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Gewaltig instabil.

Da ich heute eh keine saubere Trennung von nationalem und internationalem Geschehen hinzubekommen scheine, können wir auch direkt zum genauen Gegenteil von stabil schreiten: zu Nicki Minaj, nämlich. Was, bitteschön, ist eigentlich bei der in die Brüche gegangen, wann genau, und wieso?

2020 hatte sie noch kundgetan, sie werde niemals auf den Trump-Hype aufspringen. Nicht weiter überraschend, eigentlich. Als in Trinidad geborene, in die USA eingewanderte Schwarze Frau und Künstlerin hat sie von einer rassistischen, sexistischen, faschistischen Regierung ja nicht allzu viel Gutes zu erwarten. Um so erstaunlicher, dass sich fünf Jahre später der Wind gewaltig gedreht hat.

Inzwischen kuschelt sie offen mit der ultrarechten "Turning Point USA"-Bewegung, erklärt (wie die, die solches sagen, es immer tun) öffentlich vor laufenden Fernsehkameras, man dürfe "ja nichts mehr sagen", preist Trumps Regierungsmannschaft als "lauter Menschen mit Herz und Seele, sie machen mich stolz". "Den höchsten Respekt" hege sie, für Trump und seine Mannen:

Ob sich derlei Anbiederei für sie auszahlen wird? In der Vergangenheit deutete jedenfalls wenig darauf hin, dass dieser "Respekt" auf Gegenseitigkeit beruht:


Gut möglich aber ja, dass diese Seite ihre Ansichten genau so schnell und mühelos um 180 Grad gedreht bekommt. Ich muss gestehen, dass ich von der Gelenkigkeit mancher Hälse schon ein bisschen beeindruckt bin. Vor allem aber: erheblich angewidert. Zumindest einige Veranstaltende in Zürich scheinen das ähnlich zu sehen.

Immerhin hat Nicki Minaj (zumindest bisher) nicht angekündigt, Karriere in der Politik machen zu wollen. Sie hätte wohl auch eher übersichtliche Chancen, selbst in den USA, wo eine*n inzwischen gar nichts mehr wundert. Dort wählen sie ja, wie sich zeigte, lieber einen persönlichkeitsgestörten Vergewaltiger als eine Frau of Color.

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