Fugees - "Ready Or Not"
Hoffentlich habt ihr diese gut viereinhalb Minuten Bewegtbildproduktion soeben genossen. Es handelt sich immerhin um eines der teuersten Musikvideos der Geschichte. Regisseur Marcus Nispel (ja, genau jener, der später den Horrorfilmklassiker "Texas Chainsaw Massacre" neu auflegte) verpulverte ein siebenstelliges Budget, um der Fugees "Ready Or Not" angemessen in Szene zu setzen. Für 1,3 Millionen Dollar bekam man damals auch das volle James-Bond-Actionfilm-Besteck aufgedeckt, Hubschrauber-Geschwader, Schießereien und Motorboot-Verfolgungsjagden inbegriffen.
Um ein Haar wäre "Ready Or Not" eine noch kostenintensivere Angelegenheit geworden. Enya vorher zu fragen, bevor man ihren Song "Boadicea" versamplet, wäre nicht nur anständig, sondern vielleicht auch eine ganz gute Idee gewesen. Die irische New Age-Sängerin reagierte gar nicht amused, als sie dahinterkam, und drohte den Fugees eine Klage an. Nachdem sie aber herausgefunden hatte, dass ihr geisterhafter Gesang nicht in bösen Ganovenrap verkehrt worden war, ließen sie und ihre Produzent*innen Nicky und Roma Ryan sich doch zu einer außergerichtlichen Einigung bewegen.
Die Verwendung des titelgebenden Delfonics-Songs "Ready Or Not Here I Come (Can't Hide From Love)" für die Hook immerhin war im Vorfeld mit dessen Urhebern abgeklärt. Hier taten sich allerdings ganz andere Probleme auf: Lauryn Hill hatte die Fugees zum Zeitpunkt der Aufnahmen eigentlich bereits verlassen. Sie kehrte nur ausnahmsweise zu ihren ratlos zurückgelassenen (inzwischen Ex-)Crew-Kollegen zurück, um den Chorus einzusingen. Ein Unterfangen, das sie sogar noch einmal wiederholte: Die erste Session hatte sie abbrechen müssen, weil ihr unentwegt die Tränen kamen. Schnüff.
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