Jupiter Jones - " Ich Trag Den Sarg, Du Trägst Was Buntes"
VÖ: 31. Juli 2026 (Mathildas & Titus Tonträger) Pop, Rock
Jupiter Jones haben den Elektropop ihres Comeback-Albums für "Ich Trag Den Sarg, Du Trägst Was Buntes" wieder ein Stück weit eingepackt und dafür Gitarren, Schlagzeug und den alten Bandsound aus dem Keller geholt. Nur leider haben sie nichts ersetzt, sondern alles übereinandergestapelt. Die Synthesizer …
Verstehe den Punkt, finde es aber etwas hart. Manches wirkt auch eher wie eine Fingerübung im Dissen. Klar, bei Wiebusch mag der Bezug zu Fischbrötchen nahe liegen, mit Herkunft und Leben von Müller hat das aber wenig zu tun. Ist am Ende dann eben doch schweren Herzens Popmusik.
Eine meiner Lieblingsband. Das Album fetzt nicht durchgängig, stimmt. Aber diese Kritik trifft es überhaupt nicht. Wenn man schon vorher keine Lust hat, sollte man es besser lassen.
Raum um Raum gibt's jetzt als Doppelvinyl mit der allerersten Demo von 2002. Das war was völlig neues damals für mich. Die schnelle Demoversion von Auf das Leben hat mich durch die Jugend begleitet. Danach alles Schmutz.
Nee, tut mir Leid. Ich verstehe vollkommen dass Leute Tocotronic nicht mögen, aber der Vergleich mit JJ ist unhaltbar. Da liegen Lichtjahre zwischen textlicher Qualität. Gleichwohl bringen beide Bands nice Instrumentals zustande; der Unterschied bei JJ ist aber dass said Instrumental schnellstmöglichst zum biederen "und jetzt alle Hände klatschen" Part hinstreben muss. Kettcar in noch biederer. Nein Jung. Da stand und steht Toco majestätisch drüber.
"Majestätisch" ist aber auch eine unfreiwillig entlarvende Antwort, no? Die Herren Von Lotzow und Hamburger Stadtadel-Kinder Zank und Müller... was hier (auch) zugrunde liegt, ist tatsächlich eine Form von Klassismus. Eine Verachtung der Kids aus dem Mittelstand, die nichts richtig machen können, weil sie wahlweise zu spießig/angepasst (aus Sicht der Unterschicht) oder ästhetisch / kulturcheckermäßg ungenügend (aus elitärer Sicht) sind.
JJ werden als peinlich empfunden, weil sie immer zu dick auftragen (Songtexte und Albentitel wie Maus-Karten aus dem sweeten Geschenkeartikel-Laden, inhaberinnengeführt) und zu nah an berechnendem Radio-Schlonzpop sind. Ok. Aber die Verachtung der ungelenken Normies spielt schon immer mit; siehe der Hass, der in der Reszension über bemühte Feel-Good-Daddies ausgekübelt wird.
"Eine Verachtung der Kids aus dem Mittelstand [...] die Verachtung der ungelenken Normies"
Keine Ahnung wie du darauf kommst, aber gut. "Majestätisch" war ne Metapher, ich hätte von mir aus auch "erhaben" schreiben können, bezogen auf ihren Status im deutschsprachigen Indie, den sie m.E. zurecht innehaben.
@Schwingi Bin bei dir. Denke, mit dem erwähnten Zitat könnte fleur „Let there be rock“ meinen. Darüber wurde ja schon ausführlich diskutiert. Oder „Lied der Jugend.“
Zitat fleur: „Eine Verachtung der Kids aus dem Mittelstand, die nichts richtig machen können, weil sie wahlweise zu spießig/angepasst (aus Sicht der Unterschicht) oder ästhetisch / kulturcheckermäßg ungenügend (aus elitärer Sicht) sind.“
… würde ich nicht so interpretieren. Es geht doch eher um eine Beobachtung als um eine Verurteilung dessen.
Beispiel „Kapitulation“ … hier wird eine Verweigerungshaltung gegenüber einer Klassengesellschaft propagiert bzw. den inneren Zwang sich ständig selbst zu optimieren und im Sinne der Gesellschaft zu funktionieren. Finde zumindest ich äußerst erstrebenswert.
Neben einer Schwemme an Bands wie frei.wild, Kärbholz, Krawallbrüder, Schusterjungs haben Bands wie Tocotronic mehr als nur eine Existenzberechtigung und ich freue mich, dass sie noch da sind.
Ich freue mich ja auch Meine Kritik zielte hauptsächlich auf die Rezension, die arg selektiv und vorurteilsbehaftet erscheint und eben einen nicht nur dezent verachtenden Unterton aufweist.
"Das Video zu 'Älter Als Die Steine' ergänzt diese Strategie um eine Arschlochgarderobe, die aussieht, als hätte jemand 'sympathische Indie-Väter mit Haltung' in einen Bildgenerator eingegeben." - So sehen die halt aus.
"Jeder Gedanke ist so formuliert, dass er auf eine Tasse passen könnte." - Die Toco-Slogans waren interessanter und subkulturell codierter, aber bekanntlich auch gutes T-Shirt Material. https://tocotronic-shop.de/products/tocotr…
Die Tendenz ist - m.Meinung nach: JJ-Müller beschert mit seiner "Reibeisenstimme" "Gänsehautmomente" für ihr Publikum und erfüllt damit genauso die Erwartungen wie J.Müllers Band, die sich am verletztlichen Manntum der Band ergötzen. Am Ende geht es doch bei beiden um Identifikationsmomente, nur eben sind die einen hochkulturell abgefedert ("Jugend ohne Gott gegen Faschismus", oh, von Lowtzow zitiert von Horvarth) und die einen näher an Kita-Grillplatz-Eltern. Das zu trennen sollte auch ohne Abwertung eines ganzen Milieus gehen.
@fleur Ah, verstehe und kann jetzt nachvollziehen, was du meintest.
Zu … „Das Video zu 'Älter Als Die Steine' ergänzt diese Strategie um eine Arschlochgarderobe, die aussieht, als hätte jemand 'sympathische Indie-Väter mit Haltung' in einen Bildgenerator eingegeben." - So sehen die halt aus.“
Ja, stimmt schon, die sehen tatsächlich so aus. Obwohl mich das gar nicht stört, solange ich nicht Smalltalk mit ihnen halten muss. Denke, es ist eh schwierig, sich im Alter so zu kleiden, dass man weder von der Modepolizei verspottet noch als Spießbürger verurteilt wird. Also am besten, beide Parteien mit ihrer eigenen Kleinkariertheit konfrontieren. Oder dass man ab 30 kein Bandshirt mehr tragen darf. Mir völlig egal.
Der größte Unterschied zwischen Toco und JJ ist sicherlich der, dass Tocotronic nicht davor zurückschrecken, ihre eigenen Fans zu verärgern. Kann mir das bei Jupiter Jones überhaupt nicht vorstellen. Ein Kumpel von mir war jedenfalls komplett stinkig, nachdem er im Video „Denn sie wissen, was sie tun“ Monstertracks im Hintergrund fahren sah. Kurz vorher war er mit seiner Tochter auf einem Monstertrack-Event.
Monstertrack, der: 1. die abnorme Veränderung von Track, Bruder von Tick und Trick; 2. Rack des berühmten Racksportlers Matthäus Monstert; 3. die deutsche Aussprache der Ungetüme die sich in Arenen gegenseitig zu Schrott fahren.
4. Track, bei dem ein Monster gellend aus dem Schrank davon läuft; Begriff aus der Gefahrenabwehr, oft im Zusammenhang stehend mit Musik von Queen und/oder Genesis.
Danke für eure kreative Mitarbeit. Bin auch eindeutig bei 4. Der ultimative Monsterschock wäre bei mir Musik von Puhr und Rahmstein. Hab aber gerade kein Monster zur Hand, das ich fragen könnte.
Mochte die Konzerte der kleineren wiedervereinten Band sehr. Habe sie drei mal live gesehen und es waren die schönsten Konzerte. Aber das neue Album holt mich leider gar nicht ab.
Jupiter Jones haben den Elektropop ihres Comeback-Albums für "Ich Trag Den Sarg, Du Trägst Was Buntes" wieder ein Stück weit eingepackt und dafür Gitarren, Schlagzeug und den alten Bandsound aus dem Keller geholt. Nur leider haben sie nichts ersetzt, sondern alles übereinandergestapelt. Die Synthesizer …
Top-Kandidaten für die egalste Band Deutschlands.
Wobei in der Kategorie die Konkurrenz mit Schmutzki, Revolverheld und den Sportfreunden stark ist.
Ist definitiv ein hart umkämpfter Thron.
Und Electric Callboy gibt es ja schließlich auch noch.
Das war auch das unnötigste Come-Back seit mindestens 2014. Man hätte es einfach mit dem Live-Album bewenden lassen sollen.
Verstehe den Punkt, finde es aber etwas hart. Manches wirkt auch eher wie eine Fingerübung im Dissen. Klar, bei Wiebusch mag der Bezug zu Fischbrötchen nahe liegen, mit Herkunft und Leben von Müller hat das aber wenig zu tun.
Ist am Ende dann eben doch schweren Herzens Popmusik.
Eine meiner Lieblingsband. Das Album fetzt nicht durchgängig, stimmt. Aber diese Kritik trifft es überhaupt nicht. Wenn man schon vorher keine Lust hat, sollte man es besser lassen.
Raum um Raum gibt's jetzt als Doppelvinyl mit der allerersten Demo von 2002. Das war was völlig neues damals für mich. Die schnelle Demoversion von Auf das Leben hat mich durch die Jugend begleitet. Danach alles Schmutz.
https://youtu.be/gQlOVXUdSQ8?is=z9v3RlvfW4…
Bis "Still" waren die eigentlich ganz okay. "Das Gegenteil von Allem" war dann richtig übel.
Peinliches Anbiedern an den Zeitgeist. Auf der angeblich guten Seite zu stehen reicht nicht aus.
Du rebellierst gegen keinennZeitgeist, deine lumpenpatriotische Bewegung ist in D beliebter denn je. Ihr müsst mal eine neue Platte auflegen.
Habe null Sympathie für die, aber 1/5 ist imo für die ganz harten Fälle reserviert und da sehe ich JJ nicht.
Käme das Album von Tocotronic, wäre es eine 4/5.
Nee, tut mir Leid. Ich verstehe vollkommen dass Leute Tocotronic nicht mögen, aber der Vergleich mit JJ ist unhaltbar. Da liegen Lichtjahre zwischen textlicher Qualität. Gleichwohl bringen beide Bands nice Instrumentals zustande; der Unterschied bei JJ ist aber dass said Instrumental schnellstmöglichst zum biederen "und jetzt alle Hände klatschen" Part hinstreben muss. Kettcar in noch biederer. Nein Jung. Da stand und steht Toco majestätisch drüber.
"Majestätisch" ist aber auch eine unfreiwillig entlarvende Antwort, no? Die Herren Von Lotzow und Hamburger Stadtadel-Kinder Zank und Müller... was hier (auch) zugrunde liegt, ist tatsächlich eine Form von Klassismus. Eine Verachtung der Kids aus dem Mittelstand, die nichts richtig machen können, weil sie wahlweise zu spießig/angepasst (aus Sicht der Unterschicht) oder ästhetisch / kulturcheckermäßg ungenügend (aus elitärer Sicht) sind.
JJ werden als peinlich empfunden, weil sie immer zu dick auftragen (Songtexte und Albentitel wie Maus-Karten aus dem sweeten Geschenkeartikel-Laden, inhaberinnengeführt) und zu nah an berechnendem Radio-Schlonzpop sind. Ok. Aber die Verachtung der ungelenken Normies spielt schon immer mit; siehe der Hass, der in der Reszension über bemühte Feel-Good-Daddies ausgekübelt wird.
"Eine Verachtung der Kids aus dem Mittelstand [...] die Verachtung der ungelenken Normies"
Keine Ahnung wie du darauf kommst, aber gut. "Majestätisch" war ne Metapher, ich hätte von mir aus auch "erhaben" schreiben können, bezogen auf ihren Status im deutschsprachigen Indie, den sie m.E. zurecht innehaben.
@Schwingi
Bin bei dir. Denke, mit dem erwähnten Zitat könnte fleur „Let there be rock“ meinen. Darüber wurde ja schon ausführlich diskutiert. Oder „Lied der Jugend.“
Zitat fleur:
„Eine Verachtung der Kids aus dem Mittelstand, die nichts richtig machen können, weil sie wahlweise zu spießig/angepasst (aus Sicht der Unterschicht) oder ästhetisch / kulturcheckermäßg ungenügend (aus elitärer Sicht) sind.“
… würde ich nicht so interpretieren.
Es geht doch eher um eine Beobachtung als um eine Verurteilung dessen.
Beispiel „Kapitulation“ …
hier wird eine Verweigerungshaltung gegenüber einer Klassengesellschaft propagiert bzw. den inneren Zwang sich ständig selbst zu optimieren und im Sinne der Gesellschaft zu funktionieren.
Finde zumindest ich äußerst erstrebenswert.
Neben einer Schwemme an Bands wie frei.wild, Kärbholz, Krawallbrüder, Schusterjungs haben Bands wie Tocotronic mehr als nur eine Existenzberechtigung und ich freue mich, dass sie noch da sind.
Ich freue mich ja auch
Meine Kritik zielte hauptsächlich auf die Rezension, die arg selektiv und vorurteilsbehaftet erscheint und eben einen nicht nur dezent verachtenden Unterton aufweist.
"Das Video zu 'Älter Als Die Steine' ergänzt diese Strategie um eine Arschlochgarderobe, die aussieht, als hätte jemand 'sympathische Indie-Väter mit Haltung' in einen Bildgenerator eingegeben."
- So sehen die halt aus.
"Jeder Gedanke ist so formuliert, dass er auf eine Tasse passen könnte."
- Die Toco-Slogans waren interessanter und subkulturell codierter, aber bekanntlich auch gutes T-Shirt Material.
https://tocotronic-shop.de/products/tocotr…
Die Tendenz ist - m.Meinung nach: JJ-Müller beschert mit seiner "Reibeisenstimme" "Gänsehautmomente" für ihr Publikum und erfüllt damit genauso die Erwartungen wie J.Müllers Band, die sich am verletztlichen Manntum der Band ergötzen. Am Ende geht es doch bei beiden um Identifikationsmomente, nur eben sind die einen hochkulturell abgefedert ("Jugend ohne Gott gegen Faschismus", oh, von Lowtzow zitiert von Horvarth) und die einen näher an Kita-Grillplatz-Eltern. Das zu trennen sollte auch ohne Abwertung eines ganzen Milieus gehen.
@fleur
Ah, verstehe und kann jetzt nachvollziehen, was du meintest.
Zu …
„Das Video zu 'Älter Als Die Steine' ergänzt diese Strategie um eine Arschlochgarderobe, die aussieht, als hätte jemand 'sympathische Indie-Väter mit Haltung' in einen Bildgenerator eingegeben."
- So sehen die halt aus.“
Ja, stimmt schon, die sehen tatsächlich so aus. Obwohl mich das gar nicht stört, solange ich nicht Smalltalk mit ihnen halten muss.
Denke, es ist eh schwierig, sich im
Alter so zu kleiden, dass man weder von der Modepolizei verspottet noch als Spießbürger verurteilt wird. Also am besten, beide Parteien mit ihrer eigenen Kleinkariertheit konfrontieren.
Oder dass man ab 30 kein Bandshirt mehr tragen darf. Mir völlig egal.
Der größte Unterschied zwischen Toco und JJ ist sicherlich der, dass Tocotronic nicht davor zurückschrecken, ihre eigenen Fans zu verärgern. Kann mir das bei Jupiter Jones überhaupt nicht vorstellen.
Ein Kumpel von mir war jedenfalls komplett stinkig, nachdem er im Video „Denn sie wissen, was sie tun“ Monstertracks im Hintergrund fahren sah. Kurz vorher war er mit seiner Tochter auf einem Monstertrack-Event.
"Oder dass man ab 30 kein Bandshirt mehr tragen darf. "
Verdammt...
Was ist ein Monstertrack?
Monstertrack, der:
1. die abnorme Veränderung von Track, Bruder von Tick und Trick;
2. Rack des berühmten Racksportlers Matthäus Monstert;
3. die deutsche Aussprache der Ungetüme die sich in Arenen gegenseitig zu Schrott fahren.
4. Track, bei dem ein Monster gellend aus dem Schrank davon läuft; Begriff aus der Gefahrenabwehr, oft im Zusammenhang stehend mit Musik von Queen und/oder Genesis.
Ich schau einfach mal genanntes Video, tendiere aber zu 4., falls das auch im Zusammenhang mit Musik von Simply Red oder Bon Jovi stehen kann?
Denifitiv.
Danke für eure kreative Mitarbeit.
Bin auch eindeutig bei 4.
Der ultimative Monsterschock wäre bei mir Musik von Puhr und Rahmstein.
Hab aber gerade kein Monster zur Hand, das ich fragen könnte.
Mochte die Konzerte der kleineren wiedervereinten Band sehr. Habe sie drei mal live gesehen und es waren die schönsten Konzerte. Aber das neue Album holt mich leider gar nicht ab.