Angst: Migrant
Überdies nach vier Jahren zurückgekehrt ist nun Amewu. Darüber darf man sich freuen, denn wenn es eine Stimme gibt, die wir nicht missen sollten, dann ist das wohl er. Seine neue Single, "Fremd Im Eigenen Krank", macht im Grunde auch sofort genau das, was man sich von ihm erhofft.
Ich mag die analytische Schärfe von diesem Song. Das sind durch die Bank gute Gedanken, klar formuliert, teilweise schön pointiert. Das Ausspielen von Antisemitismus und Rassismus, das Aufgebahren von faschistischer Ideologie. "Der Polizeistaat hat Massephase" gepaart mit dem Gedanken, dass das uns alle noch in den Arsch beißen wird, alles sehr richtig.
Trotzdem will der Song mich nicht so recht in Brand setzen. Vielleicht ist es das etwas zu chillige Instrumental. Amewu klingt nüchtern und ein bisschen resigniert, was als Stimmung total tragen könnte, man spürt ihm ja an, wie hella smart er ist. Aber im Tandem mit der absolut unbissigen Produktion und der eher lieblosen Hook kommt eine Stimmung heraus, die sich weder wütend, noch traurig, noch revolutionär anfühlt, sondern vor allem ein bisschen lethargisch. Es fühlt sich an, als wäre ein Smalltalk in Politik-Talk abgedriftet und beide Parteien sind so 'hm, ja, schon scheiße'. Und das ist ein bisschen schade, weil es die in meinen Augen wirklich starken Lyrics ein bisschen unter Wert verkauft.
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