ABBA - "Arrival"
Einen angemesseneren Titel hätten ABBA ihrem vierten Album schwerlich verpassen können. Als es im Oktober 1976 erschien, war das schwedische Quartett wahrhaftig angekommen auf dem Pop-Olymp. Mit "Dancing Queen", "Money, Money, Money" und "Knowing Me, Knowing You" birgt "Arrival" riesige Hits. Das Album zeigt jedoch auch, warum ABBA stets als "Singles-Band" galten: Die Songs, die sich darüberhinaus in der Tracklist tummeln, sind zwar ebenfalls keine Rohrkrepierer, fallen gegenüber den einzeln veröffentlichten Nummern aber schon gewaltig ab.
Es wäre allerdings echt schwer gewesen, die erzählerische Tiefe bei gleichzeitiger totaler Eingängigkeit die komplette Spieldauer hindurch auf so hohem Niveau zu halten. "Dancing Queen" etwa erzählt die Heldinnenreise eines Mauerblümchens. Was Playlisten-Algorithmen erst sehr viel später diktierten, machten ABBA hier schon vor fünfzig Jahren: Sie krallten sich alle Aufmerksamkeit, indem sie den Song einfach mal mit dem Refrain starten ließen.
"Money, Money, Money" lässt sich als gar nicht besonders verklausulierte Kapitalismuskritik lesen. "Knowing Me, Knowing You" wiederum ist der erste Song in der Bandgeschichte, der Trennung und Scheidung zum Thema hat. Dass dem noch etliche solche, dann am eigenen Leib erlebte Lieder folgen sollen ... zumindest ABBAs Publikum ahnte damals davon noch nichts.
"Fernando", bereits ein gutes halbes Jahr vor "Arrival" veröffentlicht, fehlte in der ursprünglichen Tracklist. Die Single entstand zwar innerhalb der Sessions, die auch die übrigen Songs hervorbrachten, wurde dem Longplayer jedoch erst nachträglich als Bonustrack angehängt. Ein Erfolg wurde "Arrival" auch ohne die kitschige Weise über den mexikanischen Revoluzzer: Erstmals in ihrer Karriere verzeichneten ABBA auf Anhieb einen Millionenseller. In Deutschland und Großbritannien verkaufte sich kein anderes Werk besser.
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