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E L U Z I D?

Manchmal erzähle ich euch ja von Untergrund-Rappern, über die ich im Live-Kontext stolpere, aber ich muss sagen: Wenige haben auf mich so einen Eindruck gemacht wie Luzid. Den kennt man eigentlich als eine Hälfte des Rapper-Producer-Duos Helio & Luzid. Für eine neue Mini-EP bewegt er sich nun aber an der Seite von Producer Kolibra. Der Sound hat dementsprechend weniger diesen cineastischen Vibe von Helio, der gerne in arty Gitarren-Gefilde greift, sondern alles klingt minimalistischer, verträumter und vertrippter im BoomBap-Bag.

Aber auch das steht ihm großartig! Über drei kurze Tracks ohne betonte Hook und mit wenig Songstruktur geht er einfach Bar um Bar. Da steckt unüberhörbar Whiskeyrap-DNA in seinem Handwerk, der macht das technisch sehr detailverliebt, baut coole und unerwartete Reimschemata, und trotzdem habe ich nicht das Gefühl, dass die Technik ihn sprachlich oder bildlich limitiert.

Gerade dieser Opener, "Rilke", macht total etwas für mich. Luzid geht fließend durch verschiedene Adressaten und Fokalpunkte, schaltet sehr kurzfristig zwischen unterhaltsam und ernst und erzeugt eine traumwandlerische, abgebrühte Atmosphäre. Das klingt tatsächlich wie ein kurzer Monolog der Klarheit um fünf Uhr morgens vor der Kneipe, kurz bevor die Sonne aufgeht. Ich warte ja schon eine ganze Weile auf ein Album aus diesem Camp. Das kann eigentlich nicht früh genug kommen.

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