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Klassenkampf in der dritten Liga

Aber wir gehen, wie gewohnt, mit ein paar neuen Songs rein. Zum Beispiel mit dieser Juse Ju-Single. Ganz ehrlich? Musikalisch und flowmäßig finde ich die gar nicht so schlecht. Er rappt richtig, richtig stark auf dieses Instrumental, und mit der seltsamen Tenor-Hook klingt das Ganze ein bisschen, als hätten Rammstein einen WM-Song geschrieben (was negativ klingt, aber eigentlich auch irgendwie positiv).

Aber dann, der Kicker (hehe!): Die letzte Zeile sagt, "es geht nicht um Fußball". Klar, man checkt schon auf Anhieb, dass Lines über Abstieg und unfairen Kampf und Zurückgelassenwerden auf bestimmte Doppeldeutigkeiten schielen.

Aber ohne jetzt richtig pedantisch klingen zu wollen: Checkt ihr, was Juse genau mit diesem Song sagen möchte? Ich meine das ehrlich jetzt nicht klugscheißerisch, oder so. Stellenweise klingt der Text, als gehe es um kleine Artists. Er redet wieder von Fans, von Sichtbarkeit und daran, dass niemand an dich glaubt und du mit dreißig schon alt bist. Dann klingt es wieder, als gehe es universell um Klassenkampf und darum, wie Kapitalismus uns alle untendrin dazu drillt, unsolidarisch zu sein.

Beides wären ja coole Inhalte, um darüber zu rappen, aber mir scheint es ein klein wenig, als würden die Metaphern auf Songlänge ein wenig ineinanderfransen. Plus kommt es mir vor, als wäre die gewaltige und sehr coole Stimmung des Songs mehr einer Klassenkampf-Hymne angemessen. Dann checke ich aber nicht, warum so viel in meinen Augen in Richtung des kleinen Künstlerlebens zielt.

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