn du sagst, abgesehen von Unheilig hätte sich niemand in irgendeiner Rezension oder Kommentarspalte auf laut.de neagtiv über Lyrics geäußert, liegst du falsch, Punkt.
@Schwingster
War nicht meine Aussage. Aber lassen wir das.
Zitat KWTS zu den Toten Hosen:
Abgenutzte Kalendersprüche und tausendfach gehörte Akkorde. Geht gar nicht.
@ KWTS
Ich hab's prophezeit, und das war wirklich keine Überraschung - laut.de ist, was Bewertungen betreffen, für so manche Künstler absolutes Feindgebiet. Da kann der betroffene Musiker raushauen was er will, es ändert nichts.
Aber immerhin: keine Angriffe und Abwertungen gegen Fans in der Rezension, und der Graf selbst kommt, gemessen an früheren Kritzeleien auf diesem Portal, auch noch überraschend gut davon und darf weiterleben, ist doch positiv, dass der Rezensent keinerlei Todeswünsche absondert wie der eine oder andere morbide, unteriridsche Rezensent zuvor.
Ich teile die Ansichten und Kritiken des Rezensenten auch nicht in vielen Punkten und finde das Album absolut unterbewertet. Ist halt seine Meinung, die ich zur Kenntnis nehme, die aber an meinen Eindrücken und Bewertungen nichts ändert.
@pedrolino
Wie ich darunter schrieb, war das 1 Gag. Bin absolut kein Hosen-Fan, aber der Song ist ganz solide.
(Anmerkung zum eigenen Kommentar: Auch wenn ich kein Hosen-Fan bin, trage ich natürlich welche.)
Diese Rezension zu lesen, ist ein Kraftakt.
Aber hey, Unheilig waren nie eine Band für zynische Zeitgenossen.
Phrasendrescherei á la "Menschen Leben Tanzen Welt" abzulehnen, macht einen nicht zum Zyniker; englischsprachige Plattitüden sind genauso bieder wie deutsche, und ja der Rezensent hat das Projekt durchaus verstanden, aber er mag es nicht.
Deine ganzen Strohmänner erschöpfen sich langsam...
@Schwingster
Hat. Er. Nicht.
Doch, doch. Jeder versteht Kitsch, intellektuell gesehen. Frage ist dann nur, ob man es dann eben mag.
Das befolgen der Lehren des Diogenes macht einen zum Zyniker!
ich kann erinnern es war auch ein user hier sein name war der zyniker
ich denke er war auch zynisch
@Schwingster
Ich geb's auf.
Ihr braucht mich übrigens nicht davon zu überzeugen, dass das Kitsch ist. Sagt er selbst und ich rieche es zwanzig Meilen gegen den Wind.
Natürlich sagt er das selbst und natürlich merkt es jeder. Kitsch kann nicht subtil oder verhohlen sein, das geht vollkommen entgegen der Intention von Kitsch.
Ist auch nichts dabei, sich dem Kitsch und der Theatralik zu bedienen. 90% aller im-weitesten-Sinne-Rockmusik wäre ohne dieses Dinge vermutlich undenkbar. Aber genau deswegen ist es easy zu verstehen, und der Yannick hat das Produkt Unheilig unter Garantie zur Gänze verstanden, das ist nämlich ein cleveres Kerlchen. Du verwechselt offenbar "Verstehen" mit Akzeptanz.
„ und der Yannick hat das Produkt Unheilig unter Garantie zur Gänze verstanden“
Neee, das kannst du so nicht sagen. Nicht nur, weil es Yannik heißt.
Ja, my bad.
Warum kann ich das so nicht sagen?
Die Rezession beginnt literarisch mit einer Frage, die eindeutig Unverständnis ausdrückt.
Mmh, ich lese die als rhetorische Frage.
@Schwingster
Nein, sehr vieles in der Rezension spricht gegen ein solches Verstehen.
Liebe Glaube Monster ist nicht das erste Album, was eine körperliche Abwehrreaktion in mir auslöst, aber so derbe gejuckt hat es selten.
Dann evtl doch lieber schnell zum Venerologen, ich vermute nämlich andere Ursachen.
Ich schwör, ich hab den Piephahn beim Hören nicht in der Hand gehabt.
Ich mags
Ich zitiere Beavis & Butt-Head: "This sucks, this sucks so hard. Just stop in the name of all that doesn't suck!"
Ist das eine Love Death Robots-Referenz? Noch das sympathischste an dem Machwerk
Gutes Album, das erste seit Große Freiheit, dass ich von vorne bis hinten durchhören kann. Henning und der Graf haben hier einfach Mal gemacht, worauf sie Lust hätten. Liebe Glaube Monster ist echt gut als Opener, Brot und Spiele ist überhaupt nicht vage und KI ist einfach ein richtiges zweite Gebot Flashback. Photobuch mag ich hingegen gar nicht. Die zwei Songs für seine Frau Du bist meine Heimat und vor allem Liebe finde ich entgegen meiner Erwartungen tatsächlich ziemlich stark.
Die Rezension hingegen ließt sich irgendwie wie von einem Incel geschrieben, aber dass K-Pop Yannick eher auf fremdproduzierte Plastikmusik mit zappelnden operierten Koreanerinnen steht, ist ja nichts neues.
Als beschimpfendes ad hominem kann diejenige Argumentationsweise bezeichnet werden, bei der die Person des Streitgegners unmittelbar angegriffen wird, um alle ihre Behauptungen zurückzuweisen. Die Person wird als gänzlich ungeeignet dargestellt, sich an der Debatte zu beteiligen. Soviel dazu. Gern darfst du auf die Rezension in der "Bild" zugreifen, denn die ist sehr positiv. Wünsche dir viel Freude beim Lesen!
Dieser Kommentar wurde vor 6 Tagen durch den Autor entfernt.
Top 3 Grafen
1. Edmont Dantes
2. Graf Dracula
3. Graf Wetter vom Strahl
Nix! Mein Favorit ist Graf Zahl!
@Feli
100% Zustimmung
Meine Top3 Grafen
1. Graf Zahl
2. Steffi Graf
3. Paragraf 314 Absatz 2 BGB
@De_Chef
Wenn ich jetzt sage, welche Vibes ICH von der Rezension bekomme ...
Na ja.
"Liebe" hat meine Erwartungen echt gesprengt, aber ich hatte bei dem Titel keine großen. Die Demoversion ist aber auch echt grandios!
Meine Top 3 Grafen:
1. Hypergraf
2. planarer Graf
3. Baum
1. Grafield
2. Spirograf
3. Graf Camora
Grafitation, die: unerklärliche Anziehungskraft, die der Graf auf seine Fans ausübt (und die Hörorgane beeinträchtigt)
Der Graf sollte sich mal ein paar Grafts zulegen - in Türkiye.
@Feli
Welche Debatte denn? Ich dachte bei laut.de geht es darum, sich seine Meinungen auf möglichst rabiate Art und Weise um die Ohren zu hauen
Gut, ich gebe zu, ich habe den Tonfall der Rezension nochmal unterboten, aber nicht um viel
Uh, I like!
1. Count von Count (unstrittig!)
2. Accent Graf
Und weil der Vergleich oben schon mal kam:
3. Graf Twerk
@De_Chef
Safe, der Tonfall der Rezension ist stellenweise auch durchaus unangenehm (und für Fans bestimmt wie eine Art Schlag in die Magengrube). Ich glaube aber inzwischen, dass man insbesondere die Rezensionen von YNK besser als literarische Kunstform namens "kreativer Verriss" betrachten und mit Humor nehmen sollte. Mit einer bierernsten Verteidigung des jeweiligen Künstlers kommt man hier sowieso nicht weit. Take it easy...
Kein Tag ohne den guten alten "Ad hominem" oder Eminem oder Dunning Freddy Krüger zu nennen
Steffi Graf und Paragraf...mua ha ha ha
@Cole_Walker das Benennen ist also das Problem, nicht das Verwenden? Steile These.
Na, die Übersaturierung nimmt dem Ganzen den Punch.
Zur Übersaturierung durch Benennung kann es ja nur kommen, wenn zu viele User Scheinargumente verwenden. Eine Übersättigung findet also bereits dort statt. De_Chef selbst hat übrigens ganz reflektiert und humorvoll reagiert. Du konstruierst also ein Problem, wo gar keins ist.
Kein Problem, zeige auf. Zu oft mit den Termini zu kommen untergräbt deren Wirkung auf die zu Bennenden.
Letzteres sagtest du bereits und es ist sicherlich auch nicht falsch, wenn es stimmt, dass solche Termini hier ständig verwendet werden. Ich persönlich habe das aber zuvor noch nie gemacht und der Angesprochene wirkte auch nicht so, als würde er den verwendeten Terminus regelmäßig um die Ohren bekommen. Also alles gut gelaufen.
In der Sache meist richtig, doch zu frequentiert stumpft es den Gegenüber plus neutralen Leser in der Essenz nur ab. Und gerade hier gibt's Trippleaccounts galore. Daher, auch alles gut. Viel hilft nur nicht viel.
*Triple. Keine Tripper
Das hast du jetzt bereits dreimal gesagt. Ich glaube, das hat jetzt wirklich jeder verstanden.
Ich musste mal im Radio während einer Autofahrt "Wunderschön" hören. Ganz schlimm. War noch nie so deprimiert nach einem Popsong aus der Konserve. Der Rest des Albums bleibt ungehört. Mucke für RTL II-Konsumenten und solche, die Heckscheibenaufkleber mit fragwürdigen Statements an ihren Fahrzeugen anbringen. Pfui Deibel
Deine Gefühlswelten seien dir gegönnt.
Ich switch dann ab morgen mal bei RTL II rein und schaue, ob das inzwischen was für mich ist (bezweifele ich aber irgendwie). Montag hole ich mir dann diese Heckscheibenaufkleber. Wobei du schon etwas genauer sein musst, was für fragwürdige Statements du genau meinst, damit ich mir die passenden besorge.
Was war das denn für eine Autofahrt? Konkrete Infos werden vorenthalten. Es bleibt spannend
Dieses ganze "Musik für RTL2 Zuschauer mit Wandtattoos" Gerede ist so langweilig und klassistisch. Album natürlich trotzdem furchtbar.
Ja, es zeugt von mangelnder Bildung so einen Quatsch von sich zu geben.
"Willkommen im Leben / ich will euch alles geben"
Die Vorstellung, dass zu solchen Reimen jemand mal "super, machen wir so" gesagt hat, nötigt mir fast schon wieder ein bisschen Respekt ab.
Ich könnt's nicht.
Persönliche Beleidigungen gehen gar nicht. Von daher 0/5 für den Rezensent
Wo denn?
und auf welche album.
denke von kolle das album.
ja kolle hat beleidigt lauterbach auf seine album aber capslokk beleidigt lauterbach hier in forum wo ist da unterschied.
Para Graf 175:
Ein Photobuch setzt einen Photo-Grafen voraus.
Schon erstaunlich, wie viele sich hier an dem netten Onkel mit dem pathetischen Schlagerpop abarbeiten.