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Soundtrack zum Protest

... und, huch! schon sind wir bei ernsten Themen. Wohin man auch schaut, gehen gerade (vorwiegend) junge Menschen auf die Straße, weil sie genug von der immer augenfälligeren Schieflage haben. Einige wenige besitzen quasi alles, und auf den Rücken derer, die wenig bis nichts haben und zudem den Laden am Laufen halten, wird gekürzt, gespart, geknappst und geknausert, wie es nur geht. Rap scheint dabei gerade wieder sein Potenzial zu entfalten, als Sprachrohr derer, die sonst keine Stimme haben.

In Berlin etwa, protestierten die Tage vor der Charité junge Mediziner*innen gegen die unwürdigen Arbeitsbedingungen und die Ausbeutung im praktischen Jahr. Einem Bericht der taz zufolge haben sie dabei (leider hab' ich sie nicht gefunden, wir müssen es wohl einfach glauben) eine umgetextete Version von Kendrick Lamars "Humble" zu ihrer Hymne gemacht, in der sie von Hungerlöhnen und Burnout erzählen. Kein Wunder, bekommen die angehenden Ärzt*innen im PJ an der Charité tatsächlich gar nichts bezahlt. Was schon recht wenig ist.

In Frankreich, wo sie traditionell und aus verständlichen Gründen noch viel wütender sind, schwingt sich gerade dieser Track des Duos Felhur x Andro zum Soundtrack des Protests auf, "Bourgeois Jouissent":

"En colère comme Luigi Mangione" sind sie, "wütend wie Luigi Mangione". Mangione wird vorgeworfen (und inzwischen hat er das auch zugegeben), 2024 in Manhattan Brian Thompson, den multimillionenschweren CEO eines US-amerikanischen Krankenversicherungsunternehmens, niedergeschossen zu haben, Thompson starb an seinen Verletzungen, Mangione droht lebenslange Haft.

Der Informatiker gab als Motiv für seine Tat an, er habe nach einer Rückenverletzung jahrelang unter starken Schmerzen gelitten und sich in diesem Zustand mit seiner zahlungsunwilligen Versicherung herumstreiten müssen, auf deren Boss er offensichtlich ziemlich wütend war. Eine Rechtfertigung, den Mann deshalb auf offener Straße abzuknallen, kann das aber ja wohl auch nicht sein. Dass Mangione nach der Tat zu einer Art Volksheld romantisiert wurde: einigermaßen bizarr.

Ein Urteilsspruch gegen Mangione steht noch aus. Hardliner*innen hatten zwischenzeitlich sogar nach der Todesstrafe geschrien. Inzwischen sind aber bereits zwei Anklagen wegen Terrorismusverdacht abgewiesen worden, so dass es momentan eher "nur" nach lebenslänglich aussieht.

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