Metalsplitter: Detlef D! Soost, der Metal-Choreograf
vom 3. Juni 2026
Zuschauerrekord bei MetallicaMetallica stellten bei ihrem Konzert im Berliner Olympiastadion am 30. Mai einen neuen Besucherrekord auf. Bisher hielten diesen U2 mit 88.265 Zuschauer:innen. Metallica kamen am Wochenende laut offiziellen Kanälen "über 94.000". Die exakte Zahl ist nicht bekannt.Fotos …
Beachten wir die tatsächliche Realität und nicht dein spekulatives Wunschdenken, stellen wir fest: Das Thema hat Menschen über verschiedene Länder und politische Bubbles hinweg interessiert und wird dies auch weiterhin tun.
Um den ganzen männlichen fragilen, ekelhaften Backlash mal positiv zu drehen: Immerhin können Frauen heute viel schneller erkennen, um wen sie einen riesigen Bogen machen. Kurz mal Social Media checken - die Allerschlimmsten werden da mit Sicherheit schon mal ihre Red Flags herumgeschwenkt haben. Male Lonelyness Epidemic FTW ♥
Wenn Du meinst, @Schwingster. Geht ja nicht darum, was wir gerne hätten, sondern was da ganz handfest zurückkommt, wenn man mal bei rockaffinen Bekannten etwa in Amerika nachfragt. Ansonsten sehe ich es wie @Ragism: Das einzig Positive an der ganzen Geschichte ist, dass man heute zumindest sensibilisiert und vorgewarnt sein kann und nicht mehr automatisch ins offene Messer läuft. Mehr wird (vorerst) nicht passieren gegen eine Armada von hochbezahlten Anwälten.
Lindemann ist Einer der wenigen, der sich nicht von einseitiger Meinungsmache der deutschen "Medien" abschrecken lässt und unvoreingenommen dem russischen Volk gegenüber auftritt. Wer mal selbst im Osten rumgekommen ist, der wird erstaunt sein, das sich ein ganz anderes Bild zeichnet als das, dass man in so genannten seriösen deutschen Presse zu sehen bekommt.
Leseempfehlung:
Paul Schreyer "Wir sind die Guten. Ansichten eines Putinverstehers oder wie uns die Medien manipulieren"
Schreyer zeigt faktisch auf, wie einseitig die Berichterstattung in der Ukrainekrise war und wie die Medien das Bild des "bösen Russen" forciert haben. Selbst neutrale Kritiker bestätigten, was Schreyer hier nachwies. Das hat nichts mit Trollen zu tun, sondern damit, sich seines gesundenen Menschenverstandes zu bedienen und nicht alles zu glauben, was dir ARDF oder Böhrmermann vor den Latz knallen. Wenn du glaubst, das es keine staatlichen Interessen gibt, dann lebst du noch im Gestern und das Schlimmste ist, man wird dazu gezwungen diese Medien, die man nicht konsumiert, durch einen Zwangsbeitrag zu finanzieren; damit Intendanten 200000 im Jahr bekommen und bestimmen wer gut und wer böse ist.
Hallo, wie ist die Arbeit in der Trollfabrik? Putin ist ein machthungriger Autokrat, und auch wenn wir in Deutschland nur eingeschränkte Demokratie genießen ist doch noch ziemlich viel besser als in Russland, wo Systemgegner verschwinden oder aus dem Fenster fallen.
Die Aussage, man solle sich nicht von „einseitiger Meinungsmache“ der deutschen Medien abschrecken lassen, enthält einen wahren Kern, schmuggelt aber eine gefährliche Implikation hinein: dass es eine einfache, symmetrische „Lüge beider Seiten“ gäbe, und dass das westliche Narrativ lediglich übertrieben, nicht falsch sei, und Russland dadurch unbeachtet bliebe, was es wirklich treibt.
Zunächst: Ja, die Narrative im Westen sind oft reduktionistisch, emotional aufgeladen und selektiv. Die Ukraine-Krise wurde sehr oft als moralische Schlagzeile präsentiert—„Gut vs. Böse“, „Freiheit vs. Diktatur“—ohne ausreichende Einordnung historischer Verantwortung (NATO-Osterweiterung, Minsk-Abkommen, westliche Eingriffe in der Region), ohne Differenzierung zwischen russischer Bevölkerung und Putin-Regime, ohne Beachtung von Dissens innerhalb Russlands. Paul Schreyers Arbeit zeigt, wie medial die russische Seite systematisch entmenschlicht wurde, und das ist eine Strategie, die Krieg vorbereitet. Das ist zu kritisieren, nicht zu verteidigen.
Aber: Diese Kritik kann nicht dazu führen, die strukturelle Gewalt des Putin-Regimes zu relativieren—und erst recht nicht, die Tatsache zu verschweigen, dass der „Westen“ weder perfekt ist, noch rein moralisch ist, aber im Vergleich zu Russland eine grundlegend andere politische und soziale Realität hat.
---
Zum strukturellen Problem des westlichen Kapitalismus:
Ja—der kapitalistische Weltmarkt erzeugt Ungleichheit. Lohnabhängige, Arme und sozial Schwache leiden—in Deutschland, den USA, Frankreich, Griechenland. Prekäre Arbeit, steigende Mieten, Zerschlagung öffentlicher Güter, psychische Erkrankungen durch Leistungsdruck—das sind reale Phänomene, die systembedingt sind. Kritik daran ist notwendig, legitim, und sogar zwingend—notwendig, um soziale Bewegungen zu stärken.
Aber: In den westlichen Demokratien, selbst mit all ihren Defekten, gibt es institutionelle Entspannungsventile: freie Presse (auch wenn sie oft kapitalistisch organisiert ist), politische oppositionelle Räume, Streikrecht, Sozialstaat (wenngleich angegriffen), Rechtsstaatlichkeit (auch wenn selektiv vollzogen), und eine Zivilgesellschaft, die Druck ausüben kann, und das ohne Angst verhaftet zu müssen.
In Russland existieren diese Entspannungsventile strukturell nicht. Es gibt kein freies Parlament, keine unabhängigen Gewerkschaften, keine freien Wahlen, keine freie Presse—und auch keine Möglichkeit, sozialen Protest systematisch zu organisieren, ohne bestraft zu werden. Die Putin-Regierung hat alle unabhängigen Institutionen entweder integriert, zerschlagen oder unterworfen—nicht erst seit 2022, sondern seit 2000 systematisch vorangetrieben. Seit 2012 ist es gesetzlich verboten, sich als „ausländischer Agent“ zu bezeichnen, was fast jede unabhängige NGOs automatisch macht. Seit 2020 ist jedes politische Engagement, selbst das für Umweltschutz oder Bildung, haftrisikobehaftet.
Die arme Bevölkerung in Russland leidet auch unter dem globalen Kapitalismus, abersie leidet zuvorderst unter einem autoritären Staat, der seine eigenen Eliten schützt und das Volk systematisch diszipliniert. Die Armut ist nicht nur eine Folge der Marktwirtschaft, sie ist aktiv gefördert durch staatliche Umverteilung nach oben: von der Bevölkerung über Steuern, Inflation, Sozialabbau und Kriegseinsatz, zu einer kleinen Oligarchenschicht, die eng mit dem Staat verwoben ist. ---
Ist der Westen besser? Ja—empirisch und strukturell.
Vergleichen wir nicht die Ideale—sondern die Realität:
- Menschenrechte: Russland unterdrückt sexuelle Minderheiten, Gewerkschafter, Journalisten, Kriegsgegner, mit Gesetzen, die Strafen bis zu 10 Jahren Gefängnis vorsehen. In Deutschland ist Homosexualität legal, Pressefreiheit verfassungsrechtlich geschützt, und Gewerkschaften haben zumindest gewisse Rechte, selbst wenn die Institutionalisierung sich negativ auf ihre Transformationswirkung ausgewirkt hat.
- Sozialstaat: Der deutsche Sozialstaat (z. B. Arbeitslosengeld II, Rentensystem, Gesundheitsversorgung) reduziert Armut um bis zu 40 % (auch wenn er unzureichend ist, und dennoch Armut als Instrument der Unterdrückung fungiert). In Russland gibt es keine funktionierende Arbeitslosenversicherung, keine ausreichende Alterssicherung für Millionen, und die Gesundheitsausgaben pro Kopf betragen ein Drittel der deutschen. Die Lebenserwartung ist um 6 Jahre niedriger—und sinkt weiter.
- politische Gewalt**: In den Europa stirbt man selten für politische Meinungsäußerung. In Russland stirbt man häufig dafür. Alexei Nawalny, Boris Nemtzow, Anna Politkovskaja, und viele mehr. Diese sind nicht „Opfer eines Missverständnisses“ und keine Einzelfälle, sondern systematische Opfer eines autoritären Regimes.
Das ist keine „Westen-hochstufen“-Rhetorik—das ist eine differenzierte Realitätsanalyse. Wenn man die Probleme des Kapitalismus ernst nimmt, dann muss man genau wissen: Welche Form von Kapitalismus? In welchem institutionellen Rahmen? Mit welcher politischen Herrschaft?
Die kapitalistische Staaten Westeuropas sind mit seinen Widersprüchen brüchig, aber wesentlich bessere Orte für die kleinen Leute als das autoritäre Russland, und das liegt nicht an Moral, sondern an Struktur.
---
Abschließend: Was tun?
Kritik an westlicher Medienlogik ist notwendig—aber sie muss in die Kritik an autoritären Kräften hinein, nicht aus ihr heraus. Wer das russische Volk schützen will, der muss seine Stimme erheben gegen den Krieg, und gegen den Putin-Staat, der diesen Krieg führt. Wer soziale Gerechtigkeit will, der muss die globalen Kapitalstrukturen angreifen, und gleichzeitig die autoritären Modelle ablehnen, die versprechen, diese Strukturen zu „korrigieren“, indem sie sie noch härter durchsetzen.
Man kann gleichzeitig sein: - Kritiker des westlichen Kapitalismus, - Kritiker der NATO-Politik, - und Unterstützer derjenigen, die in Russland für Freiheit, Soziales und Frieden kämpfen—und dafür bezahlen müssen.
Das ist kein „gefühltes moralisches Gleichgeritten“, das sind Tatsachen, Facts and logic. Und das ist die einzige Grundlage, auf der wir als Menschen gut funktionierende Zukunftspolitik machen können.
Geil: Thema war die Rhythmusgruppe Metallica, die in Berlin ein Stück von der Rhythmusgruppe Rammstein gespielt hat, was möglicherweise keine sonderlich glückliche Wahl war. Und im Handumdrehen sind wir in Russland und bei der "Lügenpresse" und Hastenichgesehen.
am besten an den ganzen vorwürfen und anschuldigungen gegen till lindemann gefällt mir ja, dass die frauen und deren unterstützerinnen sich v.a. über twitter organisiert bzw kommuniziert haben ehe das ganze dann in die anderen media outlets übergeschwappt ist. und das 2023... anderthalb jahre nachdem elon das ganze gekauft hat und es damit KOMPLETT RUINIERT hat...
@Steve "Geht ja nicht darum, was wir gerne hätten, sondern was da ganz handfest zurückkommt, wenn man mal bei rockaffinen Bekannten etwa in Amerika nachfragt."
Was da handfest zurückkommt ist auch nur anekdotische Evidenz.
"Und im Handumdrehen sind wir in Russland"
Dafür kann ja nur derjenige was, der anfing, polemischen Müll dazu abzusondern.
"Thema war die Rhythmusgruppe Metallica"
Klugscheißmodus: Die Rhythmusgruppe beinhaltet in diesem lediglich Bass und Drums.
Metallica ist halt keine Bigband, dann könnte man von der Rhythmusgruppe (woraus auch immer sie nun besteht) in Abgrenzung zu Bläsern oder Gesängen sprechen. Aber er meint ja sowieso die ganze Band, nicht Teile davon. Also einfach Quatsch
Ich schätze, dass die Band selbst wenig von der Lindemann-Kontroverse mitbekommen hat. Aber das Management sicher schon. Ich fürchte sie denken, die Berliner Metallica-Fans wären zum Großteil auch riesen Rammstein Fans und würden sich darüber freuen. Was man so hört, waren die aber gar nicht soo begeistert Ich hoffe sie bekommen nicht noch eingeflüstert, dass es eine gute Idee wäre, in Frankfurt die Onkelz zu spielen.
„Geht ja nicht darum, was wir gerne hätten, sondern was da ganz handfest zurückkommt, wenn man mal bei rockaffinen Bekannten etwa in Amerika nachfragt.“ …
Auf das, was da gerade aus den USA handfest zurückkommt, kann ich insgesamt komplett verzichten. Und natürlich geht es auch darum, was wir gerne hätten. In München haben sie ja mal Skandal im Sperrbezirk gespielt und ich denk mal nicht, dass die Idee von irgendwelchen rockaffinen Amis stammt.
Zuschauerrekord bei MetallicaMetallica stellten bei ihrem Konzert im Berliner Olympiastadion am 30. Mai einen neuen Besucherrekord auf. Bisher hielten diesen U2 mit 88.265 Zuschauer:innen. Metallica kamen am Wochenende laut offiziellen Kanälen "über 94.000". Die exakte Zahl ist nicht bekannt.Fotos …
> Mag sein, dass Hammett und Trujillo in abgekapselten US-Sphären nicht wirklich was mitbekommen haben vom Skandal um Till Lindemann ...
Da muss man der Realität einfach mal ins Auge blicken: Außerhalb der linken Bubble in Deutschland interessiert das Thema keinen Schwanz.
Beachten wir die tatsächliche Realität und nicht dein spekulatives Wunschdenken, stellen wir fest: Das Thema hat Menschen über verschiedene Länder und politische Bubbles hinweg interessiert und wird dies auch weiterhin tun.
Dass die Ermittlungen eingestellt wurden, weil anscheinend nichts justiziables passiert ist, interessiert das eigentlich jemanden?
Männer, die ihre Ehefrauen vor 1997 vergewaltigt haben, haben auch keine Straftat begangen, interessiert das eigentlich jemanden?
Um den ganzen männlichen fragilen, ekelhaften Backlash mal positiv zu drehen: Immerhin können Frauen heute viel schneller erkennen, um wen sie einen riesigen Bogen machen. Kurz mal Social Media checken - die Allerschlimmsten werden da mit Sicherheit schon mal ihre Red Flags herumgeschwenkt haben. Male Lonelyness Epidemic FTW ♥
Incel Deichmolch in 3...2...1...
Wenn Du meinst, @Schwingster. Geht ja nicht darum, was wir gerne hätten, sondern was da ganz handfest zurückkommt, wenn man mal bei rockaffinen Bekannten etwa in Amerika nachfragt. Ansonsten sehe ich es wie @Ragism: Das einzig Positive an der ganzen Geschichte ist, dass man heute zumindest sensibilisiert und vorgewarnt sein kann und nicht mehr automatisch ins offene Messer läuft. Mehr wird (vorerst) nicht passieren gegen eine Armada von hochbezahlten Anwälten.
Lindemann ist Einer der wenigen, der sich nicht von einseitiger Meinungsmache der deutschen "Medien" abschrecken lässt und unvoreingenommen dem russischen Volk gegenüber auftritt. Wer mal selbst im Osten rumgekommen ist, der wird erstaunt sein, das sich ein ganz anderes Bild zeichnet als das, dass man in so genannten seriösen deutschen Presse zu sehen bekommt.
Leseempfehlung:
Paul Schreyer "Wir sind die Guten. Ansichten eines Putinverstehers oder wie uns die Medien manipulieren"
Schreyer zeigt faktisch auf, wie einseitig die Berichterstattung in der Ukrainekrise war und wie die Medien das Bild des "bösen Russen" forciert haben. Selbst neutrale Kritiker bestätigten, was Schreyer hier nachwies. Das hat nichts mit Trollen zu tun, sondern damit, sich seines gesundenen Menschenverstandes zu bedienen und nicht alles zu glauben, was dir ARDF oder Böhrmermann vor den Latz knallen. Wenn du glaubst, das es keine staatlichen Interessen gibt, dann lebst du noch im Gestern und das Schlimmste ist, man wird dazu gezwungen diese Medien, die man nicht konsumiert, durch einen Zwangsbeitrag zu finanzieren; damit Intendanten 200000 im Jahr bekommen und bestimmen wer gut und wer böse ist.
Hallo, wie ist die Arbeit in der Trollfabrik? Putin ist ein machthungriger Autokrat, und auch wenn wir in Deutschland nur eingeschränkte Demokratie genießen ist doch noch ziemlich viel besser als in Russland, wo Systemgegner verschwinden oder aus dem Fenster fallen.
Der Incel war mir dann doch irgendwie lieber als der Putin-Bot ...
Die Aussage, man solle sich nicht von „einseitiger Meinungsmache“ der deutschen Medien abschrecken lassen, enthält einen wahren Kern, schmuggelt aber eine gefährliche Implikation hinein: dass es eine einfache, symmetrische „Lüge beider Seiten“ gäbe, und dass das westliche Narrativ lediglich übertrieben, nicht falsch sei, und Russland dadurch unbeachtet bliebe, was es wirklich treibt.
Zunächst: Ja, die Narrative im Westen sind oft reduktionistisch, emotional aufgeladen und selektiv. Die Ukraine-Krise wurde sehr oft als moralische Schlagzeile präsentiert—„Gut vs. Böse“, „Freiheit vs. Diktatur“—ohne ausreichende Einordnung historischer Verantwortung (NATO-Osterweiterung, Minsk-Abkommen, westliche Eingriffe in der Region), ohne Differenzierung zwischen russischer Bevölkerung und Putin-Regime, ohne Beachtung von Dissens innerhalb Russlands. Paul Schreyers Arbeit zeigt, wie medial die russische Seite systematisch entmenschlicht wurde, und das ist eine Strategie, die Krieg vorbereitet. Das ist zu kritisieren, nicht zu verteidigen.
Aber: Diese Kritik kann nicht dazu führen, die strukturelle Gewalt des Putin-Regimes zu relativieren—und erst recht nicht, die Tatsache zu verschweigen, dass der „Westen“ weder perfekt ist, noch rein moralisch ist, aber im Vergleich zu Russland eine grundlegend andere politische und soziale Realität hat.
---
Zum strukturellen Problem des westlichen Kapitalismus:
Ja—der kapitalistische Weltmarkt erzeugt Ungleichheit. Lohnabhängige, Arme und sozial Schwache leiden—in Deutschland, den USA, Frankreich, Griechenland. Prekäre Arbeit, steigende Mieten, Zerschlagung öffentlicher Güter, psychische Erkrankungen durch Leistungsdruck—das sind reale Phänomene, die systembedingt sind. Kritik daran ist notwendig, legitim, und sogar zwingend—notwendig, um soziale Bewegungen zu stärken.
Aber: In den westlichen Demokratien, selbst mit all ihren Defekten, gibt es institutionelle Entspannungsventile: freie Presse (auch wenn sie oft kapitalistisch organisiert ist), politische oppositionelle Räume, Streikrecht, Sozialstaat (wenngleich angegriffen), Rechtsstaatlichkeit (auch wenn selektiv vollzogen), und eine Zivilgesellschaft, die Druck ausüben kann, und das ohne Angst verhaftet zu müssen.
In Russland existieren diese Entspannungsventile strukturell nicht. Es gibt kein freies Parlament, keine unabhängigen Gewerkschaften, keine freien Wahlen, keine freie Presse—und auch keine Möglichkeit, sozialen Protest systematisch zu organisieren, ohne bestraft zu werden. Die Putin-Regierung hat alle unabhängigen Institutionen entweder integriert, zerschlagen oder unterworfen—nicht erst seit 2022, sondern seit 2000 systematisch vorangetrieben. Seit 2012 ist es gesetzlich verboten, sich als „ausländischer Agent“ zu bezeichnen, was fast jede unabhängige NGOs automatisch macht. Seit 2020 ist jedes politische Engagement, selbst das für Umweltschutz oder Bildung, haftrisikobehaftet.
Die arme Bevölkerung in Russland leidet auch unter dem globalen Kapitalismus, abersie leidet zuvorderst unter einem autoritären Staat, der seine eigenen Eliten schützt und das Volk systematisch diszipliniert. Die Armut ist nicht nur eine Folge der Marktwirtschaft, sie ist aktiv gefördert durch staatliche Umverteilung nach oben: von der Bevölkerung über Steuern, Inflation, Sozialabbau und Kriegseinsatz, zu einer kleinen Oligarchenschicht, die eng mit dem Staat verwoben ist.
---
Ist der Westen besser? Ja—empirisch und strukturell.
Vergleichen wir nicht die Ideale—sondern die Realität:
- Menschenrechte: Russland unterdrückt sexuelle Minderheiten, Gewerkschafter, Journalisten, Kriegsgegner, mit Gesetzen, die Strafen bis zu 10 Jahren Gefängnis vorsehen. In Deutschland ist Homosexualität legal, Pressefreiheit verfassungsrechtlich geschützt, und Gewerkschaften haben zumindest gewisse Rechte, selbst wenn die Institutionalisierung sich negativ auf ihre Transformationswirkung ausgewirkt hat.
- Sozialstaat: Der deutsche Sozialstaat (z. B. Arbeitslosengeld II, Rentensystem, Gesundheitsversorgung) reduziert Armut um bis zu 40 % (auch wenn er unzureichend ist, und dennoch Armut als Instrument der Unterdrückung fungiert). In Russland gibt es keine funktionierende Arbeitslosenversicherung, keine ausreichende Alterssicherung für Millionen, und die Gesundheitsausgaben pro Kopf betragen ein Drittel der deutschen. Die Lebenserwartung ist um 6 Jahre niedriger—und sinkt weiter.
- politische Gewalt**: In den Europa stirbt man selten für politische Meinungsäußerung. In Russland stirbt man häufig dafür. Alexei Nawalny, Boris Nemtzow, Anna Politkovskaja, und viele mehr. Diese sind nicht „Opfer eines Missverständnisses“ und keine Einzelfälle, sondern systematische Opfer eines autoritären Regimes.
Das ist keine „Westen-hochstufen“-Rhetorik—das ist eine differenzierte Realitätsanalyse. Wenn man die Probleme des Kapitalismus ernst nimmt, dann muss man genau wissen: Welche Form von Kapitalismus? In welchem institutionellen Rahmen? Mit welcher politischen Herrschaft?
Die kapitalistische Staaten Westeuropas sind mit seinen Widersprüchen brüchig, aber wesentlich bessere Orte für die kleinen Leute als das autoritäre Russland, und das liegt nicht an Moral, sondern an Struktur.
---
Abschließend: Was tun?
Kritik an westlicher Medienlogik ist notwendig—aber sie muss in die Kritik an autoritären Kräften hinein, nicht aus ihr heraus. Wer das russische Volk schützen will, der muss seine Stimme erheben gegen den Krieg, und gegen den Putin-Staat, der diesen Krieg führt. Wer soziale Gerechtigkeit will, der muss die globalen Kapitalstrukturen angreifen, und gleichzeitig die autoritären Modelle ablehnen, die versprechen, diese Strukturen zu „korrigieren“, indem sie sie noch härter durchsetzen.
Man kann gleichzeitig sein:
- Kritiker des westlichen Kapitalismus,
- Kritiker der NATO-Politik,
- und Unterstützer derjenigen, die in Russland für Freiheit, Soziales und Frieden kämpfen—und dafür bezahlen müssen.
Das ist kein „gefühltes moralisches Gleichgeritten“, das sind Tatsachen, Facts and logic. Und das ist die einzige Grundlage, auf der wir als Menschen gut funktionierende Zukunftspolitik machen können.
Geil: Thema war die Rhythmusgruppe Metallica, die in Berlin ein Stück von der Rhythmusgruppe Rammstein gespielt hat, was möglicherweise keine sonderlich glückliche Wahl war. Und im Handumdrehen sind wir in Russland und bei der "Lügenpresse" und Hastenichgesehen.
Ich fahr runter und bin wieder im Bunker.
am besten an den ganzen vorwürfen und anschuldigungen gegen till lindemann gefällt mir ja, dass die frauen und deren unterstützerinnen sich v.a. über twitter organisiert bzw kommuniziert haben ehe das ganze dann in die anderen media outlets übergeschwappt ist. und das 2023... anderthalb jahre nachdem elon das ganze gekauft hat und es damit KOMPLETT RUINIERT hat...
@Steve
"Geht ja nicht darum, was wir gerne hätten, sondern was da ganz handfest zurückkommt, wenn man mal bei rockaffinen Bekannten etwa in Amerika nachfragt."
Was da handfest zurückkommt ist auch nur anekdotische Evidenz.
"Und im Handumdrehen sind wir in Russland"
Dafür kann ja nur derjenige was, der anfing, polemischen Müll dazu abzusondern.
"Thema war die Rhythmusgruppe Metallica"
Klugscheißmodus: Die Rhythmusgruppe beinhaltet in diesem lediglich Bass und Drums.
*in diesem Fall, freilich.
Klugscheißmodus: Ob Bass oder Gitarre zur Rhythmusgruppe gehören ist vom Stück abhängig und kann sich auch währenddessen ändern.
Metallica ist halt keine Bigband, dann könnte man von der Rhythmusgruppe (woraus auch immer sie nun besteht) in Abgrenzung zu Bläsern oder Gesängen sprechen. Aber er meint ja sowieso die ganze Band, nicht Teile davon. Also einfach Quatsch
Ich schätze, dass die Band selbst wenig von der Lindemann-Kontroverse mitbekommen hat. Aber das Management sicher schon. Ich fürchte sie denken, die Berliner Metallica-Fans wären zum Großteil auch riesen Rammstein Fans und würden sich darüber freuen. Was man so hört, waren die aber gar nicht soo begeistert
Ich hoffe sie bekommen nicht noch eingeflüstert, dass es eine gute Idee wäre, in Frankfurt die Onkelz zu spielen.
„Geht ja nicht darum, was wir gerne hätten, sondern was da ganz handfest zurückkommt, wenn man mal bei rockaffinen Bekannten etwa in Amerika nachfragt.“ …
Auf das, was da gerade aus den USA handfest zurückkommt, kann ich insgesamt komplett verzichten.
Und natürlich geht es auch darum, was wir gerne hätten.
In München haben sie ja mal Skandal im Sperrbezirk gespielt und ich denk mal nicht, dass die Idee von irgendwelchen rockaffinen Amis stammt.
Fun fact am Rande: Die ehemalige Rhythmussektion der Band Sleep wurde später zu OM.
Kauft OM! Erwerbt OM!
OM = Gott
Advaitic Song ♥