Jonathan and Darlene Edwards - "Stayin' Alive"
Musikalische Verkasperung aktuellen Liedguts ist keineswegs eine Erfindung der letzten Jahre, Bereits in den 1950ern entwickelte Dirigent und Arrangeur Paul Weston den Quatsch-Charakter eines ... nun, nennen wir es "mäßig begnadeten" Barpianisten. Seine Gemahlin Jo Stafford, im "richtigen Leben" Mitglied bei der Gesangsgruppe The Pied Pipers, übernahm die Rolle der Sängerin, die an seiner Seite auftrat. Als Jonathan and Darlene Edwards krempelten sie hernach um, was sie an Liedgut in die Finger bekamen.
Ihr Album "Jonathan and Darlene Edwards in Paris" bescherte ihnen 1960 sogar einen Grammy in der Kategorie Comedy. Die Coverversion von "Stayin' Alive" nahmen sie allerdings erst 1979 auf. Die Session verlangte allen Beteiligten einiges ab, wie die Edwardses später in einem Interview mit der L.A. Times durchblicken ließen:
"Die Band, die auf dieser Platte spielt, hat ihr Bestes gegeben, aber die Jungs waren äußerst eingeschüchtert, weil sie es einfach nicht gewohnt waren, mit 7/8-Takt und plötzlichen Tempowechseln zurecht zu kommen, die zu der Zeit aber Teil meines Stils waren", so Jonathan Edwards, ganz in character. "Darlene wollte 'Stayin' Alive' erst gar nicht machen. Sie dachte, es sei einfach zu schnell. Aber ich war völlig begeistert, weil jetzt eine ganze Menge junger Leute endlich einmal den Text versteht."
Man munkelt, die Urheber reagierten weit weniger entzückt.
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Skywise