Judas Priest - "Turbo Lover"
In den 70ern und 80ern gab es eine Werbefigur für das Waschmittel Persil, die ganz vorzüglich den Zeitgeist von damals widerspiegelt. Da saß nämlich der Persilmann, gespielt vom Schauspieler Jan-Gert Hagemeyer, und mansplainte Frauen den richtigen Gebrauch des Pulvers. Zum Ende jedes Werbespots fiel dann der Satz: "Persil, da weiß man, was man hat. Guten Abend!" Man ersetze 'Persil' mit 'Judas Priest' und hat die Erfolgsformel der Band, die bis heute mit Legendenstatus durch die Welt tourt.
Etwas anders sah die Sache Anno 1986 aus: Der Erfolg der Hairmetal-Szene in den USA animierte die Priester dazu, kommerziellere Pfade einzuschlagen. Davon zeugt der Longplayer "Turbo", auf dem Synthies in den Vordergrund rückten und die Band um Rob Halford sogar Aufnahme-Sessions mit dem Produzenten-Trio Stock, Aitken & Waterman (Rick Astley, Kylie Minogue) veranstaltete. Die wurden zwar wieder in den Giftschrank gesperrt, aber den Gedanken, mit eingängigerer Produktion noch erfolgreicher zu werden, konnten Judas Priest nicht über Bord werfen.
Davon legt auch "Turbo Lover" beredtes Zeugnis ab. Dennoch ist die Nummer ein ganz hervorragendes Stück harter Rock, auch wenn der Video-Clip doch etwas arg aus der Zeit gefallen anmutet. Wie Priest mit Pop-Produzenten klingen, könnt ihr hier hören:
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