Nas, Pt. 2
Aber wenn er mir schon nichts beigebracht hat, hat er mir immerhin aus Versehen eine andere Frage beantwortet: Nämlich warum das Album mit DJ Premier schlechter ist als die Alben mit Hit-Boy, obwohl Preemo offensichtlich der bessere Producer ist. Guckt mal hier:
Das ist der Song, den Nas in der Session gemacht hat, zu der er das Masterclass-Team mitgenommen hat. Nachdem er zehn Minuten die Wichtigkeit durchdachten Schreibens und lyrischer Techniken erklärt hat, dürfen wir ihm zusehen, wie er nichts davon in der Praxis umsetzt. Nas ist nämlich, wie so viele Amis, unter die Punch-In-Rapper gegangen. Das heißt: Er hockt den ganzen Tag auf einem verdammten Stuhl und freestylet vor sich hin.
Hit-Boy darf dann danebensitzen, ihn anfeuern und am Ende aus ein paar Stunden Gefreestyle die brauchbaren Stellen ausschneiden. Bestimmt sehr komfortabel für Nas, das so zu machen. Aber die Ergebnisse? Ganz ehrlich: Ich bin nicht gerade überwältigt davon. Kein Wunder, klingen seine ganzen neuen Alben so unglaublich nach Komfortzone. Kann man sich gar nicht ausdenken, wie komfortabel und langweilig denen ihr Studio-Set-Up aussieht!
Aber es ergibt Sinn, dass Hit-Boy dafür der bessere Partner ist. Das war nämlich fast rührend, wie er pflichtschuldig jede noch so langweilige Line beklatscht. Der freut sich offensichtlich wie Bolle, mit der Legende aller Legenden zusammenarbeiten zu dürfen. Ich kann mir vorstellen, dass Preemo weniger Bock hätte, jeden Abend 1000-Teile-Puzzle mit Stunden um Stunden generischer Freestyles zu spielen, um irgendwie hörbare Tracks aus der Taufe zu heben.
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