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Faschos boxen!

Zweifellos zu den politisch Engagierten gehören die Jungs von der Hinterlandgang. Mit denen zusammen versuchte Kollege Tobias Bachmann von der taz, zu klären, ob Musik ein wirkungsvolles Mittel gegen rechte Politik sein kann. Er fragte außerdem nach Gewalterfahrungen mit Rechten, Rollenbildern und hakte nach, ob Zeilen wie "Sport im Osten, Faschos boxen" etwa einen Aufruf zu Handgreiflichkeiten bergen? Nein? Doch? Ooh!

"Wir wollen nicht zu Gewalt aufrufen", stellt Albert klar. "Aber zu einer selbstbewussteren, offensiveren Haltung. Viele linke politische Akteure sind gerade in der Defensive, versuchen, den Status quo zu verteidigen. Das stärkt die AfD. Sie kann agieren, agieren, agieren, während alle anderen nur reagieren. Das muss sich ändern. Statt ständig schockiert von den Rechten zu sein, besser mutig sagen: Wir geben jetzt den Ton an!"

Ihre eigenen Rap betrachten die Hinterlandgangster übrigens nicht als "links", eher als "gesellschaftlich". Rechter Musik stellen sie trotzdem ein miserables Zeugnis aus: Sobald es um Musik und Kultur gehe ... "Das können die nicht", so Pablo. "Alles, was die machen, ist irgendwie platt und auch ein bisschen hohl." Nichts Eigenes, Kreatives stecke darin, ergänzt Albert: "Festgefahrener, peinlicher Scheiß. Also es gibt wirklich keine gute rechte Musik."

Die Sehnsucht danach, irgendwo dazuzugehören, spiele rechten Parteien dagegen in die Hände: "Vor allem junge Männer haben total das Bedürfnis nach Sicherheit, Identität, Zugehörigkeit", so Albert. "Ich kenne das ja. Die AfD schafft Identifikationsfläche, wenn sie vorgibt: Wir sind die Outlaws, die Benachteiligten, die Ostdeutschen. Und dazu baut sie Feindbilder auf: Westdeutsche, Linke, Zecken, Schwule. Gegner helfen, die eigene Gruppe zu stärken – wie beim Fußball." Das Zugehörigkeitsversprechen sei jedoch "ein faules", ergänzt Pablo. "Als könnte man es sich in einer rechten Wohlfühl-Kameradschaft so richtig gemütlich machen. Das ist Bullshit."

Gebt euch ruhig das komplette Interview, hier entlang. Ich fand es sehr lesenswert.

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