Siouxsie And The Banshees – "Tinderbox"
Wer mit dem Bandnamen The Banshees oder ihrer Sängerin Siouxsie Sioux spontan nichts anfangen kann, kennt sicherlich ihre Fans: Iggy Pop lobt 1987 ihr Cover von "The Passenger", Ralf Hütter von Kraftwerk nennt im selben Jahr "Hall Of Mirrors" "außerordentlich" und Dave Gahan von Depeche Mode zollt "Candyman" direkt nach Erscheinen des vorliegenden Albums, einem drängenden Punksong mit düsterer Atmosphäre, seinen Respekt. Gothic-Rock erblüht Mitte der 80er Jahre zu erstaunlicher Größe: Neben The Cure-Chef Robert Smith, der Jahre zuvor bei den Banshees als Aushilfsgitarrist einsprang, verleiht Siouxsie der angesagten Subkultur ein weibliches Gesicht.
Der große Hit der Platte ist "Cities In Dust", ein grandioser Song, der die Kraft der damaligen Banshees perfekt in Szene setzt: Sioux jodelt ein Totenlied für die Opfer von Pompeji und schildert die unvorstellbare Qual, von glühender Lava lebendig versteinert zu werden, kurz: Sehnsuchtsträume junger Gothics. Siouxsie steuert so vehement wie vergeblich dagegen, als Gothic-Rolemodel zu gelten: "Ich denke, dass unsere Lieder eher die verborgene Seite zeigen, nicht die offene. Ich hasse 'schwarz' als Adjektiv." Tatsächlich trifft es ihre Beschreibung ganz gut, denn "Tinderbox" ist definitiv eingängig und macht die Band populärer, ohne 'leichte' Themenfelder zu beackern.
"Candyman" handelt von Kindesmissbrauch, "92°" von einer Statistik, derzufolge ab dieser Temperatur in den USA die meisten Mordfälle passieren, und in "Cannons" philosophiert Siouxsie darüber, dass die Spanier im Mittelalter nach einem Ernteausfall vor Wut Kanonenkugeln in den Himmel feuerten, um die Wolken zum Platzen zu bringen.
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