laut.de-Kritik
Packender Flow und romantische Klänge fürs Herz.
Review von Markus Seibel"Red" lautet der Titel des vierten April Art-Albums, der zugleich Leitfaden für die vielschichtigen Inspirationen, Emotionen und Gedankenwelten ist, die hier hineingeflossen sind. Stilistisch hat sich die Band im Laufe der Jahre natürlich entwickelt, aber der Kern bleibt bestehen.
Auch auf "Red" präsentieren April Art eingängigen, modernen Alternative Rock mit leicht elektronischem Einschlag, während zugleich der Spirit der 1990er an vielen Stellen durchschimmert. Die Songs entfalten sich durch mal schwer, mal schwunghaft treibende Riffs, die im Wechsel mit dem abwechslungsreichen Schlagzeugspiel von bodenständigen Rockern zu elegischen Crossovern jagen.
Der Sound des Albums ist insgesamt voll und authentisch, was vor allem den klar klingenden Gitarren und dem warmen, erdigen Bass zu verdanken ist. Stellenweise wirkt die Produktion trocken und poliert, was zulasten der Intensität der Songs geht. Auch der leicht glattgebügelte Gesang von Lisa-Marie Watz klingt souverän, stößt aber gelegentlich an seine Grenzen.
Dennoch funktioniert das auf Albumlänge alles sehr gut und wirkt in seiner Vielseitigkeit keineswegs unrund, denn bei aller Verspieltheit finden sich immer wieder eingängige Parts, die den Tracks den nötigen Wiedererkennungswert verleihen. Die einzelnen Lieder könnten in ihrer Art kaum unterschiedlicher sein, auch wenn man nicht bei jedem den Zenit erreicht. Ein Rausschmeißer-Song wie "Hungry For Life" etwa, der mit verspieltem Djent-Riffing beginnt, erinnert im weiteren Verlauf dezent an Halestorm, um dann in einen leicht vertrackten Alternative-Part abzutauchen.
Eigenständig, authentisch und spielfreudig erstürmt die Gruppe zwar nicht den Olymp. Mit "Red" ist der Band aus Hessen dennoch ein mehr als solides Album gelungen.


Noch keine Kommentare