Platz 1: Tom Waits - "Picture In A Frame"
Der "mean old man" unter den großartigten Songwritern macht keine halben Sachen. Ist er böse, wird es gemeingefährlich, will er tanzen, steppt der Bär, und wenn Tom Waits liebt, dann mit Haut und Haar. Ohne auch nur einen Anflug der gemeinen Kitschschlagseite findet er auf "Picture I A Frame" genau die Worte für das Gefühl der ersten und immerwährenden Frischverliebtheit. Vielen Dank dafür!
7 Kommentare
Klasse, hier Waits auf der Eins zu sehen.
Ja, lustig. Für mich wäre hier auch ein Tom Waits Song ganz weit oben. Und auch einer von Mule Variations.
Ist vielleicht nicht super universell, weil halt eine schon sehr lange Beziehung zu einer Lebenspartnerin besungen wird, aber Take It With Me finde ich wirklich unglaublich schön.
Lovesong-Listen können so grausam sein. Tja, nur die Harten kommen in den wilden Garten.
Nur, was hilft das alles, "wenn der Gesang dabei so klingt, als würde ein Pandabär ein vierstöckiges Mehrfamilienhaus gebären"? (morpho) Da fährt ja alle Freude und Romantik dahin.
Bin ja kein Freund von "die besten"-Listen im Allgemeinen. Aber Tom Waits ist halt eine ganz eigene Liga und mir die liebste. Und entdeckt habe ich ihn mit Mule Variations. Damals saß ich in einer Arztpraxis und las, da es sonst nichts gab, die Bunte(oder was ähnliches, ganz sicher bin ich nicht). Und als ich zu den aktuellen Platten-Reviews kam las sich die Rezension so gut, das ich dirket nach meinem Termin im Music-Shop vorbei ging und zugriff. Eine der besten spontanen Entscheidungen die ich je traf.....
Es war ca. 1998 als ich zum ersten Mal Tom Waits auf VH1 hörte. Ich war damals fest davon überzeugt, dass dieser Mann bereits tot sein müsse. Seine letzte richtige Veröffentlichung, der Soundtrack zu The Black Rider, lag bereits Jahre zurück - in der schnelllebigen Musikwelt der Neunziger eine Ewigkeit. Es gab kein Internet, wie wir es heute kennen, keine Social-Media-Updates und keine Paparazzi-Fotos. Tom Waits war für mich ein Geist. Er passte perfekt in das Bild eines verlebten, längst verstorbenen Poeten aus einer anderen Ära, dass ich gar nicht auf die Idee kam, er könne noch irgendwo in Kalifornien leben und mit seiner Familie Frühstück essen. Ich hörte seine Musik wie ein Vermächtnis. Für mich war er eine Legende der Vergangenheit, einer von jenen, die jung sehr intensiv gelebt hatten und dann verschwunden waren. Umso größer war dann die Überraschung - und die Freude - als es im Frühjahr 1999 plötzlich hieß, der Mann lebt noch. Und nicht nur das, er bringt ein neues Album heraus. Als Mule Variations 1999 erschien, fühlte es sich für mich also nicht nur einfach wie ein neues Release an. Es war eine Regelrechte Auferstehung von den Toten.