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Gegen jeden Antisemitismus?

Besonders ulkig ist dann natürlich der naheliegende Vergleich: Jener Kanye, der gefühlt vor ein paar Wochen noch einen Track namens "Hail Hitler" gemacht hat und Merch mit Hakenkreuzen verkauft hat, spielt gerade mit die größten Shows des Landes. Ein Macklemore darf jetzt aber nicht mehr Vorgruppe für Ed Sheeran machen, weil er "Free Palestine" gesagt hat.


Jener hat jetzt im Statement noch einmal zusammengefasst, was eigentlich passiert ist. Sein Kumpel Ed, den er seit 13 Jahren gerne mag, hat ihn auf Tour mitgenommen. Er hat "Free Palestine" gesagt. Wenn man ihn die letzten Jahre auch nur ein bisschen verfolgt hat, wird man merken, dass das alles jetzt nicht wirklich überraschend kommt. Aber es ist passiert und ein paar sehr mächtige Leute waren ziemlich angepisst.

So sehr, dass ihm jetzt seitens LiveNation verboten wird, weiter auf der Tour dabei zu sein. Sheeran meint, dass Leute sich von seinen Aussagen verletzt fühlen. Ich checke, dass das ein geladenes Thema ist, aber die Doppelmoral könnte kaum größer sein. Man kann nicht ohne weiteren Kommentar gigantische Kanye-Konzerte in der einen Ecke veranstalten und dann so tun, als wäre der eine Vorgruppen-Rapper mit dem "Free Palestine" jetzt die quintessenzielle antisemitische Bedrohung. Das alles wirkt extrem affig. Offensichtlich geht es hier um politische Einflussnahme und um Silencing.

Abgesehen davon mag ich das Statement von Macklemore. Ich finde es gut, dass er Sheeran nicht per se in Schutz nimmt. Die Passage über seine "prinzipiell apolitische Haltung" hat schon ordentlich Biss, aber er hält ihm die Hand hin, dieses Gespräch mit ihm weiterzuführen. Der Mann bleibt seinen Prinzipien auf eine empathische Art treu und jazzt sich nicht zum Hauptcharakter dieser Geschichte hoch. Es wirkt wie ein sinnvoller Gesprächsanstoß, darüber nachzudenken, wieso er hier so verleumdet wird.

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