Fehler machen menschlich
Wir machen weiter mit etwas, das eigentlich ein großer Deal sein sollte: Ein deutscher Rapper hat einen Song mit einem amerikanischen Nummer-eins-Artist, und beide sind als Lead-Artist gebillt? Das ist eigentlich ziemlich krass. Das ist ein richtig heftiger Ritterschlag.
Nur blöd, wenn es der wahrscheinlich unwürdigste und allgemein geringstgeschätzte Nummer-eins-Artist des Jahrhunderts ist und der Song suckt.
Die Chainsmokers, für die, denen der Name nichts sagt, hatten einen sehr prominenten Run vor ungefähr zehn Jahren. Sie waren groß mit dem "#Selfie"-Song (gut, wenn ihr euch nicht erinnert) und haben sich dann zu den Kings des sloppy Frat-Bro-EDMs aufgeschwungen, den die Amis so feiern. Das ging ein Jahr lang mit ein paar Hits gut, bevor ihr unsäglich beschissenes "Memories ... Do Not Open"-Album wirklich jedes Wohlwollen versenkt hat.
Wie dem auch sei: Es ist ja trotzdem irgendwie cool, wenn amerikanische Has-Beens ein offenes Ohr für Deutschland haben. "Inundauswendig" ist leider trotzdem ein ziemlicher Rohrkrepierer. Der Beat klingt halt genau, wie die Chainsmokers vor zehn Jahren geklungen haben. Nicht furchtbar. Einfach nur boring und ohne richtige emotionale Farbe.
Genau deswegen passen sie vielleicht zu Makko auf diesem Song: Der rappt seine Plattitüden ("Menschen machen Fehler, aber Fehler machen menschlich") und seinen vagen Wellness-Talk auch mit dem Pathos eines Kiffers im Halbschlaf runter. Das beste sind da noch die Skater-Szenen in LA, die sie nach dem eigentlich coolen "Nachts Wach" noch einmal aufgewärmt haben. Der Rest des Videos sieht aus wie eine Hommage an ebenfalls schon zehn Jahre verjährten Casper-Kitsch. Immerhin ist das Gesamtprodukt geschlossen hängengeblieben - man könnte es fast schon gezielt nostalgisch finden.
1 Kommentar
Der makko von von früher hätte den makko von heute allein für die Idee ausgelacht.