Seite 6 von 11

Lisa - Sawadika

Und damit kommen wir von oddly großen politischen Themen in unserer K-Pop-Kolumne wieder zur Musik zurück. Die gute Nachricht: In ihrer aktuellen Musik sagt Lisa mit Sicherheit kein N-Wort! Die schlechte Nachricht: Es ist nicht so, als wäre die Musik deswegen sehr kulturell sensibel. Oder besonders gut.

"Sawadika" setzt den Trend der enttäuschenden Lisa-Tracks leider fort. "Rockstar" war ein gutes Beispiel, aber hier sind wir wieder bei sinnlosem, aggressiven Self-Branding, das mir persönlich zu aggressiv ist.

Der Beat ist nicht so furchtbar wie der von "Lalisa", aber er schreit einen doch ziemlich an. Da sind irgendwo unter dem Geschrei coole, elektronische Grooves, aber es ist wirklich zu viel. Mein Problem ist grundlegender Natur: Lisa macht diese gigantischen Flex-Songs, aber ich verstehe nicht, welche Rolle das Geflexe für sie spielt. Im Hip-Hop wäre Flexen klassischerweise das, was Rapperinnen und Rapper sagen: "Guck mal, du hältst mich für dumm und arm, aber jetzt spiele ich dein Spiel und hole mehr raus als du." Aber Lisa ist reich aufgewachsen und seitdem konstant erfolgreich. Niemand hält sie für den Underdog.

Es ist nicht einmal wie "7 Rings" von Ariana Grande, die objektiv ja auch nichts zu flexen hätte. Aber da war immerhin die Boshaftigkeit, ihre Hater zu triggern. Auch das ist in diesem Song nicht zu hören. "Sawadika" klingt wahnsinnig leer in seinem Geflexe. Lisa wirkt, als würde sie Wörter auswendig lernen und abspulen. Wer sich jedoch so viel Kontext aus der Hip-Hop-Kultur aneignet, sollte zumindest grundlegend in der Lage sein, so zu wirken, als würde er das, was er sagt, auch so meinen.

Wertung: 2/5

Seite 6 von 11

Weiterlesen

Noch keine Kommentare