Schuster sucht sich neue Leisten
Disarstar kehrte stattdessen der Öffentlichkeit in den letzten Jahren den Rücken, um sich privat ein zweites Standbein aufzubauen. Wie er in einem Instagram-Post erzählt, ist er nunmehr nicht nur seit zwei Jahren komplett trocken, sondern er nutzte die Pause von der Musik, die er vor über einem Jahr einlegte, um eine Ausbildung zum Tischler anzufangen. Seitdem sei er nicht nur Papa geworden, sondern habe auch wieder angefangen, Musik aufzunehmen. Mit "Saint Tropez" liefert er nun den ersten Vorgeschmack seines nächstens "kranken" Albums.
Eine wirklich musikalische Neuorientierung ging mit seiner Pause jedoch nicht einher. Dieser neue autobiographische Song klingt genauso hochtrabend, düster und ernst, wie man es von dem Hamburger gewohnt war. Stimmungstechnisch wäre das auch ganz solide, griffige Bilder malen konnte der Mann ja schon immer, aber der todtraurige Piano-Beat in Kombination mit diesem Schwarz-Weiß-Video trägt das Trauma der verlorenen Jugend, die er berappt, schon wieder so dick auf, dass ich jegliche emotionale Bindung dazu verliere.
Mit tut aufrichtig leid, dass Disarstar in seinem Leben so viel Scheiße fressen musste, aber wenn es darum geht, selbige in Kunst umzuwandeln, dann gerät das für mich einfach nicht besonders griffig. Dafür ist mir das oft zu martialisch getextet und eben, wie auch hier, musikalisch viel zu brav und flach.
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