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Oops! We did it again.

Jetzt aber, lange genug vor uns hergeschoben: der Elefant im Raum. Finch ist wieder einmal eingeschnappt, hurra. Eigentlich weiß ich ja aus zwanzig-plus-jähriger Erfahrung, dass die, die selbst am derbsten austeilen, oft ganz, ganz dünnhäutige Mimosen sind. Wenn die ganz harten Gangster-, Straßen- und Battlerapper weinen, weil eine Made von Musikredakteur, der selbstverständlich keine Ahnung von nichts hat, dessen Meinung niemanden juckt und dessen Magazin niemand liest, irgendeinen ihrer Ergüsse vielleicht nicht ganz so geil gefunden hat wie die ganzen Speichellecker in ihrem Umfeld, dann find' ich das eigentlich eher bisschen süß. Ach, guck. Die brennen halt noch für ihre Kunst.

Ich möchte trotzdem noch einmal vor Augen führen, was genau Finch zu seinem jüngsten Ausbruch getrieben hat, in dem er uns gar nicht so wahnsinnig gut gelaunt, aber immerhin originell, als "Eierhälse" geschmäht hat. Dieser Vierzeiler von Kollegin Désirée Pezzetta, nämlich:

"Denn gefeiert wird trotzdem – und zwar bei Finch auf der Utopia Stage. Sicherlich hat jede Musik ihre Daseinsberechtigung, und Nils Wehowsky wirkt durchaus wie ein sympathischer Typ. Nur macht das die Songs leider nicht besser. Der Proleten-Rap des Brandenburgers bleibt selbst für ein Festivalpublikum, das gerne mal Fünfe gerade sein lässt, erstaunlich flach. Urlaub fürs Gehirn, Höchststrafe für die Ohren. Da wartet man doch lieber auf The Offspring."

Ach, Gottchen. DESWEGEN geht er steil? Nachhilfe in Textverständnis: Da steht doch gar nicht, dass sich die Leute lieber The Offspring angucken. Da steht, dass sich Desi lieber The Offspring anguckt. Was ja wohl ihr gutes Recht ist.

Wir haben jetzt also Hausverbot auf Finchs Shows. Ich bin gespannt, wie er das durchsetzen will, wo er doch sagt, man habe bis heute von keinem von uns auch nur einmal die Fresse gesehen. Die Türleute sind nicht zu beneiden, die unsere gesichtslosen Kolleg*innen abfangen müssen, die natürlich scharenweise auf Finchs Shows strömen.

"Es kam bis heute keiner auf mich zu." Na, DAS können wir ändern:


Dem hab' ich eigentlich nur eine Sache hinzuzufügen, weil Finch das schon einmal behauptet und mich diese Lüge bereits damals kolossal abgefuckt hat.

Ich schrieb einst über seinen Track mit Scooter, manche*r mag sich erinnern. Finch ärgerte sich über meine Einschätzung und schrieb im Gegenzug einen Disstrack über mich. Ich fand den ziemlich lustig, habe den Aufwand gefeiert, den er betrieben hatte, und war drauf und dran, das Ding herumzuzeigen. Genau dazu wurde Battlerap ja erfunden: als Mittel, um Differenzen kreativ auszufechten, statt sich stumpf aufs Maul zu hauen. Alles richtig gemacht, Finch. Als ich den Track einbetten wollte, war er allerdings bereits nicht mehr auffindbar.

Finch behauptete seinerzeit (und tut es jetzt wieder), "die von laut.de" hätten "rumgeheult" und das Ding löschen lassen. Alter, was redest du? Wieso hätten wir das tun sollen? Wie überhaupt? Ich wüsste gar nicht, welche Begründung wir für eine Löschung hätten ins Feld führen sollen: dass du voll investigativ meinen Nachnamen geleakt hast? Den Nachnamen, den ich so streng unter Verschluss halte, dass er zum Beispiel offen in meinem Instaprofil steht? Glückwunsch zu dieser detektivischen Meisterleistung, Sherlock, echt mal. Du kannst lesen. Wahnsinn.

Seitdem stell' ich mir immer mal wieder die Frage: Wie wäre der erst ausgeflippt, wenn ich, statt ihn als pummeligen Harry-Potter-Look-A-Like zu beschreiben, die andere Wahrheit ausgesprochen hätte: dass er sich in seinem eigenen Track hat an die Wand rappen lassen - von H.P. Baxxter.

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