5 Fragen an Violent Vortex

Am 29. Mai fand die zweite Pit Session des von Twitch-Streamer HandOfBlood gegründeten Labels Corrupted Blood Records statt. Mit dabei war die aus dem Raum Stuttgart stammende junge Thrash Metal-Band Violent Vortex, die aktuell im Tryout-Programm des Labels fahren und so direkt einen Slot beim Hurricane Festival ergattern konnten. Bislang stehen nur zwei Songs der Truppe online. Die klingen allerdings höchst vielversprechend. Das Debütalbum soll noch dieses Jahr erscheinen.
1. Welches Album hatte den größten Einfluss auf euch?
Lilith: Judas Priest - "Painkiller".
Mika: Da gibt es unfassbar viele Alben! Ein Album, das mich schon sehr
lange begleitet ist "Where Owls Know My Name" von Rivers of Nihil. Es ist meiner Meinung nach einzigartig, wie auf diesem Werk Genregrenzen irgendwo zwischen 70s Prog und modernem, technischen Death Metal mit so einer Eleganz verschwimmen.
2. Was zeichnet die Musik von Violent Vortex besonders aus?
Mika: Man könnte jetzt sagen: die Musik ist schnell, energetisch, und wir kreieren unsere ganz eigene Art des Thrash Metal! Aber das ist nichts, was uns insbesondere auszeichnet. Das machen andere Bands auch. Was ich bei uns sehr unique finde, ist die Art und Weise, wie wir unsere Themen in den Lyrics nach außen tragen. Wir gehen da schon fast in eine aktivistische Richtung und wollen tatsächlich etwas in der Szene bewirken. Das alles hat so einen frischen Drive, den ich sehr schätze.
3. Was sollte sich in der Metal-Community zum Besseren verändern?
Mika: Definitiv das Verhalten einiger Männer auf Konzerten. Ich mag auch Moshpits und alles was dazugehört, aber es sollte meiner Meinung nach eine Bierobergrenze geben, sodass Leute, die zu viel getrunken haben und dementsprechend rücksichtslos werden, nicht mehr am Pit teilhaben dürfen.
Lilith: Alkohol ist ein massives Problem. Alkohol zerstört Existenzen. Alkohol ist ein fester Bestandteil der Szene und ist Ursache für viel Leid.
4. Was ist euch in eurer Musik am wichtigsten?
Jeany: Als queer besetzte Band ist es uns natürlich wichtig, Sichtbarkeit zu schaffen und dazu beizutragen, dass die Metalszene ein Ort für Miteinander und Toleranz ist. Subkultur und Kunst kann nicht unpolitisch sein. Uns liegt es am Herzen, auf Probleme aufmerksam zu machen und unsere Bühne zu nutzen. Als Vocalist achte ich in meinen Texten neben des künstlerischen Anspruchs auch besonders auf die Aufarbeitung sozialer Thematiken, die uns alle betreffen. Da ist Authentizität und Emotion auch mit im Fokus. Getragen werden die Lyrics dann von der schnellen Musik ins Ohr des Publikums, das gute Songwriting meiner Bandkollegen ergibt die perfekte Basis für solche sonst eher schwer zu vermittelnde Gesellschaftskritik.
Mika: Mir persönlich ist es wichtig, dass wir als Band einen guten Zusammenhalt haben. Die Musik sollte kohärent klingen, darf sich aber auch mal was trauen.
Lilith: Songstruktur und Dynamik. Musik kann unfassbare Emotionen bewirken, und dies sind die wichtigsten Grundsteine dafür.
5. Welches Buch sollte man unbedingt gelesen haben?
Mika: "Herr der Fliegen" von William Golding.
Lilith: Ein Buch zu nennen, reicht definitiv nicht aus. Diese drei haben die meisten
Eindrücke in mir hinterlassen: George Orwells "1984", Goethes "Die Leiden des jungen Werthers" und von Kohei Saito "Systemsturz: Der Sieg der Natur über den Kapitalismus".
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