Beat Street Ost/West
Eineinhalb bis zwei Generationen über Yung Pepp treffen wir dann Leute, die ihren Einstieg in die wunderbare Welt des Hip Hop einst über "Beat Street" gefunden haben. (Also Leute wie ich.) Zu dem Thema ist bereits viel gesagt und geschrieben worden, der Streifen ist schon durchaus aus Gründen Kult. Trotzdem fand ich diesen Artikel von Anne Holzki in der Volksstimme ganz lesenswert. Die Autorin dröselt da auf, auf welch unterschiedlichen Boden ein und derselbe Film in Ost und West fiel und was für Wellen er entsprechend schlug, hüben und drüben.
"Die Entscheidung der DDR-Führung, den Film ungekürzt zu zeigen" wirke, so Holski, "fast paradox. Historiker vermuten, dass der SED-Staat in 'Beat Street' vor allem eine Kritik an den sozialen Verhältnissen im Kapitalismus sah. Die Armut der Bronx schien das eigene Weltbild zu bestätigen. Die Jugendlichen blickten jedoch auf etwas ganz anderes: auf Kreativität, Stil, Gemeinschaft und Selbstbestimmung. Derselbe Film wurde von Staat und Publikum völlig unterschiedlich gelesen – und genau daraus entstand seine enorme Wirkung."
1 Kommentar
Finde es (mangels passenderen Begriffen die mir einfallen würden) sehr herzig, dass nach der vorläufigen Ablehnung/Vertagung des Projekts „DDR Hip-Hop als Kulturerbe“ gefühlt die gesamte Region, quer durch verschiedene soziale Schichten auf die Hinterbeine stellt und die breitere Öffentlichkeit wissen lassen will, was genau den jetzt daran anders und besonders war/gewesen sein soll.