Ehrlich Soft
Noch eine etwas wegführende Sache: Zackiboy ist ein Berliner Synthpop-via-NDW-Artist. Ich habe ihn witzigerweise aber eher im Kontext von Berliner Untergrundrap kennengelernt. Das war ein paarmal wirklich something to behold of: Da steht also dieser vierzigjährige Divorce-Dad, der sich selbst mit "Bart Brille Bauch" ganz gut skizziert hat, auf der Jam zwischen den Rapacts, ratzt irgendwo zwischen Sprechgesang und Depeche Mode-Cover die Bumsbeats auseinander und gibt Energie wie sonst keiner an dem Abend.
Will heißen: Ich mag den! Ich mag den richtig gern. Er hat seit diesem Freitag sein Debütalbum "Softy" draußen, Kollegin Lütz wird euch das auch noch empfehlen, und auch wenn ich mir fast etwas mehr von seiner Rapper-Seite gewünscht hätte, finde ich das ein ehrlich cooles und interessantes Projekt.
Das Ding an Zackiboy ist dieses vehemente Everyman-Charisma, das er ausstrahlt. Er ist ein solider Vokalist, er hat vor allem aber eine sehr charakteristische Erzählstimme. Er kann NDW-Blödsinn neben Medikament-induzierte Apathie legen, lustige One-Liner neben absolut zerstörende textliche Introspektionen. Er fühlt sich an wie der eine launige Kollege, den man gut leiden kann, der immer etwas hinter dem Berg hält, und auf diesem Album geht er konstant einen Halbschritt ans Oversharing. Das kommt intensiv, das kommt authentisch, das kann richtig doll fesseln.
Hört nur mal diesen Andreas Dorau-unterstützten Track "Immer Ehrlich" da oben und sagt mir, dass er euch nicht aus dem Nichts zwischendurch einen absoluten Tiefschlag versetzt.
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