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Xatar & SSIO - "Hrrr"

Der "Internet Historian" auf YouTube stellte einmal im Video "Brad's Wife" die These auf, dass Boomer im Gegensatz zu Millennials nicht wüssten, wann sie einen Joke endlich gehen lassen sollen. Da ging es um einen Dude namens Brad, der sich online darüber beschwerte, dass Cracker Barrel, eine amerikanische Restaurantkette, seine Frau Nanette entlassen hatte. Überraschenderweise entwickelten sich die Beschwerden zum Internetphänomen, und auf einmal trollte gefühlt jeder im Netz das Unternehmen. Irgendwann flachte der Witz natürlich ab, doch die Älteren trabten noch Monate nach dem Peak auf dem Thema herum.

Ich als Zoomer heize den Generationenkonflikt jetzt weiter an und stelle die These auf, dass auch (Früh-)Millennials nicht wissen, wann Zeit ist, loszulassen. Dies möchte ich anhand eines spezifischen Beispiels elaborieren: Xatar. (Ein aufrichtiges Rest in peace an der Stelle.) Beweisstück Nummero 1: Köftespieß. Ich erspare euch die Details. Ich wette, das habt ihr alle mindestens noch vage in Erinnerung. Sagen wir einfach: Xatar hat aus einem einzigen Meme das ein oder andere Business Venture aus den Boden gestampft.

Beweisstück Nummero 2: "Hrrr". Irgendwann stieg dem Rapper der neue Aufmerksamkeitszuwachs wohl zu Kopfe und er dachte sich, er könne seine memebare Persona bis zum Äußersten ausschlachten. Auf Dauer hat das wirklich genervt, und auf diese Art und Weise ist das seltsame Album "Hrrr" entstanden. Für den Titeltrack hat er sich prompt seinen guten Kollegen und Witzbold SSIO dazugeholt, dem man vor Xatars Memepsychose viel eher so einen Track zugetraut hätte.

Ein bizarrer Track. Keine Melodie, nur eine 808 und ein paar seichte Drums. Der Text? Joa: "Komme zu dir nach Hause und es macht, 'Piu, piu' / Deine Mutter, sie macht, 'Heh, heh' / Dein Bruder, er macht, 'Hua', dein Vater, er macht, 'Oh' / Der Bra, er macht, 'Hehehe.'" Öhm ... okay? Aber Plottwist: Ich fand es leider geil.

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