Etwas rast- und ratlos wie nach langer Fahrt stehen sie auf ungewohnt unbeweglichem Boden um einen zur Ruhe gesetzten Oldtimer herum, über ihnen der Rhein, das graue Band ihres Lebens, der weiter fließen wird, so oder so. Es ist Zeit, etwas anderes zu machen. Die Entscheidung scheint unvermeidlich, …
Ich habe das Gefühl, der Autor fühlt sich von dem Album persönlich beleidigt. Als hätte die Band ihm ans Bein gepinkelt.
Zur Platte selbst: Ich glaube, die Band hat sich keinen Gefallen damit getan, vor den Aufnahmen zu sagen, dass das die letzte Platte wird. Dennoch nicht ganz so schlecht, wie es der Schreiber hier darstellt. 3/5
Hm. Interessant. Ich glaube, gerade WEIL sie gesagt hat, daß es das letzte Album sein wird, komme ich mit sehr vielen Sachen erstaunlich gut klar. Wäre es nicht so, würde ich mich an den ganzen Rückblicken ebenso stören wie an einigen thematischen Wiederholungen. So verstehe ich das Album gewissermaßen als eben diesen Schlußstrich - nochmal kurz über alles nachdenken, das "Wort zum Sonntag" mit einem Gruß zurück abschließen, und nochmal die Dinge zu bekräftigen, die ihnen irgendwie wichtig sind. Ich glaub' nicht, daß das Album sich häufiger auf meiner Playlist rumtreiben wird, aber die 3/5 halte ich mittelfristig für realistisch. Gibt Interpreten, die haben schlechtere oder unglaubwürdigere Abschiedsalben hingelegt. Gruß Skywise
Was ich damit meinte, ist, dass sie sich dadurch selbst zu viel Druck aufgeladen haben. Vor allem Campino. „Jetzt müssen wir abliefern.“
Wenn man dann die ARD-Doku zum Album schaut und sieht, wie die Zeit gegen Ende hin knapp wird. Das erinnert dann ein bisschen an „Zurück zum Glück“ damals. So wirken manche Songs nicht ausgereift. Sich ein bisschen mehr Zeit und weniger Druck zu geben, wäre vielleicht besser gewesen.
Nichtsdestotrotz kann ich mit dem Album leben und ich denke, nach über 40 Jahren, mit Mitte 60, kann man sich dann auch mal mit einer ordentlichen Tour verabschieden und Tschüß sagen.
100% Zustimmung. Die Selbstreferenzen schielen schon vorsichtig Richtung Onkelz, zum Abschluss lasse ich das aber durchgehen. Ansonsten hat die Rezi vieles wunderbar eingefangen.
"Lass ma nicht machen" hat neben der Zeile "Rammstein-Pullover am Weltfrauentag tragen" wirklich nix zu bieten.
Die textliche Inkohärenz ist nicht nur zwischen den Tracks gegeben, sondern auch innerhalb der Songs. Wenn im Proberaumlied im erst davon erzählt wird, was es alles so zu finden gibt (Liebesbriefe, Trikots, Kokain unterm Teppich) und es dann im Refrain heißt "Gitarre, Schlagzeug, Bass, für nichts anderes ist hier Platz", dann ist das irgendwie schief.
Ob man nun für jedes Familienmitglied einer eher schnulzige Ballade schreiben muss, kann am Ende nur Campino entscheiden. Langsam hat er alle durch und es ist natürlich ein bisschen sweet, wenn im Refrain seine Stimme so herrlich schief bricht, weil er schon immer besser brüllen als singen konnte. Hab dennoch das Gefühl, den Song schonmal von ihm gehört zu haben.
Habt Ihr gut beleuchtet hier in dem Faden. Das Bonusalbum hab ich noch nicht gehört, außerden Neubautensong, den ichrichtiggutfinde. Der Opener von Farin Urlaub gefällt mir und bis jetzt am besten von allen Songs. Es wird sicher kein Album sein, dass bei mir nochmal groß laufen wird, aber egal. Ist Schluss und gut dann. Das Cover ist super.
Gehe da größtenteils mit. Das ist Rock aus dem Baukasten mit nostalgiebesoffenen "Weißt du noch damals als wir jung waren, ein Hoch auf uns"-Texten. Es sei ihnen ja gegönnt ne letzte Ehrenrunde zu drehen und in den Rückspiegel zu schauen, aber sie machen es leider auf die uninteressanteste nur mögliche Art. Trotzdem Danke für Opel Gang, Horrorschau, Kauf Mich, Opium und dass ihr mich im frühesten Kinheitsalter auf die linke Bahn geschubst habt.
Zumal die Gästeliste irgendwo ein Mittelfinger an die ganzen "Die Hosen sind ja schon längst kein Punk mehr" - Rumnöler. Wenn die Hosen rufen, kommen sie irgendwie immer alle, von Charlie Harper über Justin Sullivan bis zu Vicky Leandros. In der Szene genießen die Hosen nach wie vor eine ziemlich große Credibility, auch aus dem Grund, dass sie zB ihre Vorbands immer gut behandelt haben, und ohne das Zutun der Hosen etliche Bands, wie zB die Beatsteaks, die Broilers oder Feine Sahne nicht da stünden, wo sie heute stehen.
"Nachdem ich die aktuelle Hosen-Doku gesehen habe ist mir eines klar geworden. Farin könnte sofort 20 Hosen-Songs schreiben(tut es zum Glück aber nicht). Campino keinen einzigen Ärzte-Song...."
Danke HiltonStallone für diesen goldenen Moment puren Glücks! Habe gerade den ersten Track des Albums gehört und bin geradezu seelig.
Mal abgesehen davon, dass die Hosen und die Ärzte schon immer höchst unterschiedliche Qualitäten hatten, könnte Ragi auch mal aufhören, mit einer ähnlichen Expertise über deutsche Musiker zu philosophieren, wie ich sie mir zu französischen Käsesorten zutrauen würde.
Wenn etwas deutsch ist, dann ist Ragism qualifiziert darüber zu urteilen, und es ist nicht so gut wie vergleichbares aus anderen Ländern, muss Mensch wissen!
Er hat damit ja vielfach recht. Ich würde auch sagen, dass deutsche Musik im Vergleich hinterherhinkt, aber dann mit den Ärzten zu kommen ist halt so ein richtig unbeleckter Boomer-Move.
Geht ja nur ums Songwriting. Wenns andere Bands gibt, die dermaßen vielfältige, catchige Songs schreiben in Dschörmenni, sind sie mir bisher nicht bekannt. Texte, Arrangements, Spaßiger-Onkel-Attitüde kann man, wie erwähnt, peinlich finden.
Huch, wurde noch nie zitiert. Seltsam, aber hat was. Das es jetzt ausgerechnet Farin ist,der das letzte Album eröffnet hat, hat mich kalt erwischt. Im positiven Sinn, so hätte ich die Hosen nicht eingeschätzt, sehr sympatischer Move. Bin mit beiden Bands aufgewachsen und natürlich haben die Hosen bzw Campino einiges an tollen Texten abgeliefert. Farin (ja, ich sehe die Ärzte eher als Farins Baby) hat mit musikalischer Vielfalt und einer gewitzteren Art Lyrics zu schreiben einfach eine längere Halbwertzeit. Also für mich. Ach ja, knappe 3 Sterne von mir. Emotionales Highlight: Augen zu
Absolut. "Trink aus..." ist zwar besser als "Ballast" und "Laune", aber wie bei den beiden letzten Veröffentlichungen ist auch hier der eigentliche Star das Bonusalbum.
Die ewig in den 80ern stehengebliebenen, immer das gleiche Feindbild, Weiß, Einfamilienhaus, Familie gesungen von einem Mulimillionär der noch immer dazugehören möchte. Das schlimme die Kids glauben das und hassen plötzlich ihre Nachbarn. naja Musikalisch Hosen typisch, textlich 30jahre zu spät!
Lustig. Auf der einen Seite die ganzen „das sind keine Punks mehr“ Nörgler und auf der anderen dann solche Aussagen wie „die sind in den 80ern stehen geblieben. Und welche „Kids“ hören heutzutage die Hosen?
Ich habe so gut wie keine Berührungspunkte mit "Kids" aber kann mir irgendwie schwer vorstellen, dass die den Toten Hosen irgendwas glauben, geschweige denn wissen, wer die sind
Ich war ja lange am Überlegen, ob ich etwas dazu schreib.' Hier aber meine Meinung zum Review: -Wenn dir Campino auf den Sack geht, warum dann ein Album Review machen? -Schlechte Nachbarn als Song zu ''zahn,'' aber bei Was ist mit uns los zu dann auch nicht zufrieden stellend. -In einem Review den Künstler/Künstlerin als Vogel zu bezeichnen. Naja, ich weis ja nicht. -Insgesamt für mich ist das Review kein Fleisch und kein Fisch.
Hier mein kurzes Review: -Farin Urlaub als Special Guest direkt am Albumanfang super. -Erster Teil des Albums, bis auf Lass Mal Nicht Machen geht gut nach vorne. -Zweiter Teil ab Keine Macht Den Proben geht bisschen die Luft aus. -Alles in allem ein 3/5 Punkte Album. Nicht das beste, aber ein würdiger Abschluss als letztes Album.
So schlecht, wie hier dargestellt, finde ich die Platte insgesamt gar nicht.
"Die Show muss weitergehen" und "Schlechte Nachbarn" bleiben tatsächlich im Ohr und machen mir sehr viel Spaß.
Nach der zugehörigen Doku frage ich mich auch nicht mehr, warum der Sound nur so lala ist - Hat Campino auch nur eine Strophe komplett gesungen? Vielleicht sollen die zu leise gemischten Vocals aber auch den teilweise übertriebenen Einsatz des Vocaltunings oder die teils wirklich schwachen lyrics übertünchen? Vielleicht hätte man doch nochmal die Kumpels Funny van Dannen oder Marteria um Hilfe bitten sollen.
All in all war ohnehin kein neues Kauf Mich! oder Opium zu erwarten, von daher für mich eine 3/5.
P.S.: die Harmonien im Chorus von "Trink Aus" nerven mich. Der aufdrängende Akkordwechsel scheint Campino bei der Gesangsmelodie nicht zu interessieren. Hier ist aber immerhin der Text stark.
Einige Songs haben ja tatsächlich Credits von Co-Textschreibern. Ist man leider in der Doku überhaupt nicht drauf eingegangen, wo es doch gerade darum ging, dass Campino kaum noch interessante Textideen hatte.
Ich finde die Review gut. Sie drückt da die Finger in die Wunde, wo es passt. Lediglich die politischen Songs sehe ich etwas positiver, nicht weil ich die Kritik daran nicht teile, sondern weil sie in meinem Kopf für meine Mama geschrieben wurden, die sich damit auf ihrem Dorf vielleicht besser behelfen kann als mit dem nächsten Post von Caps.
Trotzdem kann sich Campinos als Album geplante Bewerbung zum Bundespräsidenten gerne in diesem Maße kritisch hinterfragt siehen. Das ist musikalisch und textlich wirklich der achte Aufguss. Ein paar Nummern mögen ganz gut funktionieren, aber selbst routiniert klingt da als adjektiv zu stürmisch für.
Bei mehreren Songs hab ich das Gefühl sie sind Ergebnis einer Marktforschung und Koljah von den Antilopen statt Funny van Dannen als Ghostwriter ist schon auch ein Downgrade.
Das Beste an dem neuen Album ist, dass ich seit ein paar Wochen die alten Hits im Ohr hab.
Ich werde deine Mama gerne in meinem nächsten politischen Post berücksichtigen. Abgesehen davon, ja, Funny van Dannen ist verglichen mit Koljah wie ein Engländer verglichen mit einem Deutschen (für Ragism).
Die Phase, in der Funny van Dannen als Co-Songwriter am Start war, ist die absolut schlimmste im Schaffen der Hosen, mit dem unfassbar beschissenen "Walkampf" als absoluter Tiefpunkt.
Das ist eine der schlechtesten Albumrezensionen, die ich seit Langem gelesen habe – und zwar nicht wegen der Bewertung. Ob „Trink aus, wir müssen gehen“ zwei, drei oder vier Sterne verdient, darüber kann man streiten. Geschmäcker sind verschieden.
Mein Problem ist nicht die Note, sondern die Begründung.
Dabei sehe ich das Album selbst auch nicht bei fünf Sternen. Für mich bewegt es sich eher im Bereich von drei bis vier Sternen. Vier wären es vermutlich geworden, wenn das Album etwas kompakter ausgefallen wäre. Drei Songs weniger hätten für eine höhere Dichte an starken Momenten gesorgt. Andererseits kann ich nachvollziehen, dass eine Band auf ihrem letzten Album möglichst viele Facetten und Themen unterbringen möchte.
Das Album wird von Farin Urlaub eröffnet und endet mit einem Song, der auf die beim 1000. Konzert der Hosen verstorbene Rieke Lax Bezug nimmt. „Lass mal nicht machen“ gewinnt einen Teil seines Reizes daraus, dass einige der besungenen Dinge von der Band längst getan wurden. Solche Aspekte muss man nicht zwingend erwähnen. Aber sie hätten zumindest etwas mit dem Album zu tun.
Stattdessen verliert sich die Rezension immer wieder in politischen Wunschvorstellungen darüber, was Campino und die Hosen eigentlich hätten sagen sollen. Den Vogel schießt dabei folgende Passage ab:
„Dann sag halt auch mal die Wahrheit, du Vogel, zum Beispiel, wer am Krieg gegen die Wahrheit eigentlich verdient.“
Wohlgemerkt: Das steht in einer Albumkritik.
Man muss die politischen Ansichten einer Band nicht teilen. Man darf sie kritisieren. Aber wenn die Enttäuschung darüber, dass Campino nicht die gewünschten politischen Schlussfolgerungen zieht, mehr Raum bekommt als die Musik selbst, läuft etwas schief.
Am Ende erfährt man erstaunlich wenig über Songwriting, Arrangement oder Produktion, dafür umso mehr über die politische Weltsicht des Rezensenten. Deshalb wirkt die Rezension auf mich weniger wie eine Musikkritik und mehr wie ein politischer Kommentar mit gelegentlicher Albumbegleitung.
Die zwei Sterne für das Album kann man vergeben, auch wenn ich sie nicht teile. Für diese Rezension wären sie allerdings schon großzügig.
Ich kann mit deiner Kritik an der Rezension einerseits etwas anfangen und sie teilen. Was das Politische betrifft: Man kann es auch so sehen, dass Texte eben auch besprochen und rezensiert werden. Klar kommt in der Rezension die Meinung und die politische Verortung offen zutage und kritisiert den Text politisch Inhalt. I don't know...ich hatte beim Hören von "Was ist mit uns los" ziemlich exakt genau dasselbe im Kopf, wie der Rezendent. Und zum Beispiel dieser Satz des Rezendenten hier trifft es für mich komplett und schält das raus, was mich an dem, was von Campino politisch so kommt, komplett abfuckt...bzw. kann ich dem Mann da einfach nur ständig widersprechen...und ich kenn und liebe diese Band seit 1991 (trotzdem): "Scheiß' doch mal dem Boss ans Bein anstatt dem Arbeiter zu predigen, dass er lediglich verwirrt ist." Es stimmt aber auch, dass das alles Campino, den Hosen und überhaupt egal sein kann, und nicht prägender Teil einer Rezension sein muss. So oder so...ist am Ende die Band meines Lebens und ist auch voll ok, dass sie aufhören.
"Am Ende erfährt man erstaunlich wenig über Songwriting, Arrangement oder Produktion, dafür umso mehr über die politische Weltsicht des Rezensenten." Diesen Punkt möchte ich hier nochmal hervorheben. Dass in der Rezi und in den Kommentaren bisher fast kein Wort über die Produktion verloren wird, erstaunt mich doch etwas. Als jemand, der Campinos Art zu "singen" immer möchte, bin ich über das unterirdische Mixing seiner Stimme schockiert. Ich weiß nicht, ob es daran liegt, dass er einfach keine Stimme mehr hat, aber es kann doch nicht sein, dass ich ihn über Kopfhörer teilweise nicht verstehe, weil er undeutlich klingt oder schlicht und einfach zu leise ist. Ansonsten ist die Produktion auch wieder recht gefällig und knallt nicht wirklich, aber davon war ja auszugehen.
Abschied der Hosen - 12 Jahre zu spät. Auflösung der Ärzte - seit 26 Jahren überfällig. Auflösung der Onkelz - seit mindestens 26 Jahren überfällig. Fällt es uns Deutschen schwer, sich von alt Bewährtem oder nur altem zu trennen? 16 Jahre Kohl, dann 16 Jahre Merkel...16 Jahre Merz...oh Gott...1000 Jahre Kartoffeln...
Die über jede Kritik völlig erhabene Kartoffel, die uns mit so vielen wunderbaren Gerichten beschenkt hat, die freundlichste, vielseitigste und genügsamste Form des Gemüses, diese heimliche Königin der Küche wurde im 16. Jahrhundert nach Europa eingeführt, also was 1.000 Jahre, hä? Was? Hab ma bisschen Respekt, Junge, wenn du so viel für die Gesellschaft getan hast, wie die Kartoffel, kannst du kommen, bis dahin mal schön Füßte stillhalten! Regt mich richitg auf, sowas!!
Das die Band eines meiner guilty pleasures ist, und ich irgendwie touched von deren Ende bin, habe ich hier ja schon geoutet. Deswegen wollte ich dieses Albung zum Abschluss wirklich, wirklich gerne mögen. Aber leider ist das Cover das Beste an dem ganzen Bumms. Und mit 2/5 kommen die meiner Meinung nach noch echt gut weg. Stimme in vielen Punkten mit der Rezi überein, nur den Widerspruch zwischen Was Früher War und Nur Nach Vorn sehe ich nicht. Das erscheint mir eher wie zwei Perspektiven auf die akutelle Situation, die sich zwar widersprechen mögen, aber die man trotzdem beide einnehmen kann. Junge, sind da viele Kack-Songs drauf! Lass Mal Nicht Machen ist locker der beschissenste Song, den die je geschrieben haben, aber auch Was Ist Mit Uns Los, Schicksal, Ich Will, Düsseldorf und Kein Blatt Zwischen Uns sind wirklich kaum zum Aushalten. Auf der Haben-Seite stehen der Anfang und der Ende der Platte, Was Früher Einmal War, Nur Nach Vorn und Keine Macht Den Proben finde ich im Albung-Kontext auch schlüssig. Warum hier manche auf dieser Bonus-Platte rumreiten, als gäbs da groß was zu rezensieren, checke ich auch nicht. Das sind allesamt ziemlich mediokre Coversongs mit ner zugegeben großen Gästeliste. Das macht sie aber nicht viel besser. 2/5 gerade so mit sehr viel Nostalgie-Bonus.
Von wie weit oben herab kann man seinen politischen Frust an einer Band auslassen?
Auch was dagegen sprechen soll, in einem Song auf den Weg als Band zurückzublicken und im nächsten dann in Richtung neuer Lebensabschnitt, ist mir ein Rätsel geblieben.
Die Hosen sind die Band meines Lebens, Campino der Held meiner Jugend. Allerdings hatte ich seit der Ballast der Republik den Eindruck, dass Campino seine Identität als Texter und seine Inspiration völlig verloren hat.. bis auf ein paar lichte Momente auf der Laune der Natur (Alles passiert..) war ich von manchen Liedern der Vergangenheit entsetzt (Feiern im Regen, Teufel). Obwohl ich die neue Platte musikalisch stellenweise sehr stark finde, fällt sie aufgrund der erschreckend schwachen Texte für mich herab. Highlights sind für mich wohl wie für viele andere "Was früher einmal war", welches mich sehr berührt hat. "Schicksal" hätte eigentlich sehr viel Potenzial, aber der Verse kommt textlich nicht annähernd an das Niveau früherer B-Seiten heran und ist wohl auch deshalb kaum verständlich abgemischt. In der Doku meint man ja nachzuvollziehen, das Campino die treibende Kraft hinter dem Ende ist, wenn die Luft diesbezüglich draußen ist, lasse ich meine ewigen Helden schweren Herzens von dannen ziehen. Vielleicht bleiben sie ja für die nächsten Jahre trotzdem noch sporadisch auf Konzerten erhalten, soweit ich es medial nachvollziehen konnte, war von einem endgültigen Ende der Bühnenaktivität nach der Tour nie eindeutig die Rede.
Etwas rast- und ratlos wie nach langer Fahrt stehen sie auf ungewohnt unbeweglichem Boden um einen zur Ruhe gesetzten Oldtimer herum, über ihnen der Rhein, das graue Band ihres Lebens, der weiter fließen wird, so oder so. Es ist Zeit, etwas anderes zu machen. Die Entscheidung scheint unvermeidlich, …
Auf Nimmerwiedersehen!
Dieser Kommentar wurde vor 10 Stunden durch den Autor entfernt.
Haha, funny von dannen - nice!
Come on, coppola - Warum diese Selbstzensur?
Fand's sau lustig!
♥
Ich habe das Gefühl, der Autor fühlt sich von dem Album persönlich beleidigt.
Als hätte die Band ihm ans Bein gepinkelt.
Zur Platte selbst: Ich glaube, die Band hat sich keinen Gefallen damit getan, vor den Aufnahmen zu sagen, dass das die letzte Platte wird.
Dennoch nicht ganz so schlecht, wie es der Schreiber hier darstellt. 3/5
Hm. Interessant. Ich glaube, gerade WEIL sie gesagt hat, daß es das letzte Album sein wird, komme ich mit sehr vielen Sachen erstaunlich gut klar. Wäre es nicht so, würde ich mich an den ganzen Rückblicken ebenso stören wie an einigen thematischen Wiederholungen. So verstehe ich das Album gewissermaßen als eben diesen Schlußstrich - nochmal kurz über alles nachdenken, das "Wort zum Sonntag" mit einem Gruß zurück abschließen, und nochmal die Dinge zu bekräftigen, die ihnen irgendwie wichtig sind.
Ich glaub' nicht, daß das Album sich häufiger auf meiner Playlist rumtreiben wird, aber die 3/5 halte ich mittelfristig für realistisch. Gibt Interpreten, die haben schlechtere oder unglaubwürdigere Abschiedsalben hingelegt.
Gruß
Skywise
Was ich damit meinte, ist, dass sie sich dadurch selbst zu viel Druck aufgeladen haben. Vor allem Campino.
„Jetzt müssen wir abliefern.“
Wenn man dann die ARD-Doku zum Album schaut und sieht, wie die Zeit gegen Ende hin knapp wird.
Das erinnert dann ein bisschen an „Zurück zum Glück“ damals. So wirken manche Songs nicht ausgereift.
Sich ein bisschen mehr Zeit und weniger Druck zu geben, wäre vielleicht besser gewesen.
Nichtsdestotrotz kann ich mit dem Album leben und ich denke, nach über 40 Jahren, mit Mitte 60, kann man sich dann auch mal mit einer ordentlichen Tour verabschieden und Tschüß sagen.
100% Zustimmung. Die Selbstreferenzen schielen schon vorsichtig Richtung Onkelz, zum Abschluss lasse ich das aber durchgehen. Ansonsten hat die Rezi vieles wunderbar eingefangen.
"Lass ma nicht machen" hat neben der Zeile "Rammstein-Pullover am Weltfrauentag tragen" wirklich nix zu bieten.
Die textliche Inkohärenz ist nicht nur zwischen den Tracks gegeben, sondern auch innerhalb der Songs. Wenn im Proberaumlied im erst davon erzählt wird, was es alles so zu finden gibt (Liebesbriefe, Trikots, Kokain unterm Teppich) und es dann im Refrain heißt "Gitarre, Schlagzeug, Bass, für nichts anderes ist hier Platz", dann ist das irgendwie schief.
Ob man nun für jedes Familienmitglied einer eher schnulzige Ballade schreiben muss, kann am Ende nur Campino entscheiden. Langsam hat er alle durch und es ist natürlich ein bisschen sweet, wenn im Refrain seine Stimme so herrlich schief bricht, weil er schon immer besser brüllen als singen konnte. Hab dennoch das Gefühl, den Song schonmal von ihm gehört zu haben.
Habt Ihr gut beleuchtet hier in dem Faden. Das Bonusalbum hab ich noch nicht gehört, außerden Neubautensong, den ichrichtiggutfinde. Der Opener von Farin Urlaub gefällt mir und bis jetzt am besten von allen Songs. Es wird sicher kein Album sein, dass bei mir nochmal groß laufen wird, aber egal. Ist Schluss und gut dann. Das Cover ist super.
Farin Urlaub als Opener.
Vicky Leandros Duett (auf der Bonusplatte die hier nicht erwähnt wird)
Mehr braucht es nicht.
5/5 Danke
Gehe da größtenteils mit. Das ist Rock aus dem Baukasten mit nostalgiebesoffenen "Weißt du noch damals als wir jung waren, ein Hoch auf uns"-Texten. Es sei ihnen ja gegönnt ne letzte Ehrenrunde zu drehen und in den Rückspiegel zu schauen, aber sie machen es leider auf die uninteressanteste nur mögliche Art.
Trotzdem Danke für Opel Gang, Horrorschau, Kauf Mich, Opium und dass ihr mich im frühesten Kinheitsalter auf die linke Bahn geschubst habt.
Das Bonusalbum wird gar nicht besprochen?
Egal, wie man das Album findet, die Review ist eine einzige Katastrophe (nicht nur, weil das ganzes Bonusalbum fehlt).
Stimme ich zu!
Zumal die Gästeliste irgendwo ein Mittelfinger an die ganzen "Die Hosen sind ja schon längst kein Punk mehr" - Rumnöler. Wenn die Hosen rufen, kommen sie irgendwie immer alle, von Charlie Harper über Justin Sullivan bis zu Vicky Leandros. In der Szene genießen die Hosen nach wie vor eine ziemlich große Credibility, auch aus dem Grund, dass sie zB ihre Vorbands immer gut behandelt haben, und ohne das Zutun der Hosen etliche Bands, wie zB die Beatsteaks, die Broilers oder Feine Sahne nicht da stünden, wo sie heute stehen.
Word!
MiltonMalone
Vor 9 Tagen
"Nachdem ich die aktuelle Hosen-Doku gesehen habe ist mir eines klar geworden. Farin könnte sofort 20 Hosen-Songs schreiben(tut es zum Glück aber nicht). Campino keinen einzigen Ärzte-Song...."
Danke HiltonStallone für diesen goldenen Moment puren Glücks! Habe gerade den ersten Track des Albums gehört und bin geradezu seelig.
Traue mich auch zumindest vorher gar nicht weiter
Alter Schwede. Absolut on point.
Ärzte sind z.T. schon etwas peinlich. Aber ihr Songwriting sucht im deutschen Raum schon seinesgleichen.
Mal abgesehen davon, dass die Hosen und die Ärzte schon immer höchst unterschiedliche Qualitäten hatten, könnte Ragi auch mal aufhören, mit einer ähnlichen Expertise über deutsche Musiker zu philosophieren, wie ich sie mir zu französischen Käsesorten zutrauen würde.
Wenn etwas deutsch ist, dann ist Ragism qualifiziert darüber zu urteilen, und es ist nicht so gut wie vergleichbares aus anderen Ländern, muss Mensch wissen!
Er hat damit ja vielfach recht. Ich würde auch sagen, dass deutsche Musik im Vergleich hinterherhinkt, aber dann mit den Ärzten zu kommen ist halt so ein richtig unbeleckter Boomer-Move.
Geht ja nur ums Songwriting. Wenns andere Bands gibt, die dermaßen vielfältige, catchige Songs schreiben in Dschörmenni, sind sie mir bisher nicht bekannt. Texte, Arrangements, Spaßiger-Onkel-Attitüde kann man, wie erwähnt, peinlich finden.
Huch, wurde noch nie zitiert. Seltsam, aber hat was.
Das es jetzt ausgerechnet Farin ist,der das letzte Album eröffnet hat, hat mich kalt erwischt. Im positiven Sinn, so hätte ich die Hosen nicht eingeschätzt, sehr sympatischer Move. Bin mit beiden Bands aufgewachsen und natürlich haben die Hosen bzw Campino einiges an tollen Texten abgeliefert. Farin (ja, ich sehe die Ärzte eher als Farins Baby) hat mit musikalischer Vielfalt und einer gewitzteren Art Lyrics zu schreiben einfach eine längere Halbwertzeit. Also für mich. Ach ja, knappe 3 Sterne von mir. Emotionales Highlight: Augen zu
Danke, genau so isses.
Das Bonusalbum mit einer absolut großartigen Gästeliste, nicht mal mit einem Wort zu erwähnen ist auch eher so mittel
Schier unverzeihlich...
Absolut. "Trink aus..." ist zwar besser als "Ballast" und "Laune", aber wie bei den beiden letzten Veröffentlichungen ist auch hier der eigentliche Star das Bonusalbum.
Die ewig in den 80ern stehengebliebenen, immer das gleiche Feindbild, Weiß, Einfamilienhaus, Familie gesungen von einem Mulimillionär der noch immer dazugehören möchte.
Das schlimme die Kids glauben das und hassen plötzlich ihre Nachbarn. naja Musikalisch Hosen typisch, textlich 30jahre zu spät!
Die Texte der Hosen sind nun wirklich nicht so kompliziert, dass man sie derart missverstehen sollte.
Ich hasse meine Nachbarn auch ohne die Hosen.
Lustig.
Auf der einen Seite die ganzen „das sind keine Punks mehr“ Nörgler und auf der anderen dann solche Aussagen wie „die sind in den 80ern stehen geblieben.
Und welche „Kids“ hören heutzutage die Hosen?
Ich habe so gut wie keine Berührungspunkte mit "Kids" aber kann mir irgendwie schwer vorstellen, dass die den Toten Hosen irgendwas glauben, geschweige denn wissen, wer die sind
Bist doch selbst in den 80ern hängengeblieben, wenn du dich von denen bedroht fühlst, Matze.
ich mags
Ich war ja lange am Überlegen, ob ich etwas dazu schreib.'
Hier aber meine Meinung zum Review:
-Wenn dir Campino auf den Sack geht, warum dann ein Album Review machen?
-Schlechte Nachbarn als Song zu ''zahn,'' aber bei Was ist mit uns los zu dann auch nicht zufrieden stellend.
-In einem Review den Künstler/Künstlerin als Vogel zu bezeichnen. Naja, ich weis ja nicht.
-Insgesamt für mich ist das Review kein Fleisch und kein Fisch.
Hier mein kurzes Review:
-Farin Urlaub als Special Guest direkt am Albumanfang super.
-Erster Teil des Albums, bis auf Lass Mal Nicht Machen geht gut nach vorne.
-Zweiter Teil ab Keine Macht Den Proben geht bisschen die Luft aus.
-Alles in allem ein 3/5 Punkte Album. Nicht das beste, aber ein würdiger Abschluss als letztes Album.
So schlecht, wie hier dargestellt, finde ich die Platte insgesamt gar nicht.
"Die Show muss weitergehen" und "Schlechte Nachbarn" bleiben tatsächlich im Ohr und machen mir sehr viel Spaß.
Nach der zugehörigen Doku frage ich mich auch nicht mehr, warum der Sound nur so lala ist - Hat Campino auch nur eine Strophe komplett gesungen? Vielleicht sollen die zu leise gemischten Vocals aber auch den teilweise übertriebenen Einsatz des Vocaltunings oder die teils wirklich schwachen lyrics übertünchen? Vielleicht hätte man doch nochmal die Kumpels Funny van Dannen oder Marteria um Hilfe bitten sollen.
All in all war ohnehin kein neues Kauf Mich! oder Opium zu erwarten, von daher für mich eine 3/5.
P.S.: die Harmonien im Chorus von "Trink Aus" nerven mich. Der aufdrängende Akkordwechsel scheint Campino bei der Gesangsmelodie nicht zu interessieren.
Hier ist aber immerhin der Text stark.
Einige Songs haben ja tatsächlich Credits von Co-Textschreibern. Ist man leider in der Doku überhaupt nicht drauf eingegangen, wo es doch gerade darum ging, dass Campino kaum noch interessante Textideen hatte.
Ich finde die Review gut. Sie drückt da die Finger in die Wunde, wo es passt. Lediglich die politischen Songs sehe ich etwas positiver, nicht weil ich die Kritik daran nicht teile, sondern weil sie in meinem Kopf für meine Mama geschrieben wurden, die sich damit auf ihrem Dorf vielleicht besser behelfen kann als mit dem nächsten Post von Caps.
Trotzdem kann sich Campinos als Album geplante Bewerbung zum Bundespräsidenten gerne in diesem Maße kritisch hinterfragt siehen. Das ist musikalisch und textlich wirklich der achte Aufguss. Ein paar Nummern mögen ganz gut funktionieren, aber selbst routiniert klingt da als adjektiv zu stürmisch für.
Bei mehreren Songs hab ich das Gefühl sie sind Ergebnis einer Marktforschung und Koljah von den Antilopen statt Funny van Dannen als Ghostwriter ist schon auch ein Downgrade.
Das Beste an dem neuen Album ist, dass ich seit ein paar Wochen die alten Hits im Ohr hab.
Ich werde deine Mama gerne in meinem nächsten politischen Post berücksichtigen. Abgesehen davon, ja, Funny van Dannen ist verglichen mit Koljah wie ein Engländer verglichen mit einem Deutschen (für Ragism).
Die Phase, in der Funny van Dannen als Co-Songwriter am Start war, ist die absolut schlimmste im Schaffen der Hosen, mit dem unfassbar beschissenen "Walkampf" als absoluter Tiefpunkt.
Das ist eine der schlechtesten Albumrezensionen, die ich seit Langem gelesen habe – und zwar nicht wegen der Bewertung. Ob „Trink aus, wir müssen gehen“ zwei, drei oder vier Sterne verdient, darüber kann man streiten. Geschmäcker sind verschieden.
Mein Problem ist nicht die Note, sondern die Begründung.
Dabei sehe ich das Album selbst auch nicht bei fünf Sternen. Für mich bewegt es sich eher im Bereich von drei bis vier Sternen. Vier wären es vermutlich geworden, wenn das Album etwas kompakter ausgefallen wäre. Drei Songs weniger hätten für eine höhere Dichte an starken Momenten gesorgt. Andererseits kann ich nachvollziehen, dass eine Band auf ihrem letzten Album möglichst viele Facetten und Themen unterbringen möchte.
Das Album wird von Farin Urlaub eröffnet und endet mit einem Song, der auf die beim 1000. Konzert der Hosen verstorbene Rieke Lax Bezug nimmt. „Lass mal nicht machen“ gewinnt einen Teil seines Reizes daraus, dass einige der besungenen Dinge von der Band längst getan wurden. Solche Aspekte muss man nicht zwingend erwähnen. Aber sie hätten zumindest etwas mit dem Album zu tun.
Stattdessen verliert sich die Rezension immer wieder in politischen Wunschvorstellungen darüber, was Campino und die Hosen eigentlich hätten sagen sollen. Den Vogel schießt dabei folgende Passage ab:
„Dann sag halt auch mal die Wahrheit, du Vogel, zum Beispiel, wer am Krieg gegen die Wahrheit eigentlich verdient.“
Wohlgemerkt: Das steht in einer Albumkritik.
Man muss die politischen Ansichten einer Band nicht teilen. Man darf sie kritisieren. Aber wenn die Enttäuschung darüber, dass Campino nicht die gewünschten politischen Schlussfolgerungen zieht, mehr Raum bekommt als die Musik selbst, läuft etwas schief.
Am Ende erfährt man erstaunlich wenig über Songwriting, Arrangement oder Produktion, dafür umso mehr über die politische Weltsicht des Rezensenten. Deshalb wirkt die Rezension auf mich weniger wie eine Musikkritik und mehr wie ein politischer Kommentar mit gelegentlicher Albumbegleitung.
Die zwei Sterne für das Album kann man vergeben, auch wenn ich sie nicht teile. Für diese Rezension wären sie allerdings schon großzügig.
Ich kann mit deiner Kritik an der Rezension einerseits etwas anfangen und sie teilen. Was das Politische betrifft: Man kann es auch so sehen, dass Texte eben auch besprochen und rezensiert werden. Klar kommt in der Rezension die Meinung und die politische Verortung offen zutage und kritisiert den Text politisch Inhalt. I don't know...ich hatte beim Hören von "Was ist mit uns los" ziemlich exakt genau dasselbe im Kopf, wie der Rezendent. Und zum Beispiel dieser Satz des Rezendenten hier trifft es für mich komplett und schält das raus, was mich an dem, was von Campino politisch so kommt, komplett abfuckt...bzw. kann ich dem Mann da einfach nur ständig widersprechen...und ich kenn und liebe diese Band seit 1991 (trotzdem): "Scheiß' doch mal dem Boss ans Bein anstatt dem Arbeiter zu predigen, dass er lediglich verwirrt ist."
Es stimmt aber auch, dass das alles Campino, den Hosen und überhaupt egal sein kann, und nicht prägender Teil einer Rezension sein muss.
So oder so...ist am Ende die Band meines Lebens und ist auch voll ok, dass sie aufhören.
"Am Ende erfährt man erstaunlich wenig über Songwriting, Arrangement oder Produktion, dafür umso mehr über die politische Weltsicht des Rezensenten."
Diesen Punkt möchte ich hier nochmal hervorheben. Dass in der Rezi und in den Kommentaren bisher fast kein Wort über die Produktion verloren wird, erstaunt mich doch etwas. Als jemand, der Campinos Art zu "singen" immer möchte, bin ich über das unterirdische Mixing seiner Stimme schockiert. Ich weiß nicht, ob es daran liegt, dass er einfach keine Stimme mehr hat, aber es kann doch nicht sein, dass ich ihn über Kopfhörer teilweise nicht verstehe, weil er undeutlich klingt oder schlicht und einfach zu leise ist.
Ansonsten ist die Produktion auch wieder recht gefällig und knallt nicht wirklich, aber davon war ja auszugehen.
Sehe die Produktion ebenso kritisch - Vincent Sorg hat hier im Vergleich zu den beiden Vorgängeralben echt nachgelassen.
Vielleicht hat er einfach aktuell zu viele Sorgen.
Abschied der Hosen - 12 Jahre zu spät. Auflösung der Ärzte - seit 26 Jahren überfällig. Auflösung der Onkelz - seit mindestens 26 Jahren überfällig. Fällt es uns Deutschen schwer, sich von alt Bewährtem oder nur altem zu trennen? 16 Jahre Kohl, dann 16 Jahre Merkel...16 Jahre Merz...oh Gott...1000 Jahre Kartoffeln...
Kartoffeln sind vielseitig und lecker!
Die über jede Kritik völlig erhabene Kartoffel, die uns mit so vielen wunderbaren Gerichten beschenkt hat, die freundlichste, vielseitigste und genügsamste Form des Gemüses, diese heimliche Königin der Küche wurde im 16. Jahrhundert nach Europa eingeführt, also was 1.000 Jahre, hä? Was? Hab ma bisschen Respekt, Junge, wenn du so viel für die Gesellschaft getan hast, wie die Kartoffel, kannst du kommen, bis dahin mal schön Füßte stillhalten! Regt mich richitg auf, sowas!!
Korrektur: Die Auflösung der Onkelz ist seit 46 Jahren überfällig.
Das die Band eines meiner guilty pleasures ist, und ich irgendwie touched von deren Ende bin, habe ich hier ja schon geoutet.
Deswegen wollte ich dieses Albung zum Abschluss wirklich, wirklich gerne mögen. Aber leider ist das Cover das Beste an dem ganzen Bumms. Und mit 2/5 kommen die meiner Meinung nach noch echt gut weg.
Stimme in vielen Punkten mit der Rezi überein, nur den Widerspruch zwischen Was Früher War und Nur Nach Vorn sehe ich nicht. Das erscheint mir eher wie zwei Perspektiven auf die akutelle Situation, die sich zwar widersprechen mögen, aber die man trotzdem beide einnehmen kann.
Junge, sind da viele Kack-Songs drauf! Lass Mal Nicht Machen ist locker der beschissenste Song, den die je geschrieben haben, aber auch Was Ist Mit Uns Los, Schicksal, Ich Will, Düsseldorf und Kein Blatt Zwischen Uns sind wirklich kaum zum Aushalten. Auf der Haben-Seite stehen der Anfang und der Ende der Platte, Was Früher Einmal War, Nur Nach Vorn und Keine Macht Den Proben finde ich im Albung-Kontext auch schlüssig.
Warum hier manche auf dieser Bonus-Platte rumreiten, als gäbs da groß was zu rezensieren, checke ich auch nicht. Das sind allesamt ziemlich mediokre Coversongs mit ner zugegeben großen Gästeliste. Das macht sie aber nicht viel besser.
2/5 gerade so mit sehr viel Nostalgie-Bonus.
Du meinst "gueldi pleasure", oder?!
Aaaahw, das hat soeben Einzug in meinen Sprachgebrauch gefunden
Von wie weit oben herab kann man seinen politischen Frust an einer Band auslassen?
Auch was dagegen sprechen soll, in einem Song auf den Weg als Band zurückzublicken und im nächsten dann in Richtung neuer Lebensabschnitt, ist mir ein Rätsel geblieben.
Die Hosen sind die Band meines Lebens, Campino der Held meiner Jugend. Allerdings hatte ich seit der Ballast der Republik den Eindruck, dass Campino seine Identität als Texter und seine Inspiration völlig verloren hat.. bis auf ein paar lichte Momente auf der Laune der Natur (Alles passiert..) war ich von manchen Liedern der Vergangenheit entsetzt (Feiern im Regen, Teufel).
Obwohl ich die neue Platte musikalisch stellenweise sehr stark finde, fällt sie aufgrund der erschreckend schwachen Texte für mich herab. Highlights sind für mich wohl wie für viele andere "Was früher einmal war", welches mich sehr berührt hat. "Schicksal" hätte eigentlich sehr viel Potenzial, aber der Verse kommt textlich nicht annähernd an das Niveau früherer B-Seiten heran und ist wohl auch deshalb kaum verständlich abgemischt.
In der Doku meint man ja nachzuvollziehen, das Campino die treibende Kraft hinter dem Ende ist, wenn die Luft diesbezüglich draußen ist, lasse ich meine ewigen Helden schweren Herzens von dannen ziehen.
Vielleicht bleiben sie ja für die nächsten Jahre trotzdem noch sporadisch auf Konzerten erhalten, soweit ich es medial nachvollziehen konnte, war von einem endgültigen Ende der Bühnenaktivität nach der Tour nie eindeutig die Rede.