Seite 15 von 18

Caleb Shomos Coming Out

Beartooth-Sänger Caleb Shomo hat sich öffentlich zu seiner Homosexualität bekannt. Seitdem er mit seiner Band vor einigen Wochen das Musikvideo "Free" veröffentlicht hat, ist er Ziel zahlreicher homophober Anfeindungen im Netz, weshalb er zwischenzeitlich sogar seine Social-Media-Kanäle offline nahm.

Im Mai ging er wieder online und stellte klar: "Ich bin ein stolzer, schwuler Mann." Grund für den Schritt in die Öffentlichtkeit sei vor allem gewesen, den Spekulationen ein Ende zu bereiten und deren Auswirkungen auf sein persönliches Umfeld einzugrenzen.

"Das ist etwas, womit ich in meinem Leben schon seit einer ganzen Weile beschäftigt bin", erklärt Shomo weiter. "Es war schwierig, die Gefühle zu navigieren und herauszufinden, wie ich damit umgehen sollte. In meiner Kunst bei Beartooth habe ich immer danach gestrebt, herauszufinden, wer ich in meinem tiefsten Innern bin. Wer die Band in den frühen Jahren verfolgt hat, findet vier Alben über mein religiöses Aufwachsen, Depression, Selbsthass, Selbstverachtung und Hoffnungslosigkeit. Ich bin dankbar für all diese Alben, aber schäme mich manchmal auch dafür, dass ich mir nie erlaubt habe, wirklich die Wurzeln dessen auszugraben. Ich habe ein Jahrzehnt damit verbracht, meine Gefühle in Alkohol zu ertränken. Als ich entschieden habe, das sein zu lassen und mich darauf zu konzentrieren, herauszufinden, warum ich mich schon so lange so fühle, führte mich das direkt zu meiner Sexualität.

Ich hoffte, das würde mir erlauben, mich selbst zu lieben. Bevor ich anfing, am neuen Album zu schreiben, versprach ich mir selbst, dass ich mich, egal was passieren würde, voll und ganz ausdrücken werde. Egal was es mir abverlangt, ich werde dem folgen und weigere mich, das zu verwässern – sei es in der Musik, den Texten oder der Art und Weise, wie ich mich selbst porträtiere. Ich möchte nur tun, was mich glücklich macht und was dem ehrlichsten Bild meines Selbst entspricht. Ich glaube, dass es unmöglich ist, jeden Teil von dir selbst zu lieben, wenn man sich nicht mit jedem Teil aufrichtig konfrontiert. Endlich fange ich an, stolz darauf zu sein, wer ich bin. Das ist ein riesiger Teil meiner Reise.

An alle, die mir Liebe gezeigt haben, mich durch bekräftigt haben, in dem sie ihr Leben frei und offen in meiner Präsenz leben, die queere Community unterstützen oder mir einfach nur gesagt haben, dass sie mich lieben, egal wer ich bin: Ich stehe für immer in eurer Schuld, und ich hoffe, ihr wisst, was ihr mir bedeutet. Ich ermutige alle, die damit zu kämpfen haben, wer sie sind: Seid gnädig mit euch selbst. Seid geduldig. Seid ehrlich. Geht die Arbeit an, statt es – wie ich es getan habe – tief in euch zu vergraben, weil ihr meint, es würde sich was ändern. Daran festzuhalten, wird euch und euer Umfeld nur wehtun. Ich liebe euch alle, und hoffentlich ist das ein Schritt in die richtige Richtung, damit ich mich eines Tages selbst lieben kann."

Shomos Ehefrau Fleur äußerte sich wenig später ebenfalls und betonte, sie unterstütze den Sänger auf seinem Weg. "Ich werde Caleb immer lieben, schützen und supporten wollen. Ich habe mich über die Jahre hinweg mehr um sein Wohlergehen gekümmert als um sonst etwas in der Welt. [...] Ich wollte immer nur, dass Caleb glücklich ist. Ihm zu helfen, das durchzustehen, ohne zu wissen, was wir tun sollten, war eine Lernkurve, die wir nie erwartet hatten. [...] Niemand kennt unsere Ehe wie wir selbst. Und niemand sonst außer diesen Beiden wird jemals wissen, wie tief eine Liebe zwischen zwei Menschen sein kann", schrieb sie, mutmaßlich in Richtung unweigerlich hervorkriechender Internet-Trolle. "Ich vermisse das und meinen Ehemann schon jetzt mehr als alles andere. Unsere Geschichte war eine gute. Und nun ist sie zu Ende. Ich hoffe, dass alle, die das hier mitbekommen, Hoffnung und Mut dadurch fassen können, und ich hoffe, dass die Fans Caleb weiterhin unterstützen werden."

Seite 15 von 18

Weiterlesen

Noch keine Kommentare