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Apsilon vs. Vizekanzler

Heute machen wir es mal ein bisschen anders als sonst und starten direkt mit der Headline. Ihr versprecht mir einfach, euch den ganzen anderen Kram trotzdem auch anzugucken, ja? Aber ich habe das Gefühl, das ergibt so heute am meisten Sinn. Also: Ihr erinnert euch nach an vorletzte Woche, als da Apsilon eine neue Single rausgebracht hat?

Die hieß "Keiner Von Euch" und war eigentlich ganz cool. Apsilon, dieser perfekte Vorzeige-Strahlemann des Deutschraps, der deepes Zeug redet und Dinge kritisch reflektiert, hat keinen Bock mehr darauf, als Vorzeige-Strahlemann herumgereicht zu werden. Das wird er ja momentan, zur Hölle und zurück.

Ist ja auch ein ulkiges Phänomen: Er will diese superkritische Stimme sein, und plötzlich folgt ihm der verdammte Vizekanzler, weil der endlich seine respektable migranitsche Stimme gefunden hat, die ihm im Gegensatz zu den Haftbefehls dieser Welt keine Angst macht und wahrscheinlich auch nichts total Bescheuertes sagen wird. Natürlich würde sich die Politik gern mit so einem offensichtlich klugen und relativ unkontroversem Kopf schmücken. Gleichzeitig zeigt es dem klugen und relativ unkontroversen Kopf aber auch, dass sein Projekt nicht ganz so funktioniert, wie es soll, wenn so etwas passiert.

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1 Kommentar mit 2 Antworten

  • Vor 2 Tagen

    Ich finde nicht verwerflich, wenn der Vizekanzler ihm folgt. Man kann sich seine Follower halt nicht aussuchen.

    „Gleichzeitig zeigt es dem klugen und relativ unkontroversen Kopf aber auch, dass sein Projekt nicht ganz so funktioniert, wie es soll, wenn so etwas passiert.“ Sehe ich nicht so. Ihm sollte klar gewesen sein, dass der Track für Aufmerksamkeit sorgt. Und wenn Politiker dadurch selbstkritischer werden sollten, hat es doch was Gutes.

    • Vor 2 Tagen

      Ja, finde dieses ganze "folg mir bloß nicht"-Gehabe höchst peinlich. Man sollte ja meinen, dass wenn man Aussagen zu Politik und Geseschaft macht oder sagt, dass die derzeitige Regierung verkackt, das einen gewissen Wunsch nach Änderung zum Ausdruck bringt. Änderung erreicht mal aber wohl schwerlich, wenn man nur zu den Leuten spricht, die eh schon die gleiche Meinung haben. Von daher ist die Tatsache, dass einem jemand folgt der Macht, aber andere Meinung besitzt doch vor allem ein Bonus, weil hier ja tatsächliches Veränderungspotenzial besteht, wenn auch geringes.

      Das Gegenargument ist hier wahrscheinlich, dass man nicht möchte, dass sich Klingbeil durch das Folgen als stabiler als er eigentlich ist profiliert. Finde ich aber wenig überzeugend, v.a. weil "folg mir nicht, ey" doch auch voreangig ein Akt der Selbstprofilierung/des Imagewahrens ist.

    • Vor 2 Tagen

      Ja, für mich auch eher Profilmarketing von beiden.
      Apsilon: „Ich bin nicht so Mainstream, wie ihr denkt. Und biedere mich schon mal gar nicht bei der Politik an.“
      Klingbeil: „Obwohl ich mit Merz Kompromisse eingehen muss, bin ich doch eigentlich ein cooler Hiphop Dude mit Herz für die Schwachen der Gesellschaft.“