Radiohead - "No Suprises"
Ein Job, der einen auslaugt, jeder Tag sieht irgendwie gleich aus und so richtig glücklich ist man mit seinem Leben auch nicht. Klingt nicht gerade verlockend. Radiohead machen daraus mit "No Surprises" trotzdem einen Song, der sich zunächst fast wie ein Schlaflied anhört. Dafür sorgen vor allem das Glockenspiel und die sanften Gitarrenklänge, die einen für einen kurzen Moment vergessen lassen, wie düster der Text eigentlich ist. Denn hinter der beinahe unschuldigen Melodie steckt die Geschichte eines Menschen, der von seinem Alltag und den Erwartungen an ihn völlig erschöpft ist. Statt sich dagegen aufzulehnen, scheint er sich längst damit abgefunden zu haben. Thom Yorke singt mit einer fast schon kraftlosen Stimme, als hätte er selbst keine Energie mehr, sich über irgendetwas aufzuregen. Besonders bitter ist dabei der Wunsch nach einem Leben ohne weitere Überraschungen. Was zunächst nach Ruhe und Zufriedenheit klingt, wirkt hier eher wie der verzweifelte Wunsch, endlich von allem in Ruhe gelassen zu werden. Wie erdrückend sich das anfühlen kann, zeigt auch das Musikvideo, in dem sich ein Helm um Yorkes Kopf langsam mit Wasser füllt. Viel deutlicher lässt sich das Gefühl, im eigenen Leben festzustecken, wohl kaum darstellen.
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