Scheinbar wird Farin Urlaub musikalisch jedes Mal etwas glücklicher, je schlechter die Lage da draußen zu werden scheint. Dementsprechend wäre das beste Farin-Urlaub-Album immer zeitgleich das aktuellste. Kein abwegiger Take, denn "Ein Lächeln Im Gesicht" klingt ziemlich frisch. Und das sollte es …

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  • Vor einem Monat

    Das macht schon überraschend viel Spaß. Also, ich bin natürlich sowieso ein Fanboy, aber ich hätte ihm nicht nochmal ein ganzes Album mit so viel Spielfreude zugetraut. Highlights nach den ersten paar Durchläufen: 999, Alpha Centauri, Es könnte sein

  • Vor einem Monat

    Werde das Albung schon hören, keine Frage, aber was mir besser täte wäre eine Tour mit Racing Team :(

  • Vor einem Monat

    Ich dachte beim ersten Durchlauf bis „Totalschaden“, dass mir das Gefühl meiner Jugend ein bisschen fehlt, bei einem dÄ-Song Angst zu haben, dass die Mutter reinkommt, wenn gerade irgendwas Anstößiges gesungen wird. Dann hatte ich sowas in der Richtung aber aus Elternperspektive, als ich dachte, schnell skippen zu müssen, bevor die Kinder im Kindergarten begeistert „SEX MIT DIR!“ singen.

    Schönes Album. Manche Akkordfolgen und Rhythmen kennt man zwar schon zur Genüge, aber man fühlt sich andererseits auch gleich daheim und FU kann trotzdem auch nach über 40 Jahren immer mal wieder überraschen, zumindest textlich.

    • Vor einem Monat

      Ich stimme zu, dass man musikalisch einiges so schonmal von ihm gehört hat. Aber trotzdem gibt's auch viel Neues/Überraschendes. Zum Beispiel, wie sich die Gitarren am Anfang von "Es könnte sein" wegducken, als der Gesang einsetzt. Oder umgekehrt, wie sie in "Sie" plötzlich einsetzen. Ich glaube nicht, dass er das schonmal in der Art gemacht hat.

  • Vor einem Monat

    Der Farin altert auch nicht.

  • Vor einem Monat

    Ich tanze aus der Reihe und finde das Album bestenfalls lauwarm. Habe reingehört und nach einigen Songs erstmal liegenlassen, alles schon zigmal gehört, nur besser.

  • Vor einem Monat

    War Fan von "Hell", und fand "Dunkel" im Vergleich sehr bemüht und verkrampft. So leicht und verspielt Farin hier abliefert - den Vibe bitte auch auf die nächste Ä-Platte bringen, ja?

  • Vor einem Monat

    Ja doch, eine Scheibe die vielfältig unterhält. Textlich sind es altbewährte und leider immer noch aktuelle Themen. Die Morricone Hommage macht auch viel Freude. Seine Liebe für Ennio hat er ja mit "die Gitarre war noch warm" schon zum Ausdruck gebracht. Farin ist schon einer der wenigen Guten...

  • Vor einem Monat

    Bin ebenfalls Fanboy, aber die vorherigen 2 Soloalbum waren leider nach meinem Geschmack zum Teil stark durchwachsen, auch wenn es immer Highlights gab.
    Es tut diesem Album unheimlich gut, das er alleine über einen längeren Zeitraum an den Songs gebastelt hat. Die Spielfreude ist ihm anzumerken, ganz großes Kino. Vor allem kommen wieder die unterschiedlichen Facetten und Musikrichtungen voll zur Geltung. Zweifelsohne hat er stärker abgeliefert als mit dem Racing Team, auch wenn sie live ordentlich schepperten.
    Mir 62 solch einen guten Output herauszuholen, ist fantastisch. Auf diesem Level kann er gerne weiterhin abliefern (auch mit den die Ärzte).
    Kommt von der Qualität fast an „Endlich Urlaub heran“.

  • Vor einem Monat

    Das kann nur Urlaub. Er lächelt die Probleme der Zeit einfach weg.. 88% AFD - ich hab mich eingepisst vor lachen! So geht Gesellschaftskritik, und so bekommt man die Leute wach gerüttelt!

    Mensch! So nahe standen wir noch nie vor 1933 wie heute. Wie hat Kid Rock schon einst gesagt: "History repeats itself" - ich füge hinzu: "leider" oder wie Metallica sagen würden "sad but true"

  • Vor einem Monat

    Für mich als alten die-ärzte-Fan, der allerdings seit mindestens zehn Jahren mit dem Output der Band hadert, und als Farin-Urlaub-Fanboy, der sich mit allem nach „Am Ende der Sonne“ nicht mehr so recht befasst hat, kam dieses Album sehr unerwartet – und irgendwie auch ungefragt. Aber manchmal braucht es genau solche Überraschungen, denn das Album läuft bei mir inzwischen erstaunlich häufig in der Rotation.

    „Dein Leben“ hat interessante Synthie-Momente, die ich bei den Ärzten – zumindest so sinnvoll eingesetzt – inzwischen fast vermisse. Der Refrain löst sich wunderbar auf. „Happy 2bD“ ist ein nicer NDWler, der textlich hin und wieder etwas am Onkeligen kratzt. B-B-B-B ist allerdings ein Reim, der sich wirklich ins Hirn hämmert.

    „Sonnenschein im Februar“ und „So sehr“ sind typische FU-Solofiller, aber cool genug, um einen Skip zu verhindern. „Sie“ ist textlich wieder einmal eine Nummer zum Lachen, wie es sie zuletzt im Refrain von „Woodburger“ gab.

    Bei „999“ fühlte ich mich schmerzhaft an die schlechten Ska-P-Bläsersounds diverser Neunzigeralben erinnert. Trotzdem bleibt es eine schöne Nummer, die sich irgendwo zwischen dem Buena Vista Social Club und einer deutschen Variante von Manu Chao ansiedelt.

    „Alpha Centauri“ und „Irgendwas von Bach“ bleiben bei mir leider weniger hängen als in der allgemeinen Wahrnehmung. Ersteres hat man stilistisch bei anderen Bands schon besser gehört, Letzteres ist mir wiederum etwas zu sehr auf die Musiker-Nische zugeschnitten. Die Extended Version von „Kein Pardon“ ist dafür eines meiner Highlights der Platte: textlich schön und musikalisch großartiger Indie-Pop. „Himmel“ sehe ich wiederum als guten Filler.

    Bei „Totalschaden“ kann ich @Baumrindenwurm nur recht geben: Im Refrain fällt man augenblicklich in kindliche Muster zurück. Man sieht sich wieder im Kinderzimmer sitzen, „Meine Freunde“ hören und hoffen, dass die Eltern bloß nicht mithören. Erstaunlich ist, wie der Song die Bloodhound Gang mit den Neunziger-Ärzten verbindet. Irgendwie wünscht man sich „Totalschaden“ als die-ärzte-Single, die noch einmal die gesamte Retro-Radiowelt auf links dreht.

    Die Aggroness in „Es könnte sein“ nehme ich FU leider nicht vollständig ab. Das hat er bei „OK“ schon glaubhafter eingesungen. Trotzdem bleibt auch hier ein schöner Singalong-Refrain.

    „Per Un Pugno Di Olive“ ist sein Stella-Maris-Theme und hat es nur aufs Album geschafft, weil ihm zwölf Songs zu wenig waren. Die Nummer ist geschenkt und klingt wie die Hintergrundmusik der Tex-Avery-Show. Ich werte das einfach als Goodie für die Ultras.

    Alles in allem bleibt „Ein Lächeln im Gesicht“ ein tolles DIY-Projekt, das gerade Bedroom-Produzenten Hoffnung machen kann: Drums müssen nicht immer perfekt programmiert sein, und nicht jedes Plugin muss erst eine Seriösitätsprüfung bestehen. Farin hat mit Ideen und Logic herumgespielt – und dabei ist ein Spätwerk entstanden, das zumindest in meiner Wahrnehmung besser ist als alles, was die ärzte seit „Geräusch“ fabriziert haben.

    In seinen Genres ist er ein Meister der Harmonien und Melodien. Und auch wenn manches bereits bekannt vorkommt, wirkt es eher wie Trademark als wie Kopie.

    **4/5**

  • Vor einem Monat

    Was haben Farin und die Ärzte mal für tolle Alben gemacht. Dieses hier ist meilenweit entfernt davon.

  • Vor einem Monat

    Nicht besonders gut, aber zum Glück auch kein Kernschrott wie HELL und DUNKEL.

    • Vor einem Monat

      „Hell“ hat mich nach langer Pause mal wieder für ein Jahr lang Die Ärzte hören lassen. Das war ganz sicher kein „Jazz ist anders. Über „Dunkel“ dagegen bitte die dazu passende -heit decken, muss in der Tat nicht weiter verhandelt werden.

    • Vor einem Monat

      Gerade FU hatte noch ein paar schöne Songs auf Dunkel. Aber wie immer schreibt der halt genügend zumindest gute Songs, um zwei Alben alleine zu füllen, bei Bela lässt die Qualität bei Song 4-5 aber ziemlich nach.

    • Vor einem Monat

      Kernschrott waren „Hell“ und „Dunkel“ nun wirklich nicht, aber ein erheblicher Teil dieser schieren Masse schon. Aus den 37 Songs hätte man problemlos ein gutes Album mit 13 Titeln machen können. Wenn man sich die Diskografie der ärzte anschaut, stößt man immer wieder auf überladene Alben. Man muss wohl entweder 15 oder dumm sein, um diese Art von Fanservice geil zu finden. Für ein rundes, in sich geschlossenes Album ist eine solche Überfülle jedenfalls Gift.

      Was mir bei beiden Alben besonders negativ auffiel: Ein Großteil der Songs klang instrumental ziemlich platt – kaum ausgearbeitete Melodien oder Instrumentalparts, wenige Überraschungen und seltsam dünne Arrangements. Hört euch zum Vergleich mal „Geräusch“ an: Dort war die Produktion deutlich breiter angelegt, und die Songs entwickelten dadurch viel mehr Atmosphäre. Fast jeder Song dieser Platte hatte mehrere Riffs, Melodien und Breaks; eine solche kompositorische Tiefe haben sie später kaum noch hinbekommen.

      Textlich fand ich „Hell“ und „Dunkel“ ebenfalls hemmungslos überladen. Da wird in den Strophen wie in den Refrains derart viel palavert, dass lang gezogene Wörter oder Passagen ganz OHNE Gesang absolute Mangelware sind. Neben der Onkeligkeit störte mich vor allem der Hang zu fertig ausformulierten Thesen und Urteilen. Während man sich bei „Schrei nach Liebe“ noch die Mühe machte, eine komplexere Figur zu entwerfen, steht das Urteil bei „DOOF“ von Anfang an fest. Dadurch gewinnt der Song keinerlei zusätzliche Ebene. Der Hörer kann dem Urteil praktisch nur zustimmen. Tut er es nicht, bietet ihm der Text weder eine zweite Lesart noch einen lyrischen Bruch.

      Insgesamt wirkte das ein bisschen so, als hätten drei Leute unabhängig voneinander Texte ohne jeden künstlerischen Ansatz geschrieben, um diese anschließend mit minimalem Aufwand zu vertonen – ohne nennenswerte Überarbeitung und ohne den Versuch, aus der Masse ein stimmiges Gesamtwerk zu formen. Beim neuen FU-Album findest du hier und da ein bisschen lyrischere Tiefe, will mich da aber auch nicht aus dem Fenster lehnen.

  • Vor einem Monat

    FU und DÄ werden halt auch älter. Why not! Und das wiederholen sich eben die Reime, Witzchen und das Oberlehrersprech. Wer es mag, soll es geniesen. Mit seinen gesunden 63 Jahren wird er sicherlich noch einiges von sich geben und seine happy 2bD Hörerschaft zu erfreuen.

  • Vor einem Monat

    Ich finde Totalschaden erstaunlich unpeinlich und irgendwie süß. Kann man der Beziehungsperson seiner Wahl gut von der Dienstreise aus schicken und andeuten, dass man sich auf das nächste Mal freut.
    Lustige Vorstellung, dass das in Zeiten von Ikkimel im Morgenmagazin jemand mit roten Ohren hört.

    Sonst ist das Album Farin Urlaub, wie man ihn haben will,

    • Vor einem Monat

      Ich finde das Lied total süß. Mein Beitrag ging ja auch in eine andere Richtung: Wenn man mit Kindern im Grundschul- und Kindergartenalter zusammen wohnt, gehört der Song nicht zu den Sachen, von denen du möchtest, dass die Kids diese am nächsten Tag im Stuhlkreis vorsingen.

  • Vor einem Monat

    Auch ich finde Totalschaden erstaunlich süß! Ich höre in meiner konservativen Nachbarschaft gern mal Farin etwas zu laut (was sollen die Nachbarn sagen, wenn man die Ruhezeiten einhält) - nur um zu provozieren.. Ihr müsstet es sehen, wie diese Omis bestürzt aus den Fenstern schauen wenn Lieder in waghalsiger Lautstärke durch den Raum schallen wie:

    "Kein Pardon, kein Pardon
    Keine Gnade und kein Pardon
    Hass hat hier immer Hochsaison
    Es gibt keine Gnade und kein Pardon"