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Hundert Wörter für Schnee

Dass Haftbefehl endlich mit Selfcare anfängt, und das dann auch konsequent durchzieht, dafür müsste wirklich bald jemand sorgen. Sonst haben wir den nämlich wirklich nicht mehr lange. Statt, wie eigentlich kundgetan, seiner Reha eine längere Pause anzuschließen, dreht der Offenbacher offenbar schon wieder voll am Hauptrad.

Zum einen ist er in "Gen 100" an der Seite von Milonair zu hören. Der Track findet sich auf des letzteren Album "Miladair", das morgen in einer Woche erscheinen soll. Wenn das ...

... der Standard ist, der darauf geboten wird, dann steht uns eine strunzlangweilige Angelegenheit ins Haus, bei der der Titel noch das Kreativste sein dürfte.

Viel schlimmer aber: Haftbefehl hat schon wieder eine Show angekündigt. Angeblich soll er am 5. Dezember in der Kulturfabrik in Saarbrücken auftreten:

Ich finds, ehrlich, nur noch zum Weinen. Die nächste Absage oder das nächste peinliche Bühnendebakel sind damit vorprogrammiert, statt dass man diesem schwerkrankem Mann die Auszeit gönnt, die er dringend nötig hätte. Oder ihn konsequent dazu verdonnert. Wobei es eine Auszeit da wohl nicht mehr tun dürfte. Eigentlich bräuchte Haftbefehl einen kompletten Bruch mit dem ganzen Musikgeschäft und seinen skrupellosen Akteur*innen, die wahrscheinlich auch noch seinen verwesenden Kadaver auf eine Bühne zerren würden, so lange sie sich davon irgendeinen Profit versprechen.

Immerhin, das gelingt auch nicht vielen, hat es Haftbefehl inzwischen in die Pharmazeutische Zeitung geschafft. Dort berichten sie über eine Studie, die Drogenslang im Deutschrap unter die Lupe genommen und dafür explzit Lyrics von Haftbefehl herangezogen hat:

"Auffällig ist den Studienautorinnen und -autoren zufolge die sprachliche Vielfalt. Aykut Anhan alias »Haftbefehl« nutzt nämlich für Kokain 43 verschiedene Slang-Begriffe wie Rocks, Teufelsschuppen oder Bianco; für Cannabis sind es 33, darunter Böses Brötchen, Spliff, Zero-Zero oder Northern Light. Und für Alkohol gibt es 30 Varianten, etwa verkürzte Markennamen wie Grey Goose, Absolut Vanille oder Blue Label. Am häufigsten kamen jedoch die Ausdrücke Crack, Haze und Whisky vor. Diese Bandbreite zeigt, wie stilistisch flexibel der Künstler seine Szenesprache einsetzt. Viele Begriffe fungieren dabei als Marker für eine Gruppenzugehörigkeit oder verdichten seine Rap-Geschichten."

Ja. Seufz.

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