laut.de-Kritik

Krümel der Weisheit: Humor und Traurigkeit sind zwei Seiten eines Kekses.

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Wie könnte man ein Album nicht mögen, das im Titel das Krümelmonster zitiert, in Anlehnung auf 'Shit Happens' ein Basketball spielendes Skelett auf dem Cover zeigt und klingt, als würde der Geist von Johnny Cash sich zu den philosophischen Puppen gesellen? Zu "Cookie Happened" sagt der Mastermind der Eels, Mark Oliver Everett, kurz 'E' -, dass alles irgendwann vergessen sein wird, jede Freude, jede Leistung, jede Anstrengung. Aber: "Wie der große Philosoph unserer Zeit, das Krümelmonster, einst sagte: 'Ich weine nicht, weil der Keks weg ist. Ich lächle, weil es den Keks gab.' Das wird alles vergessen sein. Aber ist es nicht trotzdem etwas Schönes, dass es passiert ist?".

Und so erscheint das mittlerweile 16te (!) Album der Eels in einem angenehm bescheidenen und entspannten Licht. Besungen werden die kleinen Siege des Alltags, unausweichliche Enttäuschungen im Leben und das unglaubliche Wunder, überhaupt am Leben zu sein. All das ist eingebettet in melancholisch-melancholische Indie-Folk-Songs, ein wenig Jangle-Sixties-Seligkeit und ein bisschen Klavierballaden-Werk und warme Singer-Songwriter-Stücke, die unspektakulär mühelos klingen. Darin verpackt Everett kleine Krümel der Weisheit: Humor und Traurigkeit sind zwei Seiten eines Kekses.

Zuweilen klingen die zurückhaltenden Songs ein bisschen zu sehr nach Glückskeks-Schlichtheit, aber ihre tröstende Kraft, die vor allem dank Everetts brüchigem Bariton durchscheint, lässt darüber hinweghören. Und so sind diese gesungenen Lyrics dann eben doch universale Wahrheiten, gefunden im Alltäglichen.

Die Lieder, irgendwo zwischen Wilco, R.E.M. und spätem Bruce Springsteen angesiedelt, verbreiten eine geradezu abendliche Stimmung. Sie sind dazu gemacht, sie nach einem anstrengenden Tag bei einem letzten Tee oder Whisky anzuhören – und sich vielleicht eine andere Weisheit des Cookie Monsters zu vergegenwärtigen: "Der frühe Vogel fängt den Wurm. Aber Kekse schmecken besser als Würmer. Also schlafe ich aus."

Trackliste

  1. 1. Clobbered
  2. 2. Cap In Hand
  3. 3. All Forgotten
  4. 4. Bamboozled Again
  5. 5. Lost And Barking
  6. 6. Taking Pictures
  7. 7. New Story
  8. 8. Congratulations To Me
  9. 9. One Razzle, One Dazzle
  10. 10. I'm On Standby
  11. 11. Dum Dums
  12. 12. The Way I Was Made

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2 Kommentare

  • Vor 7 Stunden

    Über 16 Alben hält E. trotz aller Widrigkeiten sehr hohe Qualität. Wer mehr zu den Widrigkeiten lesen möchte, humorvoll verpackt: Die Autobiographie ist extrem lesenswert.
    Allerdings plätschert mir dieses Album etwas zu sehr dahin. Besser als der Vorgänger, schwächer als Extreme Witchcraft

  • Vor 12 Sekunden

    Wenn E die besten Songs der letzten fünf Alben auf einem Album versammeln würden, hätten wir ein ordentliches Eels-Album. Leider befinden sich auf den letzten Alben zu viel Ausschuss-Ware. Ich liebe "Beautiful Freak", tue mich noch immer schwer mit "Electric Shock Blues", finde die mittlere Phase der Eels noch am besten ("Souljacker" / "Homo Lobre") aber in letzter Zeit ist das alles nicht wirklich zwingend...