Gewalttätig, so sollte "The Gold Album" von Weezer laut Produzent Kenneth Blume klingen. Ein merkwürdiger Begriff, denn absolut nichts an dieser Band wirkt besonders gefährlich. Weezer sahen schon 1994 auf ihrem Debütalbum wie freundliche Suburban-Dads aus der Nachbarschaft aus, die mit ein paar …
Okay, das war jetzt die Sky-Sportkommentar-Version einer Albenbesprechung. Lauter allgemeines Gelaber, wofür die Band so stehe, was man irgendwo mit ihr verbindet, irgendwas mit 90s, unbeschwerter High-School-Zeit und einem nerdigen Rivers, der da nie so recht rauswachsen kann oder möchte. Was auf dem Platz eigentlich passiert, ist da fast egal.
Ragism, das sind mir immer die Liebsten, ehrlich, die immer nur belfern ist leicht.
Ich mag Rinkos Sprache und Bilder (es sei übrigens auch erwähnt, dass ich Kollege von laut.de bin) und es schadet auch nicht, sich daran erinnern zu können, wie die Zeit war, als das blaue Album und Pinkerton rauskamen, wenn man eine Weezer-Review verfasst. . Bei Reviews zu den Rolling Stones liest man ja auch weniger gern Einlassungem von Emdzwanzigern, würde ich behaupten.
Das Album klingt wirklich super – da haben die Produzenten ganze Arbeit geleistet. Es sind auch einige richtig gute Songs dabei. „We Might As Well Be Strangers“ war eine klasse Single und gehört für mich definitiv zu den besten Songs des Albums. „The LA Sound“ möchte ich ebenfalls hervorheben. Bei dem Song stimmt einfach alles.
Ein paar Filler sind trotz der kurzen Laufzeit dabei. „Don’t Make It Weird“, „Hoops“ und „Nowhere“ sind zwar keine Totalausfälle, bleiben aber auch nicht besonders lange im Gedächtnis.
Alles in allem ein solides neues Album mit wenigen Überraschungen. Weezer, so wie wir sie lieben.
Ist eigentlich noch jemand Fan der SZNZ-Alben? Gerade „Winter“ hatte für mich einige der besten Weezer-Songs überhaupt.
Ja, mir gefällt SZNZ alles in allem auch ziemlich gut. Wurde und wird leider komplett ignoriert. Laut Rivers Cuomo ist das auch der Grund für den kollaborativen Ansatz des Gold Albums.
SZNZ hatte einige der besten Tracks der Bandgeschichte ("Iambic Pentameter"!!!). Aber Cuomo sagte auch, sie haben definitiv zu viel geschrieben in ihrer langen Bandgeschichte. Entsprechend ist diese "Gold"-Platte auch so kurz und knackig geworden, ohne Filler. Und von dem Sound können viele Metal- und andere Zerrgitarrenbands nur träumen.
SZNZ zeigt ja auch sehr gut, wie wenig Gespür seitens Cuomo dafür vorhanden ist, welche Stücke nun auf ein Album gepackt werden sollten und welche nicht. Offensichtlicherweise ist er ein Power Pop Genie und sollte mit Weezer eine Banger LP nach der anderen rausbringen. Stattdessen bekommen wir alle 3-4 Jahre 10 random Songs serviert und die Knaller verrotten in seinem Demo-Archiv. Würde man die Hälfte streichen, wäre SZNZ ziemlich weit oben in der Diskografie anzusiedeln. So in der Form mit den 4 EPs hat das Projekt halt einen etwas "egalen" Charakter.
Im Kern ist es tatsächlich ein sehr bitteres Album. Der ultimative Treppenwitz ist, dass es die Weezer-Fans zur Zeit komplett abfeiern. Da bekommt man schon Mitleid mit Rivers Cuomo. Getragen wird die Platte auf jeden Fall von dem crunchy Jam-Session-Sound. Das steht der Band sehr gut nach den eher glatten und teils überproduzierten letzten paar LPs. "Say Yes", "We Might As Well Be Strangers" und "The LA Sound" sind großartig und stechen heraus. Generell ist die erste Hälfte besser als die zweite. Hier und da klingen die Stücke vielleicht zu sehr nach Skizze, z.B. "Nowhere", aber das sind nur kleinere Mäkel eines ansonsten sehr kurzweiligen Albums. Laut Drummer Patrick Wilson sollen fortan nun alle Veröffentlichungen diesen Stil fahren und nicht mehr in saubere Studio-Raster gezwängt werden. Bekanntlich hat aber Kreativ-Oberhaupt Rivers Cuomo stets das letzte Wort. Es bleibt also spannend.
Ich finde da Album rappelt sich zum Schluss nochmal. "Up in the Clouds" und "The LA Sound" gehören zu den besten Songs des Albums und auch "The Show must Go On" ist Solide.
Hättest du weniger Mitleid, wenn de Weezer-Fans das Album richtig scheiße finden würden? Verstehe den Punkt nicht so ganz. Weezer machen Weezersachen und Weezer-Fans finden das gut. Win-Weezer, oder?
Kann nach vielen Durchläufen auch zum Ende hin keine schwachen Tracks erkennen. Gibt andererseits ganze Weezer-Platten, die kann ich mir von Anfang bis Ende nicht anhören.
Ich glaube, das liegt daran, dass Rivers immer dann, wenn er genau das macht, worauf er selbst Lust hat, von vielen Fans dafür kritisiert wird. Jetzt hat Weezer ein Album veröffentlicht, das den Fans genau das gibt, was sie sich seit Jahren wünschen – eingängig, klassisch und sehr gefällig. Und plötzlich sind auch die guten Reviews wieder da.
@pokusa: Hoops und Show Must Go On haben noch ein paar musikalische Quirks, auf die ich ungern verzichten würde bei der Scheibe. Verzichten könnte ich am ehesten noch auf C.E.O.
Aber im Großen und Ganzen scheints ja sehr gut anzukommen
Will mich nicht selbst loben, aber ich feiere viele Künstler hart ab und kann trotzdem sagen, dass Album X einfach nicht so toll ist oder nach Album Y nichts Relevantes mehr erschienen ist.
Hier sind drei okaye Tracks drauf, der Rest ist lahm, wie kann man da von einem guten Album sprechen? Habt ihr alle keinen Anspruch mehr?
Sehe ich ähnlich. Ich werde auch nie begreifen wie man zb. so unterdurchschnittliche und vergessenswerte SP Alben wie Aghori (2024) oder Shiny Whiny Vol. 1 (2016) ebenfalls mit 3 Sternen belohnt hat.
Gewalttätig, so sollte "The Gold Album" von Weezer laut Produzent Kenneth Blume klingen. Ein merkwürdiger Begriff, denn absolut nichts an dieser Band wirkt besonders gefährlich. Weezer sahen schon 1994 auf ihrem Debütalbum wie freundliche Suburban-Dads aus der Nachbarschaft aus, die mit ein paar …
Okay, das war jetzt die Sky-Sportkommentar-Version einer Albenbesprechung. Lauter allgemeines Gelaber, wofür die Band so stehe, was man irgendwo mit ihr verbindet, irgendwas mit 90s, unbeschwerter High-School-Zeit und einem nerdigen Rivers, der da nie so recht rauswachsen kann oder möchte. Was auf dem Platz eigentlich passiert, ist da fast egal.
War ja auch Abseits.
...hätte gerne noch was zu John Weah gelesen, ehrlich gesagt.
Brief an das Bundesrezi Amt is raus!
Ragism, das sind mir immer die Liebsten, ehrlich, die immer nur belfern ist leicht.
Ich mag Rinkos Sprache und Bilder (es sei übrigens auch erwähnt, dass ich Kollege von laut.de bin) und es schadet auch nicht, sich daran erinnern zu können, wie die Zeit war, als das blaue Album und Pinkerton rauskamen, wenn man eine Weezer-Review verfasst. . Bei Reviews zu den Rolling Stones liest man ja auch weniger gern Einlassungem von Emdzwanzigern, würde ich behaupten.
Das Album klingt wirklich super – da haben die Produzenten ganze Arbeit geleistet. Es sind auch einige richtig gute Songs dabei. „We Might As Well Be Strangers“ war eine klasse Single und gehört für mich definitiv zu den besten Songs des Albums. „The LA Sound“ möchte ich ebenfalls hervorheben. Bei dem Song stimmt einfach alles.
Ein paar Filler sind trotz der kurzen Laufzeit dabei. „Don’t Make It Weird“, „Hoops“ und „Nowhere“ sind zwar keine Totalausfälle, bleiben aber auch nicht besonders lange im Gedächtnis.
Alles in allem ein solides neues Album mit wenigen Überraschungen. Weezer, so wie wir sie lieben.
Ist eigentlich noch jemand Fan der SZNZ-Alben? Gerade „Winter“ hatte für mich einige der besten Weezer-Songs überhaupt.
Ja, mir gefällt SZNZ alles in allem auch ziemlich gut. Wurde und wird leider komplett ignoriert. Laut Rivers Cuomo ist das auch der Grund für den kollaborativen Ansatz des Gold Albums.
Voll traurig, weil es wirklich ein tolles Projekt war.
SZNZ hatte einige der besten Tracks der Bandgeschichte ("Iambic Pentameter"!!!). Aber Cuomo sagte auch, sie haben definitiv zu viel geschrieben in ihrer langen Bandgeschichte. Entsprechend ist diese "Gold"-Platte auch so kurz und knackig geworden, ohne Filler. Und von dem Sound können viele Metal- und andere Zerrgitarrenbands nur träumen.
SZNZ zeigt ja auch sehr gut, wie wenig Gespür seitens Cuomo dafür vorhanden ist, welche Stücke nun auf ein Album gepackt werden sollten und welche nicht. Offensichtlicherweise ist er ein Power Pop Genie und sollte mit Weezer eine Banger LP nach der anderen rausbringen. Stattdessen bekommen wir alle 3-4 Jahre 10 random Songs serviert und die Knaller verrotten in seinem Demo-Archiv. Würde man die Hälfte streichen, wäre SZNZ ziemlich weit oben in der Diskografie anzusiedeln. So in der Form mit den 4 EPs hat das Projekt halt einen etwas "egalen" Charakter.
Im Kern ist es tatsächlich ein sehr bitteres Album. Der ultimative Treppenwitz ist, dass es die Weezer-Fans zur Zeit komplett abfeiern. Da bekommt man schon Mitleid mit Rivers Cuomo. Getragen wird die Platte auf jeden Fall von dem crunchy Jam-Session-Sound. Das steht der Band sehr gut nach den eher glatten und teils überproduzierten letzten paar LPs. "Say Yes", "We Might As Well Be Strangers" und "The LA Sound" sind großartig und stechen heraus. Generell ist die erste Hälfte besser als die zweite. Hier und da klingen die Stücke vielleicht zu sehr nach Skizze, z.B. "Nowhere", aber das sind nur kleinere Mäkel eines ansonsten sehr kurzweiligen Albums. Laut Drummer Patrick Wilson sollen fortan nun alle Veröffentlichungen diesen Stil fahren und nicht mehr in saubere Studio-Raster gezwängt werden. Bekanntlich hat aber Kreativ-Oberhaupt Rivers Cuomo stets das letzte Wort. Es bleibt also spannend.
Ich finde da Album rappelt sich zum Schluss nochmal. "Up in the Clouds" und "The LA Sound" gehören zu den besten Songs des Albums und auch "The Show must Go On" ist Solide.
Hättest du weniger Mitleid, wenn de Weezer-Fans das Album richtig scheiße finden würden? Verstehe den Punkt nicht so ganz. Weezer machen Weezersachen und Weezer-Fans finden das gut. Win-Weezer, oder?
Kann nach vielen Durchläufen auch zum Ende hin keine schwachen Tracks erkennen. Gibt andererseits ganze Weezer-Platten, die kann ich mir von Anfang bis Ende nicht anhören.
@Funky_Bob Ja dann hätte ich weniger Mitleid mit Rivers Cuomo. Ich will damit gar keinen Punkt machen, ist einfach meine Meinung.
@Ragism Hoops bis Show Must Go On fallen schon ein bisschen ab, aber wie gesagt fällt das nicht wirklich ins Gewicht.
Aber warum bemitleidest du ihn? Das war meine Frage. Inwiefern leidet er darunter, dass Leute seine Musik gut finden?
Ich glaube, das liegt daran, dass Rivers immer dann, wenn er genau das macht, worauf er selbst Lust hat, von vielen Fans dafür kritisiert wird. Jetzt hat Weezer ein Album veröffentlicht, das den Fans genau das gibt, was sie sich seit Jahren wünschen – eingängig, klassisch und sehr gefällig. Und plötzlich sind auch die guten Reviews wieder da.
@pokusa: Hoops und Show Must Go On haben noch ein paar musikalische Quirks, auf die ich ungern verzichten würde bei der Scheibe. Verzichten könnte ich am ehesten noch auf C.E.O.
Aber im Großen und Ganzen scheints ja sehr gut anzukommen
Will mich nicht selbst loben, aber ich feiere viele Künstler hart ab und kann trotzdem sagen, dass Album X einfach nicht so toll ist oder nach Album Y nichts Relevantes mehr erschienen ist.
Hier sind drei okaye Tracks drauf, der Rest ist lahm, wie kann man da von einem guten Album sprechen? Habt ihr alle keinen Anspruch mehr?
Sehe ich ähnlich. Ich werde auch nie begreifen wie man zb. so unterdurchschnittliche und vergessenswerte SP Alben wie Aghori (2024) oder Shiny Whiny Vol. 1 (2016) ebenfalls mit 3 Sternen belohnt hat.
Ich weiß das trägt jetzt nichts zum Thema bei, aber Ulysses von Franz Ferdinand hat glaub die gleiche Bassline wie Gimme Moorhuhn von Wigald Boning