Interview mit Thomas Jensen

Schon am kommenden Samstag, 18. April stimmt das Wacken Open Air mit einer globalen Warm-Up-Party auf das Jubiläum ein: In zahlreichen Ländern finden an diesem Tag offizielle W:O:A-Events mit Livemusik statt, jeweils ausgewählt von lokalen Metal Battle-Promotern. Bei der deutschen Fete im Hamburger Club Betty legt Wackengründer Holger Hübner selbst auf.
"In die Zukunft des Metal investieren""
Der andere des Gründerduos – Thomas Jensen – stellte sich am 13. April noch den Fragen einer internationalen Journalist:innenrunde. laut.de-Mitarbeiterin Désirée Pezzetta war dabei und hielt ihre Eindrücke für uns fest:
Geht es nach dem Wacken Open Air, beginnt die Festivalsaison dieses Jahr nicht erst Ende Juli. Sie startet am kommenden Samstag – und zwar weltweit. Unter dem Motto "One World. One Stage" finden in 35 Ländern gleichzeitig Warm-up-Partys statt, die genau das tun sollen, was der Name verspricht: Die globale Metal-Community zusammenbringen, noch bevor der erste Fuß auf den Holy Ground gesetzt wird.
Das ist kein bloßes Vorgeplänkel, die Abende folgen einer klaren Idee. Nicht nur, dass hier das wichtigste Metal-Festival der Welt gefeiert wird, das Publikum bekommt auch Bands zu sehen, die noch am Anfang ihrer Karriere stehen. Keine Hochglanz-Acts, sondern hungrige Newcomer:innen, die genau diese Bühne wollen und brauchen.
"Das sind 35 Möglichkeiten für die Community, neue Bands zu entdecken und die Bands bekommen eine größere Reichweite", erklärt Thomas Jensen. In einem exklusiven Round-Table mit internationaler Presse macht er sehr deutlich, worum es ihm geht: "Man muss auch in die Zukunft des Metal investieren." Ein Satz, der die Realität ziemlich gut trifft. Die Szene lebt von ihren Legenden – aber sie kann nicht nur von ihnen leben. Die Überalterung macht auch vor den Schwermetaller:innen keinen Halt, die Einschläge kommen näher. Erst vor einigen Monaten ist Szenelegende Ozzy Osbourne gestorben und hat ein riesen Loch hinterlassen. Auch das Publikum wird älter, viele Namen des Line-ups kennt man seit Jahren.
Und genau deshalb gibt es die Wacken Metal Battles: Bands rund um den Globus treten gegeneinander an und bekommen die Chance, sich im Finale in Wacken einem internationalen Publikum zu zeigen. Für viele ist das die erste echte Möglichkeit, der lokalen Szene zu entwachsen. "Man wirft dem Wacken immer Kommerzialisierung vor", betont Jensen, "dabei sind ein Drittel der Acts auf dem Wacken unbekannte Namen - wie kann das Kommerz sein?"
Aber wie gestaltet sich die Zukunft der Szene? Was passiert, wenn die Alten wegsterben? Jensen spricht es ohne zu dramatisieren an: "Rock'n'Roll will never die." Das klingt erstmal wie ein Kalenderspruch – aber er meint damit eben auch: Nur, wenn man neuen Bands Raum gibt.
An diesem Punkt greifen die Warm-up-Partys. Die Szene hat die Möglichkeit, Wacken zu feiern – und steht vor einer Band, die man vorher nicht kannte und plötzlich nicht mehr vergisst. Vielleicht spielt die nächste große Metalband genau an diesem Abend. Und vielleicht merkt man erst später, dass man sie dort zum ersten Mal gesehen hat.
Am 18. April haben Metal Fans in der DACH-Region in Hamburg und Wien die Möglichkeit, sich auf den Holy Ground einzustimmen. Wer eh gerade im Ausland weilt, kann auch u.a. in Spanien, den Vereinigten Arabischen Emiraten oder Australien mitfeiern. Die gesamte Eventliste findet ihr hier.
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